Amateur-Sexfilmer in der DDR ausspioniert

Die Stasi-Akte Porno

ddr

Leipzig – Die Pornografie in ihrem Lauf hielten weder Ochs noch Esel auf. Selbst Mielkes Spitzeln gelang das nicht…

Dass DDR-Bürger ein recht unverkrampftes Verhältnis zur Nacktheit hatten, zeigte sich nicht nur am FKK-Strand. Hinter verschlossenen Türen ging‘s teils sogar richtig deftig zur Sache – vor der Kamera!

Für die MDR-Dokumentation „Von Blümchensex und Knetfiguren: Pornografie – Made in GDR“ erkundeten die Filmemacher Lutz Rentner (58) und Frank Otto Sperlich (65) nicht nur die Szene, sondern förderten auch Filmmaterial zutage, das in DDR-Hobbykellern oder Gartenlauben gedreht wurde.

„Wir kannten zum Beispiel in Sachsen noch Amateurfilmer von früher, die damals auf Schmalfilm drehten“, sagt Rentner, der in den 1980ern in Leipzig studierte. „So entstanden immer mehr Kontakte.“ Zum Beispiel zu Kameramann Micha S., der damals einen Sexfilm mit Plastelina-Figuren gedreht und natürlich nur privat gezeigt hatte.

Und viele Filmzirkel-Mitglieder der volkseigenen Betriebe sollen nach Feierabend nicht nur Kurzfilme über Arbeitsschutz gedreht haben… Als sie es der Stasi schließlich zu bunt trieben, wurden Anfang der 1980er gezielt Fahnder auf die Erotikszene angesetzt.

Rentner: „Um die Genossen dafür zu schulen, entwickelte man eine Kartei, die die einzelnen Sexpraktiken erklärte.“

Manche Spitzel baten auch Fotografen, Pornobilder zu vervielfältigen. „Ich habe das immer abgelehnt. Das waren meist Fallen“, erinnert sich ein Insider, der damals schon selbstständig war.

Der größte Fahndungserfolg für die Mielke-Truppe wurde dann aber zugleich ein peinlicher Flop: 1983 hoben die MfS-Agenten einen Pornoring mit 2000 Mitgliedern im damaligen Karl-Marx-Stadt aus.

Doch zu Strafverfahren kam es nicht – auf der Liste standen zu viele angesehene Genossen…

 

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