Im Morgenfernsehen: Dame kämpft für Recht auf U-Bahn-Werbung

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Die PR-geschulten Gründerinnen des Sextech-Startups Dame Inc, Alexandra Fine und Janet Lieberman, konnten im amerikanischen Frühstücksfernsehen des Senders NBC öffentlichkeitswirksam über den Gerichtsprozess sprechen, den das Unternehmen gegen die New Yorker U-Bahn-Gesellschaft angestrengt hat.

Die Today Show gehört noch immer zu den Flaggschiffen im us-amerikanischen Frühstücksfernsehen. Viele Menschen beginnen damit traditionell ihren Start in den Tag. Und noch immer ist es so, dass das Frühstücksfernsehen demografisch vor allem von Frauen gesehen wird. Eine ideale Sendung also für einen Sextoy-Hersteller. Fernsehwerbung ist dabei meist teuer und aus Zensurgründen meist auch nicht möglich.

Wenn man allerdings konstant nachrichtenrelevante Schlagzeilen liefert, kommt man auch als Sexspielzeug-Hersteller in die Mainstream-Medien. Einigen hippen Startups und vielen der Pornostreamer gelingt das immer wieder.

Diskriminierung? Klage gegen New Yorker U-Bahn

Derzeit streitet sich das junge Unternehmen, das mit wenigen, aber gut durchdachten Produkten im Bereich Frauen-Toys am Markt ist, mit dem New Yorker U-Bahn-Betreiber Metropolitan Transportation Authority (MTA) vor Gericht. Eine mit Outfront Media, der Anzeigenfirma der MTA, entworfene Kampagne wurde im letzten Moment aufgrund »moralischer« Bedenken gestoppt. Die beiden Gründerinnen sehen dabei eine unerlaubte Diskriminierung und klagen auf Schadensersatz und auf das Recht, die Kampagne durchführen zu dürfen.

Lieberman und Fine berichten, dass sie sich bereits seit fast einem Jahr um die gestoppte Kampagne mit Outfront Media streiten. Die beiden sind überzeugt, dass auch das Recht der freien Meinungsäußerung und die gesetzlich verankerte Gleichberechtigung bei der Ablehnung der Dame-Kampagne verletzt wurden. Dafür wollen sie 150.000 Schadensersatz von Outfront.

Werbung heißt Zugang zum Mainstream

Lieberman sagt dazu im Today-Interview: »Werbung hat einen großen Einfluss auf die Beschaffenheit unserer Gesellschaft. Sie kontrolliert, was wir sehen und was wir für werthaltige Produkte halten, für die wir Geld ausgeben oder die wir für wichtig erachten.«

Um ihre Argumentation zu stärken, verweisen die beiden Gründerinnen auch auf bereits gelaufene Werbekampagnen mit sexueller Konnotation und Produkten, die mit Sexualität zu tun haben. So werden leistungssteigernde Pillen und Mittel gegen Erektionsstörungen immer wieder in der New Yorker U-Bahn beworben. Auch Anzeigen für Schönheits-OPs und Brustvergrößerungen seien mehrfach geschaltet worden.

Warum ausgerechnet Produkte für die sexuelle Lust der Frau und zur Bekämpfung der Orgasmuslücke nun gegen die guten Sitten verstoßen sollen, leuchtet den beiden nicht ein: »Wenn man sexuelle Inhalte in Werbeanzeigen für nicht-sexuelle Unternehmen erlaubt, aber im Sexmarkt aktiven Unternehmen nicht gestattet, nicht-sexuelle Werbeanzeigen zu schalten, dann frage ich mich, wie das zusammenpassen soll.«

MTA will für Sexspielzeug gar nicht mehr werben

Die MTA ihrerseits bestreitet vehement, dass die Ablehnung der Anzeige eine Diskriminierung von Frauen darstelle. In einem kurzen Statement verweist das Unternehmen darauf, dass »Werbeanzeigen für Sexspielzeug sind für beide Geschlechter nicht zugelassen.« Von der FDA zugelassene Medikamente auch zur Luststeigerung oder zur Bekämpfung von Erektionsstörungen hingegen seien zugelassen. Aus Sicht der MTA gibt es also keine Ungleichbehandlung.

Aktivismus kann zu Gratis-Werbung führen

Dame dürfte all der Wirbel dennoch nicht ungelegen kommen. Gratis-Werbung in der Today Show dürfte ein Vielfaches mehr wert sein, als eine Anzeige in der weithin unbeliebten New Yorker U-Bahn.

Dennoch zeigt sich Alexandra Fine ein wenig genervt: »Wir würden unsere Zeit lieber damit verbringen, den Menschen zu zeigen, wie man beim Sex Spaß haben und sich mit dem eigenen Körper wohlfühlen kann, aber um das zu tun, müssen wir nun mal auch dafür argumentieren und für unsere Rechte kämpfen.«

Wenn Sie mehr über Dame und das Angebot des Unternehmens erfahren möchten, klicken Sie hier. Das Interview mit den beiden Gründerinnen können Sie mithilfe dieses Links ansehen.

 

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