Ein Blick in die Sexspielzeugindustrie Pakistans

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The Economist berichtet: »In einer kleinen, dunklen Fabrik in der pakistanischen Provinz beugen sich zwei Männer über ein Schleifrad. Sie glauben, dass sie chirurgische Instrumente herstellen. Doch wie viele der örtlichen Firmen, die Stahl- und Lederprodukte ins Ausland exportieren, hat auch diese ein neues Nebengeschäft für sich entdeckt. Die stählernen Stäbe, deren Kuppen die Männer sorgsam schleifen sind in Wirklichkeit Dildos. »Für die Männer ist das einfach nur ein weiteres Stück Metall«, sagt der Firmenbesitzer und nimmt einen der Stäbe hoch, um zu zeigen, wie einfach ausländische Kunden das glänzende Gerät greifen können.

Bisher hat sich das Risiko ausgezahlt. Ein örtlicher Hersteller von Lederwaren, der nur einer von 64 Sextoy-Fabrikanten der Stadt auf der Handelsplattform Alibaba ist, gibt an, dass nur ein kleiner Teil seines Umsatzes auf Fetischwaren fällt. Doch das Unternehmen kann bis zu 200% Gewinn bei einem erotischen Korsett oder einer heißen Polizeiuniform einspielen. Im Vergleich mit den lediglich 25% Gewinn, die bei Jacken und Handschuhen möglich sind, ist das ein bedeutendes Geschäft, das sich niemand entgehen lassen möchte. Um die Gefahr für Proteste zu minimieren, arbeiten in der Endfertigung nur besonders vertrauenswürdige Mitarbeiter. Für jene, die sich darüber beschweren, dass die Produkte des Unternehmens unverheiratete und homosexuelle Menschen zu sexuellen Handlungen verleiten könnten – was für beide Gruppen in Pakistan verboten ist – hat der Sohn des Firmenbesitzers eine klare Antwort: »Was ist denn, wenn ein schwuler Mann eine [normale] Jacke von uns trägt?« Das Unternehmen wisse nicht und habe sich auch nicht dafür zu interessieren, wie die Kunden seine Produkte verwenden.

Weniger flexible Geschäftsleute lassen sich somit ein profitables Geschäft entgehen. Durch den internationalen Erfolg von »Fifty Shades of Grey«, einem Erotikfilm, der noch nicht in Pakistan in den Kinos war, (wenngleich er natürlich über YouTube und ähnliche Portale auch in Pakistan zugänglich ist), haben die weltweiten Umsätze mit Sextoys über 15 Milliarden Dollar jährlich erreicht. Und die jüngsten Entwicklungen machen Pakistan noch attraktiver. Die örtlichen Hersteller können nicht mit Gummiproduzenten konkurrieren, da der Latex, den sie aus China importieren müssten, hohen Zöllen unterworfen ist. Doch die Konsumenten aus dem Westen entscheiden sich seit den Berichten über krebserregende Chemikalien in chinesischem Spielzeug immer häufiger für alternative Materialien. In seinem Büro lädt der Firmeneigentümer mich dazu ein, zu fühlen, wie glatt seine Angestellten den Dildo poliert haben. »Sie können pakistanischen Stahl sehr lange nutzen«, sagt er zufrieden lächelnd. »Er rostet weitaus später als Stahl aus Indien oder China.«

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