Kommt es jetzt zu Lieferengpässen bei Kondomen?

Goh Miah Kiat Kondome

In zwei Monaten könnte es zu einer spürbaren Verknappung bei Kondomen kommen.  Anders als bei Klopapier liegt das allerdings weniger an Hamsterkäufern als viel mehr an tatsächlichen Produktionseinbrüchen, da die Lieferketten coronabedingt ins Stocken geraten sind.

Laut einem Bericht des Wirtschaftsmagazins Bloomberg warnt Karex, der weltgrößte Hersteller von Kondomen, dass es weltweit zu einem baldigen Engpass beim Nachschub an Kondomen kommen könnte. Das Unternehmen mit Sitz in Malaysia, das für gut 20% der gesamten Kondomproduktion der Welt verantwortlich ist, meldet, dass der Nachschub bereits um 50% gefallen ist und die Vorratslager nur noch zwei Monate ausreichen.

Produzent für Durex von Fabrikschließungen betroffen

Der Hersteller produziert unter anderem für VENUS-Aussteller Durex und bringt in einigen Ländern auch eigene Kondommarken auf den Markt. Insgesamt werden Karex-Kondome in 140 Ländern der Welt vertrieben, laut Unternehmensangaben produzieren die Fabriken normalerweise 5 Milliarden Kondome pro Jahr.

Karex hatte im Zuge der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus seine Fabriken schließen müssen und konnte erst letzten Freitag die Produktion wieder aufnehmen – allerdings noch immer nur mit halber Kraft. Die Fabriken in China und Indien sind am stärksten von Lockdown-Maßnahmen betroffen. Derzeit kann das Unternehmen nur auf die Hälfte seiner Mitarbeiter zurückgreifen.

Steigende Nachfrage aufgrund von Ausgangssperren

Während Produktionsausfälle und verringerter Nachschub den Markt bereits belasten, nimmt gleichzeitig die Nachfrage massiv zu. In manchen Ländern setzen zweistellige Zuwachsraten die Hersteller zusätzlich unter Druck.

Goh Miah Kiat, der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, vermutet, dass die Ausgangssperren und Stay-At-Home-Anordnungen nicht nur zu Hamsterkäufen führen, sondern die Menschen auch mehr Zeit für Sex haben. Gleichzeitig aber führen Zukunftsängste dazu, dass weniger Menschen Kinder bekommen wollen und vermehrt verhüten.

Steigende Kosten führen zu Preissteigerungen bei Kondomen

In einem Interview sagte der Kondom-Boss: »Ich würde definitiv sagen, dass wir eine nie dagewesene Situation erleben, wir haben noch nie eine solche Disruption erlebt.« Mit der Warnmeldung will Karex offenbar Handel und Verbraucher auf weitere schlechte Nachrichten einschwören. Er fährt fort: »Wir bezahlen unseren Angestellten immer noch vollen Lohn, aber sie kommen nur die Hälfte der Zeit, es wird also zu steigenden Kosten kommen.« Neben der Verknappung werden also auch gestiegene Kosten zu höheren Preisen führen.

Weitere Informationen zu Karex finden Sie hier. Den Auftritt der zum Reckitt Benckiser-Konzern gehörenden Marke Durex erreichen Sie über diesen Link.

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