Porno-Zensur auf Kölner Weihnachtsmarkt

Köln - Penis-Alarm auf dem schwul-lesbischen Weihnachtsmarkt! Paul Astor (37) verkauft an seinem Stand am Mauritiuswall nah am Rudolfplatz selbst gemalte Phallus-Bilder – jetzt packte das Ordnungsamt die Rute aus!

Foto: Florian Jocham

Künstler ist irritiert

Der Künstler versteht die Aufregung nicht: „In Berlin hat es niemanden gestört.“

Penisse in allen Farben und Erregungszuständen – mal als Bild, mal  als „Schwanz-Memory“ oder Kühlschrank-Magnet – verkauft der Berliner an seinem Weihnachtsmarkt-Stand direkt vor dem Entrée der Sparkasse.

Doch kaum hatte Astor sein mit Glitzerpapier verkleidetes Büdchen  aufgemacht, standen schon zwei  Mitarbeiter des Kölner Ordnungsdienstes vor ihm.

Foto: Florian Jocham
Foto: Florian Jocham

Ordnungsamt drohte mit Schließung

„Sie forderten, dass ich meine Werke zensiere, sonst würden sie den Stand schließen oder die Ware konfiszieren“, sagt er.

Passanten, die sich offenbar gestört fühlten, hatten die Behörde informiert. Brav bedeckte der Künstler daraufhin die gemalten Genitalien mit einer Goldfolie. Mit dem Vermerk „Zensiert: Ordnungsamt Köln“.

„Grob anstößig.“

Dessen Sprecher Herbert Büth bestätigt den Fall. Als Grund für die Zensur-Forderung schreibt er per Mail: „Dies wirkt hier grob anstößig, da auch Kinder und Jugendliche ungehinderten Zugang zu diesem Markt haben.“

Außerdem habe man die Polizei informiert wegen eines möglichen Verstoßes gegen § 184 des Strafgesetzbuches („Verbreitung pornografischer Schriften“).

Kunst, kein Porno…

Astor kann darüber nur lachen: „Das ist Kunst, keine Pornografie! Auf Berliner Märkten konnte ich ohne Zensur verkaufen.“

Auch Markus Poscher (48), Veranstalter des schwul-lesbischen Weihnachtsmarktes, hält zu seinem Aussteller: „Es werden ja bei uns an anderen Ständen auch Teig- und Schoko-Penisse angeboten. Da sagt das Ordnungsamt nichts.

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