Elfenbein-Dildo aus dem 19. Jahrhundert erneut versteigert

antique dildo

Der vor zwei Jahren bei einer Auktion versteigerte antike Dildo aus Elfenbein schien bei seinem neuen Besitzer keine rechte Freude aufkommen zu lassen. Aus unbekannten Gründen kam das Sammlerstück erneut unter den Hammer.

Bei der Auktion vor zwei Jahren hatte ein US-Amerikaner den kostbaren Elfenbein-Dildo ersteigert. Ursprünglich stammt der elfenbeinerne Dildo in einem Lederetui mit gläsernem Deckel aus den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts. Ein vermögender Ire hatte das Sexspielzeug seiner Frau von einer Indienreise mitgebracht. Das Auktionshaus gab 2017 an, dass der betreffende Schenker den Elefanten vielleicht sogar selbst erlegt hat, da man von ihm weiß, dass er zu der Zeit an Elefantenjagden teilgenommen hat.

»Ein Familienmitglied hat ihn in einer Schublade gefunden und eher aus Spaß zur Auktion angeboten«, erzählte damals Auktionator Damien Matthews. »Wir glauben, dass das Elfenbein aus den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts stammt. Der betreffende Käufer, der ursprüngliche Besitzer, war zu dieser Zeit in Indien, wo er selbst einen Elefanten erlegte und den Stoßzahn mit nach Hause brachte.«

Kostbares Elfenbein zu Lustobjekt geschnitzt

Man geht davon aus, dass der Elfenbeinzahn um die Jahrhundertwende in China in die Form des Lustobjektes geschnitzt wurde. Am unteren Ende des Elfenbeins wurde ein Herz eingeritzt und außerdem eine kleine Tasche, in der die Frau eine Locke des Ehemanns aufbewahren konnte. Die eigens gefertigte Holzkiste zur Aufbewahrung des kostbaren Spielzeugs wurde wiederum eigens in Irland hergestellt.

Ein anonym gebliebener Sammler aus den USA konnte den Dildo bei der Auktion 2017  erwerben.

Irische Sexshop-Betreiberin gewinnt die Auktion

Nun kam das Stück erneut unter den Hammer. Diesmal organisierte die Sex-Shop-Besitzerin Shawna Scott aus Irland eine Twitter-Kampagne, um genug Mittel zusammenzubringen, um den Dildo wieder nach Irland zurückzuholen. Die Betreiberin von Sex Siopa hatte schon vor zwei Jahren über die Auktion gelesen und war sehr enttäuscht, den Dildo nicht erwerben zu können. Als sie las, dass die neue Auktion stattfinden würde, fasste sie sich ein Herz und organisierte auf Twitter ein Crowdfunding.

Dazu appellierte sie an das irische Nationalbewusstsein. In einem Interview mit der Irish Times sagte Scott: »Mir ist das Herz in die Hose gerutscht, als der Dildo damals verkauft wurde. Es schien mir wie ein wichtiger Teil der irischen Sexgeschichte. Ich glaube, dass wenn Objekte nichts mit der großen Hungersnot oder 1916 zu tun haben, wird die irische Geschichte oft vergessen oder nicht priorisiert.«

Sexgeschichte Irlands facettenreicher als gedacht

Scott verweist auf die kulturelle Bedeutung des Dildos: »Zu jener Zeit ist so viel geschehen. Die Menschen starben vor Hunger und währenddessen bringt da einer seiner Ehefrau so etwas mit nach Hause. Ich werde oft gefragt, wie zugeknöpft die Menschen in Irland sind. Und ich glaube, das Objekt zeigt, dass wir liberaler sind, als wir denken.«

Die Macht der Crowd: Irland bekommt Elfenbein-Dildo zurück

Ihr eigenes Budget reichte weder vor zwei Jahren noch jetzt, um das wertvolle Sammlerstück zu erwerben. Also versuchte sie die Macht der Crowd für die irische Sexgeschichte wirken zu lassen. Wenige Stunden vor Beginn der Auktion begann sie auf Twitter, um Gelder zu werben.

Und siehe da, sie hatte Erfolg. Am 29. Juli konnte sie um 9:22 auf Twitter vermelden: Der Dildo kehrt nach Irland zurück, die Crowd hatte es geschafft. Für 620 Euro konnte Shawna Scott den Dildo schließlich erwerben. Nun plant sie das Artefakt einem Museum zu schenken.

 

Den Twitter-Account der cleveren Irin finden Sie hier. Den Webauftritt des Sexshops können Sie mithilfe dieses Links erreichen.

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