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Samstag, September 22, 2018
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Buchveröffentlichung »Vibrator Nation«: Wie feministische Sexshops die Branche revolutioniert haben

XBIZ berichtet: »Das nächsten Monat erscheinende, neue Buch von Lynn Comella beschreibt, wie feministische Sexshops den Markt für die Lust umgekrempelt haben.

Lynn Comella ist Professorin für Gender and Sexuality Studies an der UNLV. Sie hat ausgiebig zu Sexualität und Kultur publiziert und veröffentlicht häufig Artikel zur Pornografie in den größten Medien der USA.

In ihrem neuen Buch ‘Vibrator Nation: How Feminist Sex-Toy Stores Changed the Business of Pleasure’ untersucht Comella die Entstehung des Markts für Sexspielzeug und zeichnet die Entwicklung von den frühen 70er Jahren bis heute nach.

Für das Buch hat Comella mehr als 80 umfangreiche Interviews mit Händlern und Branchen-Insidern geführt und hat auch als Vibrator-Beraterin bei Babeland in New York gearbeitet, um für ihr Buch zu recherchieren. So erzählt sie kenntnisreich von der Welt des »sexpositiven Kapitalismus und der kulturellen Produktion von Sex als Ware«.

»Ich habe mir viele Dildo-Hersteller und Gleitgel-Fabriken angesehen und außerdem ein Dutzend Sexmessen besucht, wo ich mir Seminare zum Marketing für Sextoys an Frauen sowie auf den Einzelhandel ausgerichtete Sexberatung angesehen habe und den Einfluss des ‘Fifty Shades of Grey-Phänomen beobachten konnte«, so Comella.

Comella zeichnet nach, wie frühe feministische Unternehmerinnen wie Dell Williams, die Gründerin von Eve’s Garden (1974) und Joani Blank, die ein paar Jahre später Good Vibrations eröffnet hat, den Weg geebnet haben, dass Konsumenten heute ohne Scham ihre Vibratoren kaufen.

»Die haben das traditionelle Modell des Sexshops, der verrucht und sehr porno war, auf den Kopf gestellt, um weibliche Kunden gewinnen zu können«, erzählt Comella.

»Was diese frühen feministischen Vibrator-Händlerinnen so revolutionär machte und was sie von den konventionellen, auf Männer ausgerichteten Sexshops unterschied, war nicht nur der Fokus auf Frauen, sondern auch die Art, wie die Läden ihr Geschäft betrieben.«

»Im Zentrum stand die Sexberatung, nicht die Erregung, die haben daran gearbeitet, eine soziale Mission zu erfüllen, zu der gehörte, dass ein Vibrator in die Nachttischschubladen jeder Frau einziehen sollte, da sie überzeugt davon waren, dass der Zugang zu sexueller Information und zu qualitativ hochwertigen Produkten das Potential hatten, das Leben der Menschen zu verbessern.«

Jiz Lee erzählt im Interview mit XBIZ, dass es passend sei, dass die Veröffentlichung des Buches nun kurz nach dem Kauf von Babeland durch Good Vibrations erfolgt. Beide Unternehmen waren treibende Kräfte in der sexpositiven Bewegung im Handel mit Sextoys.

Lee, Herausgeberin von ‘Coming Out Like a Porn Star’, meint, dass die Arbeit in Sexshops den Zugang zu einer »riesigen neuen Welt voller neuer Perspektiven auf Gender und Sex« letztlich ihre Karriere in der Pornobranche hervorgebracht habe.«

»Vibrator Nation ist eine faszinierende Geschichtsstunde für Einsteiger, ein Geschenk an alle, die dabei waren und eine Liebeserklärung an jene, die diese Sexshops ihre Heimat nennen«, so Lee gegenüber XBIZ.

»Um noch ein bisschen zu betonen, welche Rolle Sextoy-Läden bei dem Übergang zur Pornobranche haben konnten, erzähle ich auch dies: Shine Louise Houston hat als Sexberaterin und Verkäuferin bei Good Vibrations gearbeitet und dabei eine gute Marktstudie durchführen können, welche Pornofilme für Frauen und Paare besonders geeignet sind, bevor sie ihren Job aufgab und das Pornostudio Pink and White Productions gegründet hat.«

»Unser Co-Produzent und ich selbst waren Mitarbeiter im Shop, also hatte die Mehrheit des Produktionsteams hinter den Kulissen bei Pink and White einen Hintergrund als Sexberater bei Good Vibrations.«

»Der Laden war eine Art Who is Who für sexpositive Vorreiter, er hat die Karrieren von vielen marginalisierten Produzenten befördert, also auch von Trans-Leuten, lesbischen Frauen, Schwarzen – indem er unabhängige Produktionen finanziert und distribuiert hat.«

Comellas Buch erscheint am 8. September und kann hier vorbestellt werden.«

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