Kubaner fordern Legalisierung von Sexspielzeug

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Eine Ausstellung mit handgemachtem Sexspielzeug scheint in Kuba eine Revolution angezettelt zu haben. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dass nach einer Ausstellung, in der Sextoys als Kunst deklariert zu sehen waren, immer mehr Forderungen aufkommen, das Verbot von Sexspielzeug aufzuheben.

Drei kubanische Künstler wurden zu ihrer eignen Überraschung mit einer Kollektion von Sextoys und einem improvisierten Popup-Sexshop auf die Havana Biennale, eine kubanische Kunstausstellung eingeladen. Nun zeigt sich, dass die Kubaner es satt haben, dass die Regierung in ihr Sexleben hineinregiert. Die Bürger des Landes fordern die Aufhebung des Verbots von Sexspielzeug.

Yanahara Mauri, Javier Alejandro Bobadilla und Joan Díaz haben offenbar eine Revolution auf der seit Jahrzehnten unter kommunistischer Herrschaft stehenden Insel angezettelt. Bisher allerdings bezieht sich dies vor allem auf die Verfügbarkeit von Sextoys, die trotz der eher offenen und liberalen Kultur in Bezug auf Sexualität in dem Land bisher verboten sind.

Sextoys sind auf Kuba verboten

Auf Kuba existieren bisher keine legalen Sexshops und der Verkauf importierter Sextoys findet unter der Ladentheke oder aus Kofferräumen in kleinen Gässchen statt. Offenbar haben Sextoys in dem Land den Ruf vor allem für Homosexuelle gedacht zu sein und die männliche, heterosexuelle Oberschicht im kommunistischen Inselstaat sieht im Lustspielzeug offenbar eine Gefahr für ihr eigenes Ego.

So zumindest erklären sich die drei Künstler das bisherige Verbot. Deren Kunstkonzept für die Ausstellung bei der Havana Biennial wurde von offizieller Seite genehmigt, so dass die drei mit in der Ausstellung einen Popup-Sexshop aufgezogen haben.

Kunstprojekt führt zu lautstarken Forderungen nach Legalisierung

Für ihren Laden schufen die drei in der Cuban Art Factory phallische Skulpturen in bunten Farben, auf denen sie kubanische Revolutionsslogans wie Che Guevaras »Hasta la victoria siempre« [Dt.: Immer bis zum Sieg!] anbrachten.

Da viele der für Sextoys verwendeten Materialien auf der Insel selten sind, mussten die Künstler teils sehr kreative Lösungen finden. Für ihre Peitschen nutzten die drei Angelleinen und für die Formung von Dildos kam Kunstharz zum Einsatz. Die im Shop verkauften Produkte sind daher weit entfernt von westlichen Sicherheitsstandards und Komfort.

Dennoch betonen die Künstler, dass ihre Objekte nicht nur als Kunstwerke, sondern durchaus beim Sex eingesetzt werden können. Die Deklarierung des Projekts als Kunstwerk erlaubte den Verkauf der Toys, eine kommerzielle Herstellung jedoch wäre weiterhin verboten.

Tabubruch für selbstbestimmte Sexualität

Yanahara Mauri, die sich vor allem als Fotografin einen Namen gemacht hat, sagt dazu: »Wir wollen Tabus brechen. Im Rest der Welt ist das inzwischen völlig normal.«

Die schleichende Öffnung Kubas für Touristen aus dem Westen und immer stärkere westliche Einflüsse, die im Windschatten der Entspannungspolitik Obamas möglich wurden, haben die Saat für die Sextoy-Revolution auf Kuba gelegt.
Bisher illegaler Handel unter der Ladentheke
Ein illegaler Onlineshop ist auf der Insel bereits aktiv. Der 25-jährige Besitzer, der anonym bleiben wollte, hat Reuters ein Interview gegeben und sagt: »In den letzten zwei Jahren hat sich die Nachfrage verdoppelt.«

Online-Marktplätze und Mund-zu-Mund-Propaganda haben bereits für einen schwunghaften Handel mit Sexspielzeug gesorgt. Dennoch haben die drei Künstler mit ihrem Popup-Store zum ersten Mal im öffentlichen Raum Sexspielzeug vorgestellt.

Alle Kunstwerke ausverkauft: Zahlreiche Vorbestellungen

Inzwischen sind alle 500 Objekte, die die drei für ihren Laden geschaffen hatten, ausverkauft. Vorbestellungen für weitere haben sie auch entgegengenommen.

Das Projekt der drei Sexrevolutionäre heißt »Consolez Vous« und seit dem Ende der Havana Biennale findet sich ihr Popup-Store in der Graffiti-Galerie »Havana La Marca«. Dort wollen die Künstler auch weiterhin Sextoys verkaufen und ihre Objekte kommerziell herstellen. Dafür brauchen sie aber gewaltige Unterstützung von ihren künftigen Kunden. Ansonsten wird die Regierung kaum eine Legalisierung in Betracht ziehen.

 

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