Atemraubende Porträts von Dominas

dominas

Kashmira Gander berichtet für The Independent: “Nachdem er drei Jahre damit verbracht hat, das Leben von Dominas dokumentiert hat, teilt Fotograf Max Eicke nun, was er dabei über BDSM und Sexarbeit gelernt hat.”
“Einmal habe ich mich mit einer Domina in einem Keller getroffen, um mit ihr das Projekt zu besprechen, und sie sagte ihrem ‘Sklaven’, der nur ein Lendentuch trug, dass er mir eine Cola bringen solle«, so der Fotograf Max Eicke, der drei Jahre damit zugebracht hat, Dominas zu fotografieren. »Ich wusste nicht, wie ich darauf reagieren sollte”, gab er zu.

“Etwas später wies sie ihn an, an unserem Gespräch teilzunehmen. Dabei stellte sich heraus, dass er ein Kunsthistoriker war, und er brachte interessante Dinge in unser Gespräch ein”, so Eicke.

Dem in Berlin wohnenden Fotografen kam die Idee, Frauen zu fotografieren, die ihren Lebensunterhalt damit verdienen, ihre Kunden in BDSM-Szenarios zu kontrollieren, als er mit einer Fremden in einem Flugzeug ins Gespräch kam, die sich als Domina herausstellte. Die Szene faszinierte ihn umgehend, er konnte aber lediglich klischeehafte Versuche finden, die verborgene Welt abzubilden und entschied sich dazu, mit seinem Projekt ‘Dominas’ eine menschliche Dokumentation der außenstehenden oft bizarr scheinenden Welt zu schaffen.

Max Eickes Porträtaufnahmen von Dominas

Von einem BDSM-Sklaven eine Cola zu bekommen, mit dem man er dann über Theorien zur sexuellen Befreiung diskutierte, und ähnliche Situationen haben Eicke dabei geholfen, seine Auffassung von Sexarbeit zu überdenken.

“Solche Situationen haben meine Einstellung geändert und mich positiv überrascht. Aus meiner Sicht geht es wirklich um die Menschen selbst und nicht über ihre Masken und Rollen.”

Aufgrund der bisweilen im Verborgenen wirkenden Natur ihrer Arbeit und da er selbst noch nie eine Domina kontaktiert hatte, musste sich Eicke der Sache durch einen Sprung ins kalte Wasser nähern und wild anrufen.

»Die Reaktionen reichten von Verwirrung über meine Neugier bis zu Hilfsbereitschaft und sogar Aggressivität«, sagt er. »Die meisten waren zu Beginn sehr skeptisch, da sie in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht haben, also von Perversen, die sie gestalkt haben bis hin zu seriösen Medienvertretern, die versuchten ihre Arbeit als pervers darzustellen. Zunächst mal habe ich nach offenen Gesprächen gesucht.

»Am Anfang musste ich erklären, dass ich kein potentieller Kunde war, der sich eine kostenlose Sitzung im Austausch für Fotos erschleichen wollte. Manchmal war es schwierig, die Klischees und die Erwartungshaltung der Frauen zu überwinden.«

Zu Beginn traf sich Eicke mit seinen fotografischen Subjekten in einem Café oder einer Bar, um sein Vorhaben zu erklären, bevor sie sich in sein Studio für Fotos und Interviews begaben, was bis zu einem Tag in Anspruch nehmen konnte.
»Ich habe mich einfach mit ihnen unterhalten und auf Augenblicke zwischendurch gewartet. Wenn man mit einer großformatigen Kamera arbeitet, kann man das Model die Kamera natürlich nicht vergessen lassen. Was die Kleidung anging, war mir wichtig, dass sie etwas auswählten, in dem sie sich wohlfühlten und was sie auch während ihrer Arbeit tragen würde. Denn ich merkte, dass ihr Outfit ein Großteil ihrer beruflichen Persönlichkeit und Identität ist.”

Über die drei Jahre seiner Arbeit hinweg, hat Eicke außerdem gelernt, dass BDSM zu Unrecht ausschließlich als gewalttätig, ohne Raum für Romantik, Gefühle und Liebe wahrgenommen wird.

“Es ist vielen Menschen unverständlich, dass BDSM auf gegenseitigem Einverständnis beruht und dass Schmerz als Genuss einen hohen Grad an Ehrlichkeit und offener Kommunikation erfordert«, so Eicke. »Da ich mit so vielen Menschen aus der BDSM- und Fetisch-Community sprechen konnte, bekam ich den Eindruck, dass es innerhalb der Szene weitaus mehr Respekt für einander, ein größeres Wissen um sicheren Sex und eine größere Offenheit und mehr Vertrauen gibt als in konventionellen Beziehungen.”

Dominas von Max Eicke kann jetzt bestellt werden!

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here