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Dienstag, August 22, 2017
Die Paten der Pornografie #3: Fabian Thylmann, die Sphinx hinter MindGeeks Aufstieg

Die Paten der Pornografie #3: Fabian Thylmann, die Sphinx hinter MindGeeks Aufstieg

XBIZ berichtet: »Der Autor und Regisseur Jon Ronson hat ein neues Audiobook herausgebracht. In ‘The Butterfly Effect’ findet sich auch ein intimes Interview mit Fabian Thylmann, der darin interessante Einblicke in den Aufstieg seines Pornounternehmens in die Weltspitze gibt.

Fabian Thylmann, das weiß man, war einst geschäftsführender Gesellschafter von Manwin, dem Sexkonglomerat aus dem 2013 MindGeek hervorgegangen ist, nachdem er seinen Anteil am Unternehmen an die Unternehmensleitung verkauft hat.

Thylmann erklärt Ronson im ersten Kapitel von »The Butterfly Effect«, wie er in den 90er Jahren als Teenager damit begonnen hat, Passwörter für Pornoseiten zu teilen und irgendwann einen Heureka-Moment hatte: ein Geschäftsmodell, bei dem gratis tonnenweise Pornos angeboten würden.

Nachdem er mit PornHub den größten Anbieter von Gratispornos geschaffen und als Vehikel genutzt hatte, kaufte Thylmann die kleine Techfirma Mansef aus Montreal, die später in Manwin umbenannt wurde.

Im April 2011 konnte Thylmann durch das immense Wachstum von Mansef einen Kredit über 362 Millionen Dollar von der Wallstreet-Investmentfirma Colbeck Capital aufnehmen, so seine Erzählung gegenüber Ronson.

»Ich kaufte einfach jedes [Sex]unternehmen, das zum Verkauf stand«, erzählt Thylmann. »Es war vollkommen irre.«

In der Tat kaufte Thylmanns Manwin die Bluechip-Studios Playground, Brazzers, Twistys und zahlreiche weitere Unternehmen, darunter auch die Tubeseiten YouPorn und RedTube.

In dem Interview sprachen Thylmann und Ronson auch über den sogenannten »Butterfly Effect«, ein zentrales Thema in Ronsons Buch – bei dem eine lokale Veränderung in einem komplexen System große Auswirkungen anderswo haben kann.

Für Thylmann stellte es sich so dar: das neue Geschäftsmodell für kostenlose Erwachseneninhalte würde so oder so kommen – ob mit oder ohne ihn.  »Ich habe mit vielen Leuten gesprochen, und viele sind sehr wütend darüber, wie es weiterging und wie es heute läuft«, so Thylmann gegenüber Ronson.

Thylmann gab zu, dass der Aufstieg der Tubeseiten der Welle an Onlinepiraterie folgte, und dass er schlicht von der ‘Unsicherheit’, die viele für Bezahlseiten spürten, profitiert habe.

»Ich muss mich nicht verstecken«, sagt er. »Das war eine geschäftliche Entscheidung.«

Ronson gibt an, dass sein Audiobook viel von Pornografie handle, dass es »aber auch um andere Dinge« gehe.

»Der Flügelschlag des Schmetterlings ist die Idee eines Jungen in Brüssel«, so Ronson, »Seine Idee war, wie man reich werden könne, indem man der Welt gratis Pornos zur Verfügung stellt. In sieben Folgen skizziere ich die Konsequenzen dieser Idee nach.«

Das erste Kapitel von ‘The Butterfly Effect’ enthält das Interview mit Thylmann, und man kann es hier gratis hören.«

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