CTA knickt ein: Jetzt doch CES Award für Lora DiCarlo

Lora Haddock DiCarlo

Nach der umstrittenen und peinlichen Entscheidung der Consumer Technology Association dem Sextoy-Startup Lora DiCarlo einen bereits zugesprochenen Award aufgrund fragwürdiger Grundsatzbedenken noch vor der Verleihung zu entziehen, korrigiert sich der Veranstalter der CES grundlegend. Das Sex-Tech-Unternehmen soll den Preis doch erhalten.

Wie wir berichtet haben, sollte das von Lora Haddock gegründete Sextoy-Startup Lora DiCarlo auf der diesjährigen Consumer Electronic Show (CES) für den innovativen Stimulator Osé ausgezeichnet werden. Der Award in der Sparte Robotik & Drohnen war schriftlich angekündigt und dann kurze Zeit später wieder aberkannt worden.

Die Begründung lautete, Sextoys verstießen gegen die Satzung der Awards, nach der keine Produkte ausgezeichnet werden dürfen, die »unmoralisch, obszön, derb oder dem Image der CTA abträglich« seien. Eine fragwürdige Entscheidung, die viel  Kritik nach sich zog, auch weil auf der Messe nicht nur zahlreiche Sextoy-Hersteller und Pornoproduzenten ausstellen, sondern obendrein in der Vergangenheit mehrfach Sextoys für Männer ausgezeichnet worden sind. Ein PR-Gau für die Messe und eine exzellente Werbung für Lora DiCarlo, das in der Folge weltweit Unterstützung und Schlagzeilen erhielt.

Shitstorm für CTA – Gratiswerbung für Lora DiCarlo

Haddock selbst nutzte die Entscheidung der Messe für clevere Kritik. In einem offenen Brief erwähnte sie auch, dass auf der CES auch Sexpuppen für Männer ausgestellt werden und VR-Pornografie an den Ständen bewundert werden könne. Alles Angebote, die überwiegend von Männern in Anspruch genommen werden. Somit verband Haddock Eigenwerbung mit Kritik und vermischte es mit den gegenwärtigen feministischen Debatten.

Die ursprüngliche Entscheidung, das Unternehmen auszuzeichnen, fußte auf guten Gründen: acht Einzelpatente gehören Lora DiCarlo, das erst 2017 gegründet wurde. Und alle Patente sind in den Osé eingeflossen. Angeblich soll das Produkt freihändig funktionieren und außerdem alle Berührungen von Mund, Zunge und Finger realitätsnah nachahmen können.

Rolle rückwärts: CTA korrigiert Entscheidung

Nun also rudert die CTA mit reichlich Verspätung zurück. Lora DiCarlo soll die Auszeichnung doch erhalten. Jean Foster, Vizepräsidentin der CTA sagte im Interview mit dem Magazin Fortune: »Die CTA ist bei dem Award nicht korrekt vorgegangen. Dies hat intern einige wichtige Debatten ausgelöst und zur Heranziehung externer Berater geführt, mit deren Hilfe wir versuchen wollen die Messe zu verbessern.«

Die Aussagen deuten auf heftigen Widerstand und Streit in der Führung der CTA, die offenbar beigelegt wurden. Inwiefern das peinliche Hin und Her wirklich für einen kulturellen Wandel in der Organisation gesorgt hat, ist unklar. Es bleibt abzuwarten, wie mit Erotik und Sextoy-Produkten in Zukunft auf der Messe und den CEA Awards umgegangen wird.

Hier die Webseite von Lora DiCarlo, die den Start des Osé für den Herbst 2019 ankündigt.

 

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