Erstes Bestattungsinstitut für Sex Dolls eröffnet in Japan

Bestattungsinstitut für Sex Dolls Japan

Je ausgefeilter Sexpuppen werden, desto enger binden sich die Menschen an ihre artifiziellen Begleiter. Doch was, wenn für die Puppe kein Platz mehr ist oder sie beschädigt wurde und entsorgt werden muss? Aufgrund ihrer Größe und der teils vielfältigen Bestandteile und Rohstoffe sind die Puppen nicht für den Hausmüll geeignet. Und außerdem, wo bleibt die Pietät? In Japan hat sich ein findiges Unternehmen daran gemacht, Beerdigungen für Sexpuppen anzubieten.

Hochpreisige Sexpuppen werden immer ausgefeilter und lebensechter. Jahr für Jahr kann man beispielsweise bei RS Dolls auf der VENUS Berlin die Fortschritte und Lebensechtheit der zwischen 800 und 5000 Euro gepreisten Puppen unter die Lupe nehmen.

In Japan herrscht bekanntermaßen eine relativ hohe Aufgeschlossenheit für die Novitäten der Sextoy-Branche. Und auch beim Verkauf der neusten Sexpuppen und Roboter nimmt das Land eine führende Position ein.

Da nimmt es nicht Wunder, dass auch die Frage der Entsorgung der teils mit hochwertigen Materialien und schwer zu recycelnden Rohstoffen hergestellten Puppen in Japan als Erstes genauer bedacht wird. Statt die einstige Bettgefährtin lieblos wegzuwerfen, fragen sich die Besitzer wie sie ihre nicht mehr benötigte oder ausrangierte Puppe loswerden können.

Seit Mitte Januar bietet die Ningen Love Doll Company aus Higashiosaka City, Osaka in solchen Fällen einen besonderen Service: Beerdigungen für Sexpuppen, auf Wunsch mit Aufbahrung und Beerdigungsfeier unter feierlicher Anleitung von Rei Kato, einer japanischen Pornodarstellerin.

Das Grundpaket ist für 50.000 Yen zu haben. Dabei kann der Besitzer der Puppe aber nicht anwesend sein. Die Firma fertigt lediglich ein Foto und ein Zertifikat der Zeremonie an und sendet die Puppe dann an eine Sondermüllanlage. Wer weniger Geld ausgeben will, kann seine Puppe auch für 30.000 Yen verabschieden, dann aber werden mehrere Puppen gleichzeitig in einer gemeinsamen Zeremonie »beerdigt« und dann entsorgt.

Für 90.000 Yen aber wird die Beerdigung zu einem echten Erlebnis für den ehemaligen Besitzer der Sexpuppe. Dieser kann der Beerdigungszeremonie dann beiwohnen, auf Wunsch wird die Puppe vor seinen Augen mit einem besonderen Schwert zerteilt, ein Brief des Eigentümers wird als Abschied verlesen und der Eigentümer kann mit einem Video der Zeremonie und einem Körperteil der Puppe als Andenken nach Hause fahren.

In Japan ist die ganze Idee nicht so abwegig, wie es einem hierzulande vielleicht scheinen mag. Beerdigungen für Spielzeug, Roboter und andere Objekte sind nicht selten. Leblose Objekte verfügen in der japanischen Vorstellung durchaus ebenfalls über eine Seele. Was einem aus westlicher Sicht also vielleicht etwas dekadent oder bizarr vorkommt, ist eine würdevolle Verabschiedung eines Gegenstands, der mehr bedeutet und ist als ein reines Objekt.

Schließlich entsteht auch zu Objekten bisweilen eine emotionale Bindung. Bei einer Love Doll, mit der man sehr intime Stunden verbringt und deren Eigentümer oftmals nicht nur ihre sexuelle Lust, sondern auch andere Szenarien mit den Puppen ausleben, gilt dies umso mehr.

Weitere Informationen finden Sie hier.

 

 

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