Der Streit zwischen FriendFinder und Penthouse geht vor Gericht

DOVER, Del. — Gestern war der erste Prozesstag im Streit über Vorwürfe von FriendFinder Network Inc., dass Penthouse Global Media Inc. neun Webseiten übernommen habe, die nicht Teil eines Verkaufsvertrags gewesen seien.

In der Anklageschrift, die beim Chancery Court in Delaware eingereicht wurde, gaben FriendFinder und dessen Tochterunternehmen Various Inc. an, dass sie im April versehentlich neun Webseiten an Penthouse übertragen haben und dass Penthouse Besucher dieser Domainnamen auf eigene Webseiten umleitet.

In der Schrift heißt es weiter, dass FriendFinder im Februar im Rahmen einer Vereinbarung zu einem Anteilskauf an 16 Unternehmen, die gemeinsam mehr als 1.000 Domainnamen betreiben,  aus Versehen die Autorisierungscodes für die Domains an Penthouse gegeben habe.

“Wir haben einen Fehler gemacht, indem wir einige unserer Domainnamen an Penthouse übertragen haben, und wir brauchen die Hilfe des Gerichts, um die Kontrolle über die Seiten zurückzugewinnen”, sagte Jonathan Buckheit, CEO von FriendFinder, vor Gericht aus, berichtet Law360.

“Ich bereue es, die Liste nicht selbst überprüft zu haben”, so Buckheit. “Diese Domains wurden nicht an Penthouse verkauft. Wir hätten sie niemals für diesen Verkaufspreis [$6,5 Mio.] verkauft.”

Im Kreuzverhör gab Buckheit laut Law360 zu, dass er an der Erstellung der Liste der an Penthouse zu übertragenden Domains nicht beteiligt gewesen ist.

FriendFinder gibt an, dass das Unternehmen aufgrund des Kontrollverlusts über diese Webseiten täglich Verluste erleidet.

“Die fälschliche Ausübung von Kontrolle und Inbesitznahme von [FriendFinders] Domains [durch Penthouse] schädigt [FriendFinders] Geschäftsbeziehungen mit Partnerunternehmen, stört [FriendFinders] Vertragsbeziehungen mit fast 50.000 registrierten Mitgliedern und kostet [FriendFinder] Einnahmen”, heißt es in der Klage von FriendFinder.

Nach dem Abschluss des Aktienkaufs begann FriendFinder mit dem Prozess, die Eigentümerschaft über die Domains auf Penthouse zu übertragen.

In der Klage heißt es, dass ein leitender Mitarbeiter von Penthouse im April eine E-Mail schickte, in der dieser die Beschleunigung der Domain-Übertragungen anmahnte; der Mitarbeiter hatte eine Liste mit 1.117 Domains an seine E-Mail angehängt, die bis zum 2. Mai übertragen sein sollten.

FriendFinder, so die Klageschrift, hat dabei nicht bemerkt, dass neun Domains auf der Liste nicht Teil der Kaufvereinbarung mit Penthouse gewesen sind.

FriendFinder behauptet, dass es am 26. Mai mit Penthouse Kontakt aufgenommen habe, nachdem es Berichte erhalten hatte, nach denen Traffic von FriendFinder-Seiten auf Penthouse umgeleitet wurde. Kurz danach wurden zwei der neun Domains – BookOfSex.com und HornyWife.com – wieder auf die Originalseiten von FriendFinder und Various umgeleitet, doch die restlichen sieben Domains leiten weiterhin auf Penthouse-Seiten um.

BookOfSex.com und HornyWife.com sind durch Mitgliedsbeiträge und Werbeeinnahmen für einen Großteil der Umsätze von FriendFinder verantwortlich, so die Klageschrift.

FriendFinder gab außerdem an, dass dem Unternehmen allein in den ersten vier Tagen nachdem die Umleitung des Traffics festgestellt wurde, $7.300 an Werbeeinnahmen entgangen sind.

FriendFinder versucht ein Feststellungsurteil zu erreichen, in dem das Gericht den Besitz der neun Domains durch FriendFinder feststellt, und außerdem eine einstweilige Verfügung, durch die Penthouse dazu verpflichtet würde, die Kontrolle über die Domains an FriendFinder zurückzuübertragen.

FriendFinder fordert außerdem den Ersatz von Anwalts- und Verfahrenskosten, die mit der Rückübertragung der Domains in Verbindung stehen.

Der Gerichtsprozess soll heute fortgesetzt werden.

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