Wie sicher ist Ihr Vibrator?

Vibratoren erleben in letzter Zeit einen wahren Boom, die Nachfrage nach den Geräten steigt – insbesondere durch die enorme Popularität von 50 Shades of Grey. Und warum auch nicht? Derzeit werden jährlich 60 Millionen Vibratoren verkauft. Der britische Händler Lovehoney schätzt, dass der globale Markt für Vibratoren bis 2020 auf 64 Milliarden Dollar jährlich anwachsen wird – in etwa so viel, wie Smartphones heute erwirtschaften.  

Die neuste Generation von Vibratoren zeigt eine große Vielfalt an Mustern, Größen, Materialien wie Metall und Glas, Formen, Texturen und Vibrationsstufen. Doch auch, wenn die zahlreichen Funktionen und Farben sie als Luxusprodukte erscheinen lassen, werden viele Vibratoren aus minderwertigen Materialien gefertigt, die negative Auswirkungen auf die Gesundheit von Frauen haben könnten.

Woran liegt das? Die Ursache dafür ist Plastik von schlechter Qualität, das Bisphenol A, PVC und Phthalate enthält – Weichmacher, die Plastikprodukte flexibler machen sollen. Die Verbraucherschutzorganisation Choice gibt an, dass die chemischen Inhaltsstoffe endokrin wirksame Stoffe sein könnten, was bedeutet, dass sie die natürlichen Körperhormone nachahmen, was eine ganze Reihe von Gesundheitsproblemen auslösen kann.

Laut Choice “gibt es zunehmende wissenschaftliche Hinweise, dass BPA und Phthalate selbst in geringer Konzentration Probleme wie Unfruchtbarkeit, Fettleibigkeit, Brustkrebs, Prostatakrebs, Herzerkrankungen und Diabetes hervorrufen können.”

Umgangene Richtlinien

Trotz etablierter Richtlinien für Produkte, die diese schädlichen Chemikalien enthalten, sind Sexspielzeug-Hersteller sehr kreativ darin, diese Richtlinien zu umgehen.

“Durch die Umbenennung von Vibratoren in ‘novelty toys’ umgehen die Hersteller strikte Regeln, die von der Therapeutic Goods Administration erlassen wurden”, so Dr. Judith Glover, Bereichsleiterin für Industriedesign an der RMIT University in Melbourne. Dort gibt sie Kurse mit Titeln wie “Future Sex”, die sich um die Zukunft des Designs für Sexspielzeug drehen. “Leider bedeutet das, dass Massen an billigen Vibratoren von China aus nach Australien kommen, die meisten davon sind aus minderwertigem Plastik hergestellt, der voller ungesunder Chemikalien steckt.”

In anderen Ländern sind Behörden längst besorgt über schädliche Bestandteile in Alltagsgegenständen aus Plastik. Die Umweltschutzbehörde der USA, die EPA, hat ihre Besorgnis veröffentlicht, dass BPA “die Ausscheidung und Verarbeitung von im Stoffwechsel natürlich vorkommender Hormone” beeinträchtigen könnte. Währenddessen ist die EU so besorgt über diese Chemikalien, dass sie sechs Phthalate für die Spielzeugproduktion verboten hat, da sie als schädlich eingestuft werden – insbesondere auch deshalb, weil Kinder Spielzeug in den Mund nehmen könnten.

Gesundheitsrisiken

Angesichts dieser Entwicklung könnte das Einführen eines Vibrators in die Vagina, die ebenfalls eine Schleimhaut besitzt, ein Gesundheitsrisiko für Frauen darstellen. Darüber hinaus bergen Sextoys ein weiteres Risiko: je nach verwendetem Plastik kann Ihr Vibrator Infektionsrisiken für Sie nach sich ziehen.

“Sextoys können sexuelle Lust vertiefen, jedoch muss das Gerät sorgsam ausgewählt werden, um die Wahrscheinlichkeit für Infektionen mit Viren, Bakterien oder Hefekulturen zu minimieren”, sagt Deborah Bateson, medizinische Direktorin für die australische Family Planning Association NSW. “Während Vibratoren aus nicht porösem Plastik gründlich gereinigt werden können, können aus porösen Materialien gefertigte Geräte Krankheiten übertragen, wenn sie ohne ein Kondom verwendet werden – insbesondere dann, wenn sie von unterschiedlichen Partnern geteilt werden.”

Wie man sichere Sextoys erkennen kann

Möchten Sie auf einen Chemie-Cocktail in Ihrem Sexspielzeug verzichten? Dann sollten Sie beim Kauf eines Vibrators auf folgende Dinge achten:

– Preis: Sehr billige Produkte werden oftmals aus billigem Plastik hergestellt.

– Ein strenger, chemischer Geruch – man nennt den zugrundeliegenden Prozess auch ‘Ausgasen’. Es bedeutet, dass der Vibrator potentiell gesundheitsschädliche Chemikalien abgibt. Wenn Sie ein Gerät besitzen, das davon betroffen ist, sollten Sie den Vibrator nur mit Kondom verwenden.

– Ein biegsames Gefühl deutet darauf hin, dass Phthalate verwendet wurden, dies gilt insbesondere für gallertartige und durchsichtige Vibratoren. Wenn Sie biegsame Vibratoren anfassen, spüren Sie möglicherweise auch einen öligen Film auf Ihren Händen. Das ist kein Gleitmittel, es ist ein Weichmacher im Plastik.

– Das Label: Behalten Sie im Hinterkopf, dass unseriöse Hersteller ihre Vibratoren auch dann als ‘BPA-frei’ deklarieren könnten, wenn diese es gar nicht sind. Wenn möglich, sollten Sie sich das gewünschte Modell in einem Laden anschauen und einmal daran riechen, bevor Sie es kaufen.

– Ziehen Sie Geräte in Betracht, die nicht aus Plastik sind: es gibt Vibratoren aus Edelstahl, Porzellan und stoßfestem Glas.

– Silikon-Varianten: Halten Sie Ausschau nach Silikon, das vom Hersteller als “medizinisch” deklariert wird.

– Wählen Sie Vibratoren von qualitativ hochwertigen Herstellern: Laut Glover gehören dazu “Lelo aus Schweden, We-Vibe und Swan aus Kanada, L’Amarouse aus Frankreich, Fun Factory aus Deutschland und Iroha aus Japan.”

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