Argentinische Regierung gibt Sextipps während Coronakrise

social distance

Auch in Argentinien wurden strenge Ausgangssperren und Schließungen angeordnet, um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu bekämpfen. Anders als in anderen Ländern aber macht sich die Regierung nicht nur um die wirtschaftlichen Folgen des Lockdowns Gedanken. Nun wurden Tipps für Intimität und Sexualität in Zeiten des Social Distancing ausgegeben.

Laut argentinischer Regierung seien virtueller Sex und Sexting adäquate Mittel, um auch bei erzwungener sozialer Distanz ein erfülltes Sexualleben zu haben. Dies wurde zumindest in einer täglichen Sendung verkündet, in der die Staatssekretäre im Gesundheitsamt Carla Vizzotti und Alejandro Costa sowie der Infektionsexperte Dr. José Barletta über Webcams, Videochat, virtuellem Sex und Sexting als gute Alternativen zu klassischem Sex sprachen.

Staatssekretärin Vizotti, die den Bereich für die öffentliche Gesundheitsversorgung leitet, sagte, dass sie zahlreiche Anfragen bekäme, wie man in der Corona-Krise mit Sexualität umgehen könne. Daraus habe sie abgeleitet, dass es viele Menschen betreffe, da sich eine größere Anzahl oftmals nicht traue, zu intimen Problemen Fragen zu stellen.

Der Gesundheitsexperte Dr. Barletta konnte zunächst einmal eine der Hauptsorgen nicht ausschließen. Eine direkte Übertragung durch Samenflüssigkeit oder Flüssigkeiten aus dem vaginalen oder analen Bereich sei nach bisherigen Kenntnissen nicht nachgewiesen, aber durchaus wahrscheinlich. Außerdem fügte Barletta hinzu: »Es ist deutlich, dass dieses Virus sehr leicht durch alltägliche Handlungen wie Küssen übertragen werden kann.«

Social Distancing müsse derzeit also unbedingt auch Geschlechtsverkehr mit Menschen miteinschließen, mit denen man nicht zusammen lebt. Gegen Dating-Apps an sich sei natürlich nichts zu sagen. Matchen kann man weiterhin und dann sich per Chat austauschen und für die Zeit danach verabreden oder miteinander per Whatsapp flirten oder sexten. Von einem direkten Treffen aber rät der Arzt dringend ab.

Auch bei der Selbstbefriedigung sollten die Menschen auf die verschärften Hygieneregeln achten und nicht nur ans Händewaschen, sondern auch an die regelmäßige Reinigung von Keyboards, Handys und anderen Geräten und Oberflächen denken, die beim Masturbieren verschmutzt werden könnten.

Aufgrund eines sehr rigiden Vorgehens und äußerst strenger Ausgangssperren gibt es in Argentinien bisher eher wenige Fälle von behördlich erfassten Corona-Infektionen. Um die 3000 Fälle und weniger als 150 Tote vermeldet das Land bisher. Im Nachbarland Brasilien unter der Führung des faschistischen Präsidenten Jair Bolsonaro tobt das Virus dagegen nahezu unbeschränkt. Zwar haben einige Bundesstaaten Ausgangssperren verhängt, der Staatschef jedoch verharmlost das Virus noch immer. Tausende von Tote sind bereits als direkte Folge dieser katastrophalen Politik zu beklagen, die Dunkelziffer dürfte immens sein.

Der argentinische Präsident hingegen agiert mit äußerster Vorsicht. Angesprochen auf die Sextipps seiner Staatssekretäre gibt er sich jedoch bedeckt. »Wenn diese Tipps vom Gesundheitsministerium ausgegeben werden, sollten Sie sie befolgen. Zwingen Sie mich nicht dazu, meine Meinung dazu zu sagen.«

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