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Dienstag, Mai 22, 2018
Art Paul, Erfinder des Playboy-Hasen, starb mit 93

Art Paul, Erfinder des Playboy-Hasen, starb mit 93

Art Paul
Der Grafikdesigner Arthur Paul hat 1953 das legendäre Hasen-Logo für Hugh Hefners legendäres Playboy Magazin entworfen. Seit der zweiten Ausgabe dient die Bildmarke als Maskottchen und Logo des einstmals einflussreichsten Erotikheftes. Paul erlag mit 93 Jahren einer Lungenentzündung in einem Krankenhaus in seiner Heimatstadt Chicago.

Arthur (‘Art’) Paul wurde 1925 in Chicago geboren. Er studierte von 1940 bis 1943 am School of the Art Institute. Nachdem er bis zum Ende des 2. Weltkriegs in der Armee diente, setzte er seine Studien am Institute of Design fort. In den späten 40er und frühen 50er Jahren wurde Paul rasch als viel beschäftigter Freelancer erfolgreich. Und so zögerte der junge Designer zunächst, als sich Hugh Hefner ihm mit dem Angebot näherte, für das im Entstehen begriffene Erotik- und Lifestyle-Magazin zu arbeiten.

In einem Interview sagte Paul dazu: »Ich war zunächst zögerlich, Hugh Hefners Angebot anzunehmen. Denn als Freelancer hatte ich die besten Kunden, die man in Chicago haben konnte. Deshalb habe ich bei den ersten Ausgaben auf freier Basis mitgewirkt. Was mich dann überzeugt hat, war, dass man mir die Freiheit zusicherte, Kunst einkaufen zu können, die die meisten Illustratoren 1953 nicht verkauft bekamen, also persönliche Visionen, die den Gestaltern am Herzen lagen. Ich sagte den Illustratoren, dass ich keine ‘kommerzielle’ Kunst haben wollte. Ich wollte die Sachen haben, die die Leute in ihrer Freizeit machten, wenn sie nicht an einem Magazin arbeiten mussten. Die dachten zunächst, ich mache Witze. Die Künstler konnte ich überzeugen, dass sie sich nicht an uns verkauften, sondern ein größeres Publikum für ihre authentischsten Arbeiten bekommen würden.«

Art Paul arbeitete in den folgenden drei Jahrzehnten für Hefners Playboy Magazin. Während der ersten Jahre wurde er zu einer wichtigen Figur in der Kunstwelt. Zu den Künstlern, die er für das Magazin gewann, gehörten: Salvador Dalí, Andy Warhol, Leroy Neiman, Shel Silverstein und Will Elder.

Der ehemalige Designer für das New York Magazine, Robert Newman, sagte über Paul: »Die Idee, dass Playboy ein cleveres Produkt war, das lag alles an Art Paul. Er ist derjenige, der dem Playboy dieses niveauvolle, clevere und sinnliche Gefühl verliehen hat.«

Hugh Hefners Tochter, Christie Hefner, war Vorstandsvorsitzende der Playboy-Gruppe von 1988 bis 2009. Auch sie äußerte sich zum Tod des Hasen-Schöpfers: »Das Magazin wird dafür gefeiert, die sexuelle Revolution mit ausgelöst zu haben. Art gebührt der Ruhm, die Befreiung des Illustratoren herbeigeführt zu haben. Er hat dabei geholfen, kommerzielle Kunst den Rang als angesehene und legitime Erscheinungsform der Kunst zu verschaffen, den sie heute innehat.«

In einem Interview mit Playboy.com sprach Art Paul über sein Berufsverständnis: »Ich wollte Illustration an sich verändern, indem ich Künstler und Illustratoren davon überzeugen wollte, persönlicher, ausdrucksvoller und innovativer zu sein. Dabei wurde ich unterstützt von dem Klima des Wandels, der von Playboy ausging, und von der Idee, dass es keine hohe oder niedrige Kunst gibt, dass gutes Design auf alles angewendet werden kann.«

Als Paul sich in den Ruhestand zurückzog, hatte er für Playboy hunderte von Auszeichnungen im Bereich Grafikdesign gewonnen. Seine Kollegen sehen in ihm noch heute als federführende Kraft für die Revolution in der Magazin-Illustration.

Laut Paul hat es ihn nur etwa eine Stunde gekostet, um den legendären Hasen im Smoking zu entwerfen. Der Playboy-Bunny wurde zu einem der weltweit am meisten erkannten Unternehmenslogos, die je erschaffen wurden, gleichauf mit den Logos von Disney, Coca-Cola, Apple und McDonald’s. Da das Printgeschäft nach wie vor auf dem Rückzug ist und kostenlose Pornos auf Tubeseiten wie PornHub zu finden sind, dürfte das von Art Paul entworfene Logo mit zum wertvollsten Asset des Unternehmens geworden sein.

Nach seiner Zeit bei Playboy arbeitete Paul weiterhin für unterschiedliche Magazine und Medienunternehmen und war Mitglied im Vorstand des Museum of Contemporary Art in Chicago.

 

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