Beate Uhse verliert Finanzchef Vlasblom

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Der krisengeschüttelte Traditionskonzern Beate Uhse trennt sich von seinem Finanz-Vorstand. Das Handelsblatt berichtet, dass zwar noch keine Zahlen für das erste Quartal veröffentlicht wurden, sinkende Umsätze und fortlaufende Verluste dem Hamburger Erotikhändler aber weiterhin stark zusetzten.

Kees Vlasblom wird aus dem Vorstand von Beate Uhse abberufen. Dies scheint ein plötzlicher Schritt, da keine Nachfolge bekannt gegeben wurde. Stattdessen sollen Vlasblos Aufgaben von Michael Specht, dem erst kürzlich neu installierten Vorstandsvorsitzenden des Erotikkonzerns, wahrgenommen werden. Als weiteres Krisensignal dürfte die erneute Verschiebung der Veröffentlichung des Abschlusses 2016 verstanden werden.

Die Umsätze des Traditionsunternehmens, das in Deutschland noch immer als eine der stärksten Erotik-Marken gelten kann, sinken seit Jahren. Zehn Jahre zuvor war das Unternehmen an Umsatz und Mitarbeiterzahlen nahezu drei Mal so groß wie heute. Grund für die schlechte Entwicklung dürfte sein, dass keine funktionierenden Antworten auf die Digitalisierung der Branche gefunden wurden.
Beate Uhse hat heute etwa 570 Mitarbeiter und ist mit über 70 Shops und Onlinemarken in sieben Ländern aktiv, wobei Schließungen und weitere Stelleneinsparungen verkündet wurden. Der Hauptsitz des Unternehmens wurde vor einigen Jahren von Flensburg nach Hamburg verlagert, große Teile des operativen Geschäfts wie auch der Vorstand haben jedoch ihren Sitz in den Niederlanden.
Die Schwierigkeiten im Online-Handel scheinen jedenfalls weiter ungelöst. Branchenkenner werfen dem Konzern seit Jahren vor, den Wandel verschlafen zu haben, wodurch sich Handelsriese Amazon auch im Erotikbereich breit machen konnte. Inwiefern die Personalie nun einen Neuanfang verspricht, bleibt abzuwarten.

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