Todesfälle im Juli und August: Joe Bolstad, Robbie Fischer, Brandon Iron

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In den letzten Wochen hat die Branche mehrere Todesfälle zu beklagen. Neben Joe Bolstad, dem Gründer des Erotikunternehmens Kama Sutra, verstarben auch der Regisseur Robbie Fischer und der Gonzo-Pionier Brandon Iron.

Joe Bolstad, der Gründer des Erotikunternehmens Kama Sutra ist am 20. August im Alter von 84 Jahren in seinem Haus in Kalifornien gestorben.

Das von ihm und Hal Hauser 1969 gegründete Unternehmen konnte sich in Zeiten von Gegenkultur und sexueller Revolution rasch etablieren. Das erste Produkt von Kama Sutra war ein Massageöl, das sich immenser Beliebtheit erfreute und den Grundstein für den Erfolg der Firma legte, die dieses Jahr ihren 50. Geburtstag feiert.

Joe Bolstad wurde in Minnesota geboren und studierte an der dortigen Universität, bevor er zwei Jahre lang in der Armee diente. Kurz nach seiner Entlassung vom Dienst zog der künftige Unternehmer nach Kalifornien und studierte dort am Art Center College of Design. Vor der Gründung seines Unternehmens arbeitete Bolstad mehrere Jahre in einer Werbeagentur in Los Angeles.

1969 tat er sich mit Hal Hauser zusammen und gründete Kama Sutra. Bolstad verstand sein Unternehmen durchaus als Teil der Gegenkultur. Aus seiner Sicht sollten die sinnlichen Produkte des Unternehmens Menschen zusammenbringen und das den Hippies so wichtige Motto »Make Love Not War« unterstützen. Doch die Popularität der Produkte hielt sich bis heute, so dass das Sortiment von Kama Sutra inzwischen über 100 Artikel umfasst.

In einem Interview mit dem Branchenmagazin AVN sagte Bolstad dazu: »Irgendwie scheinen unsere Produkte für jede neue Generation zu funktionieren, und wir bekommen die gleiche Reaktion von 20-Jährigen wie von 60-Jährigen, die unsere Produkte bereits benutzt haben, als sie 20 waren.«

Zwar war Bolstad bis zum Ende seines Lebens im Unternehmen aktiv, die Leitung übernahmen aber vor zehn Jahren seine Frau Marla Lee sowie die Söhne Nicholas und Patrick.


Der Regisseur Robbie Fischer ist tot. Die genauen Umstände seines Todes wie auch sein Alter sind den Branchenmedien bisher nicht bekannt. Sein Tod wurde von Freunden aus seinem Umkreis bestätigt.

Einen Namen machte sich Fischer mit Gonzo-Filmen, die er seit 2002 für das Pornostudio Red Light District drehte. Ab 2004 arbeitete er für Anabolic Video, die die bekannte Bring Em Young-Reihe herausbrachten. Dort drehte er bis 2007 mehrere Filme. Ein ehemaliger Kollege weist darauf hin, dass Fischer in seinen Filmen eine persönliche Note hinterließ. Die Darstellerinnen sollten in seinen Filmen stets Wollhöschen tragen.

2007 verließ Fischer die Branche und wurde Fitnesstrainer. Ehemalige Kollegen sagen, dass sie seit Jahren nichts mehr von ihm gehört hatten.


Nachdem wochenlang besorgte Gerüchte die Runde machten, wurde es nun traurige Gewissheit: Brandon Iron ist tot. Der genaue Todeszeitpunkt ist nicht klar, aber Mitte April scheinen zahlreiche Kollegen und Geschäftspartner des Pornodarstellers und Regisseurs den Kontakt zu ihm verloren zu haben. Im Juli wäre der Gonzo-Pionier und Erfinder der einflussreichen Reihe »Slap Happy« 51 Jahre geworden.

Zum Zeitpunkt seines Todes lebte Iron bereits seit einigen Jahren mit seiner Freundin und der gemeinsamen Tochter im irischen Dublin. Seine Freundin war es auch, die den Tod des beliebten Darstellers Branchenmedien gegenüber bestätigte.

Brandon Iron wurde im kanadischen Alberta geboren und studierte Englisch. Ab 1991 begann er, gelegentlich in der Erotikbranche zu arbeiten, doch erst 1997 drehte er Vollzeit. Ab 2000 arbeitete Iron auch als Regisseur und war für die Studios Extreme Associates, Devil’s Film, Premiere Pictures und Red Light District. Ab 2003 produzierte er frei für Platinum X Pictures.

2007 gründete Iron sein eigenes Studio Brandon Iron Productions und ging eine Distributionspartnerschaft mit dem Studio JM Productions ein.

Als Pionier im heute allgegenwärtigen Gonzostil wurde er insbesondere durch Slap Happy berühmt, eine Reihe, die aufgrund ihrer mit Ohrfeigen und mit misogynen Stereotypen spielenden Szenarien recht brutal anmutete und Maßstäbe setzte. Heutzutage sind Ohrfeigen, Spucken und leichtes Würgen Standards selbst in Mainstream-Titeln. Anders als spätere Produktionen oder wirklich misogyn angelegte Reihen wie FacialAbuse schien die Action aber stets humorvoll und einfach eine dominante sexuelle Spielart von vielen.

in den letzten Jahren produzierte Iron vor allem für seine eigene Webseite und verkaufte Clips über den Clipseitenbetreiber ManyVids. Sein letztes Studioprojekt war 2015 für Smash Pictures der Film Shade X.

Zahlreiche Branchenvertreter haben sich zu Irons Tod geäußert und sind über das plötzliche Ableben bestürzt.

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