Die Paten der Pornografie: #05 Daniel Peterson

vr porn

Wie man eher aus Versehen zu einem Paten der Pornografie werden kann, zeigt derzeit niemand so schön wie Daniel Peterson (37), der Gründer der augenblicklich vermutlich größten Virtual-Reality-Webseite. Denn die heutige vollkommen auf Pornografie ausgerichtete Tube-Seite VRporn.com war ursprünglich eigentlich als Portal für jedwede VR-Inhalte gedacht. Der Name sollte lediglich wie beispielsweise bei »Food Porn« auf den Grad der Begeisterung für die neue Technologie hinweisen.

Heute betreibt Peterson die weltweit größte Webseite mit VR-Angeboten und diese sind ausschließlich pornografisch. Laut Angaben der Seite verzeichnet das Angebot 10,5 Millionen Views pro Monat, etwa doppelt so viel wie Oculus.com, den VR-Pionier, der 2014 2 Milliarden Dollar von Facebook aufgekauft wurde.

Die stetig wachsende, aber immer noch im Selbstfindungsprozess befindliche Branche um VR-Inhalte verdankt ihren derzeitigen Boom im Wesentlichen dem inzwischen beachtlichen VR-Output der Pornostudios, eine teure Wette der Sexbranche, die der Technologie zum endgültigen Durchbruch verhelfen könnte.

Peterson selbst sieht sein Unternehmen nach wie vor im Wesentlichen als Technikpionier und nicht primär als Pornounternehmen. In einem Interview mit dem Magazin Wired sagte er: »Es geht mir nicht wirklich darum, ein tolles Pornounternehmen aufzubauen, ich will einfach ein großartiges Unternehmen schaffen. Es geht um die Startup-Kultur, Unternehmertum, Silicon Valley und Philosophie.«

Ursprünglich schrieb Peterson unter VRporn.com Reviews zu VR-Inhalten und Meldungen zu Entwicklungen im VR-Bereich jedweder Art. »Ich schrieb technikorientierte Artikel und einen zu Erfahrungen mit CGI-VR im Erotikbereich. Diese Artikel zogen 20 Mal mehr Traffic auf die Seite als die anderen«, so Peterson. Mit dieser klaren Marschrichtung entschied er sich 2015 dazu, seine Seite konsequent auf ein Tube-Angebot für VR-Pornos auszurichten.

Sein Angebot lebt im Wesentlichen von Werbe- und Affiliate-Einnahmen durch  weitreichende Kooperationen mit führenden VR-Produzenten wie RealityLovers, BadoinkVR und VRBangers. Aber auch die VR-Angebote von etablierten Studios wie Naughty America und Kink.com sind auf der Seite zu finden.

Mit Ausnahme von KinkVR ist auch das Angebot noch nicht so tief ausdifferenziert wie normale Pornografie. Der überwiegende Teil des Angebots besteht aus Standardszenen, die POV-Ansicht ist in der Regel die eines heterosexuellen, weißen Mannes. Zwar gibt es inzwischen auch hin und wieder Angebote für Paare, bei denen auch eine POV-Ansicht aus weiblicher Sicht angeboten wird, doch zumeist bewegt sich eine Frau in standardisierten Szenen vor der Kamera.

Peterson sieht das pragmatisch: »Ich glaube, dass Produzenten einfach die Inhalte machen werden, die das größtmögliche Publikum finden.« Es ist allerdings davon auszugehen, dass mit zunehmendem Erfolg und wachsenden Umsätzen, die Angebote differenzierter werden und auch Nischen stärker bedient werden.

Hin und wieder scheint Peterson immer noch erstaunt über die Wendung, die sein Leben genommen hat: »Wenn man hier reinkommt, kann man nicht sofort erkennen, was wir tun. Im Grunde sind wir ein Tech-Unternehmen. Dabei sind wir aber sehr offen über das, was wir tun, wir sind sehr respektvoll miteinander. Unser Kern ist aber nach wie vor, dass wir VR lieben.« Beste Voraussetzung also um sich im zunehmenden Wettbewerb weiterhin durchsetzen zu können.

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