Stadt in Australien will pornofrei werden

Stadt frei von Porno

Die kleine Stadt Toowoomba im australischen Queensland möchte die erste Stadt des Landes werden, aus der Pornos verbannt werden. Unter Führung des Bürgermeisters Paul Antonio fanden in der 130.000 Einwohner zählenden Stadt bereits drei Jahre in Folge Kundgebungen statt, die die Stadt in eine pornofreie Zone verwandeln wollen.

Der Bürgermeister von Toowoomba führt einen Krieg gegen Pornografie. Laut Paul Antonio ist Erwachsenenunterhaltung ein Grundübel, eine Gefahr für die öffentliche Gesundheit wie für Partnerschaften und Familien. Auf einer Kundgebung in seiner Stadt ließ er an die Anwesenden Karten verteilen, auf denen zu lesen war: »Ich verpflichte mich, keinerlei Pornos mehr azuschauen und helfe der Stadt pornofrei zu werden.«

Etwa 200 Menschen hatten sich zu der Kundgebung versammelt und lauschten den Reden und Vorträgen gegen Pornografie. Dem Bürgermeister scheint bewusst, dass er mit Gegenwind zu rechen hat: »Ich wage zu behaupten, dass wir mit negativen Kommentaren zu rechnen haben. Aber wir müssen unseren Weg mit dem ersten Schritt beginnen. Ich glaube, worauf wir uns heute konzentrieren, ist der Wert richtiger Beziehungen. Pornografie hat keinen Platz darin.«

Prominente Gegenstimmen

Dieses Jahr zog das Spektakel auch eine prominente Gegenstimme in die Stadt. Die australische Pornodarstellerin Kiki Vidis ist in der Gegend aufgewachsen. Sie versucht Aufmerksamkeit auf den seltsamen Feldzug des Bürgermeisters zu lenken. Aus ihrer Sicht sei das Ansinnen nicht nur lächerlich und heuchlerisch, sondern grundfalsch.

In einem Interview mit der Daily Mail sagt Vidis: »Pornografie ist kein Verbrechen.« Sie weist auch darauf hin, dass die Stadt gleich mehrere Sexshops, ein Bordell und einen Stripclub beherbergt und somit einen relativ normalen Umgang mit den Leistungen von Sexarbeitern, ihren Dienstleistungen und Produkten pflegt.

Stadt ist landesweit führend beim Kauf von Sextoys

Der Bürgermeister versucht Vorwürfen auszuweichen, er mische sich in das Privatleben seiner Einwohner: »Wir reden nicht über Menschen, die ein Bordell oder einen Stripclub besuchen. Wir sprechen über Menschen, die von Pornografie negativ beeinflusst werden, wir sprechen über die Auswirkungen auf Beziehungen.«

Allerdings bleibt der Antonio die Antwort auf die Frage schuldig, inwiefern nicht auch Bordellbesuche Beziehungen beeinflussen und inwiefern Beziehungen wirklichen Schaden nehmen, wenn einer oder beide Partner Pornografie konsumieren.

Kritiker des Bürgermeisters weisen außerdem genüsslich darauf hin, dass der Erotikhändler Femplay eine Studie veröffentlicht hat, in der die Stadt ausgerechnet den ersten Platz bei einem landesweiten Vergleich belegt, der über die Anzahl von Sexspielzeug-Käufen pro Einwohner angefertigt wurde.

Die lokale Zeitung und ihre Leserschaft weiß der Bürgermeister von Toowoomba jedoch hinter sich. In einer Umfrage der Zeitung sprachen sich 77% der Teilnehmer für ein Verbot von Pornografie in Australien aus. Nur 22% waren dagegen.

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