Religiöse Fanatiker beschweren sich über Obdachlosenhilfe von Stripclub

Déjà Vu tent

Eine besorgte, religiös motivierte Mutter versucht derzeit in Las Vegas einem Stripclub zu untersagen, Zelte mit dem Logo des Clubs an Obdachlose zu verteilen. Ein gutes Beispiel dafür, dass in einem der reichsten Länder der Welt oftmals harmlose Erotik für perverser gehalten wird als massive Armut. Eine mehr als fragwürdige Auslegung des Christentums.

Die Stripclub-Kette Déjà Vu gehört zu den großen Marktteilnehmern in den USA und kam kürzlich auch dadurch in die Schlagzeilen, dass das Unternehmen den Pornostar Stormy Daniels als PR-Gesicht angeheuert hat.

Déjà Vu engagiert sich aber auch sozial und versucht Obdachlosen mit kostenlos verteilten Kleinstzelten durch die schwierigsten Monate des Jahres zu helfen. Das Logo der Stripclub-Kette befindet sich auf den Zelten, und man kann durchaus an der Selbstlosigkeit einer barmherzigen Aktion zweifeln, wenn damit die Zurschaustellung eines Firmenlogos verbunden ist.

Dennoch geht es hier ja auch um reale Hilfe für wirklich Bedürftige in Not; im Winter zumindest Zeltstoff über dem Kopf zu haben und zumindest einen winzigen Rückzugsraum zu finden, dürfte vollkommen aufwiegen, dass das finanzierende Unternehmen auch Werbezwecke mit der Aktion verbindet. 50.000 Dollar hat Déjà Vu für die Produktion und Verteilung der Zelte für Obdachlose ausgegeben.

Das hat eine religiös motivierte Mutter aus Las Vegas offenbar nicht davon abgehalten, sich über die Zelte mit dem Stripclub-Logo zu beschweren. Die Omnipräsenz des Firmennamens zwinge die Mutter von zwei Kindern nun dazu, ihren Kindern zu erklären, was Déjà Vu sei.

Megan Schwartz ist Sprecherin für das Unternehmen. Sie sagt zu dem Vorgang: »Ich glaube, dass es recht traurig ist, dass die Stadt ein Verbot gegen öffentliches Campen verhangen hat, das zwar erst Anfang Februar 2020 in Kraft tritt, aber wir sind schon jetzt bereit, unseren Teil zu leisten, wann immer wir können.«

Der lokale US-Nachrichtensender KNTV berichtete: »Unsere Zuschauerin, die anonym bleiben möchte, hat 13 Action News gesagt, dass sie ihre kleinen Kinder auf der Bonanza Road Richtung Innenstadt fuhr, wo ihre Kinder die Zelte sahen und sie über Déjà Vu befragten. Die Mutter sagte, dass sie fassungslos gewesen sei und das Unternehmen als ‚unmoralisch‘ und ‚ekelhaft‘ beschimpft habe.«

Déjà Vu lässt sich solch hanebüchene Menschenfeindlichkeit zum Glück nicht gefallen. Das Club gab bekannt: »Wir wurden kürzlich darauf aufmerksam, dass einige Gemeindemitglieder erbost darüber sind, dass die obdachlose Bevölkerung in Las Vegas nun Kleidung und Zelte mit unserem Logo haben. Es ist zu 100% wahr, dass wir warme Kleidung und Schlafzelte für die weniger Glücklichen zur Verfügung stellen. Es schien uns einfach das Richtige während der Weihnachtszeit. Während einige offenbar glauben, dass Übernachtungsverbote auf öffentlichen Plätzen die Lösung wären, glauben wir, dass die Lösung mit Würde und Güte einhergehen muss. Wir hoffen, dass andere etwas Menschlichkeit zeigen können und ihren Anteil daran leisten, den Bedürftigsten unter uns zu helfen.«

Mit einer selbstbewussten Botschaft richtet sich die Stripkette an die Öffentlichkeit: »Wir leben hier in Las Vegas; es gibt Werbeplakate, es gibt Clubs. Das ist eine alles umfassende Stadt, in der man nun mal gewisse Dinge zu sehen bekommt. Wenn man die Zelte entfernt, sieht man jemanden auf der Straße, barfuß auf dem Zement der Straße schlafen, und ich finde nicht, dass meine Kinder eher dieses Bild sehen sollten, denn das finde ich eher traurig.«

Hier finden Sie weitere Informationen zu Déjà Vu.

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