Michael Avenatti verhaftet – Er dementiert über Twitter

Michael Avenatti

Michael Avenatti, der berühmte Anwalt von Stormy Daniels und aufstrebender Politiker, wurde am Abend in Los Angeles verhaftet. Der 47-jährige Anwalt mit Ambitionen aufs Präsidentenamt wurde wegen häuslicher Gewalt in polizeilichen Gewahrsam genommen.

Michael Avenatti war in den letzten 12 Monaten nahezu ständig im Scheinwerferlicht. Er ist der Anwalt der Pornodarstellerin Stormy Daniels und vertritt den Pornostar in mehreren Prozessen gegen den US-Präsidenten Donald J. Trump. Dabei konnte sich der Anwalt recht schnell profilieren und erwarb sich den Ruf äußerst angriffslustig und schlagzeilenträchtig zu agieren.

Avenatti spielte auch eine Rolle bei den Kavanaugh-Anhörungen vorm US-Senat für den offenen Sitz am Supreme Court der USA. Eine Klientin Avenattis hatte dem Kandidaten des US-Präsidenten, dem ultrakonservativen Richter Brett Kavanaugh, vorgeworfen, sie vor mehr als zwei Jahrzehnte sexuell missbraucht zu haben.

Avenatti war ein politischer Außenseiter auf dem Weg nach oben

Während er auch in den Medien immer wieder für seine Klientinnen kämpfte, wurde schnell sichtbar, dass Avenatti über ein ausgeprägtes politisches Talent verfügte und im derzeitigen, aufgehitzten politischen Klima der USA rasch Karriere machen würde. Mehrere Monate lang lancierte er Schlagzeile um Schlagzeile für sich und seine Klientinnen. Irgendwann erklärte er offen sein Interesse für die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten 2020. Sein Hauptziel aber blieb offenbar, den derzeitigen Präsidenten vor sich her zu treiben und letztlich abzusetzen.

Nun ist Michael Avenatti verhaftet worden. Vor seiner Verhaftung hatte eine Frau Anzeige erstattet. Avenatti soll sie geschlagen und verletzt haben. Die Frau wirft ihm vor, dass ihr Gesicht aufgrund der Misshandlung geschwollen und verletzt sei. Daraufhin wurde der Anwalt in Los Angeles in polizeilichen Gewahrsam genommen. Bisher ist der Name der Frau, die die Anschuldigungen macht, den Medien nicht bekannt.

Laut Angaben mehrerer Medien hat Avenatti den Dienst habenden Polizisten entgegnet: »Sie hat mich zuerst geschlagen. Das ist alles Bullshit.«

Politiker von links wie rechts haben sich bereits rasch zu dem Vorgang geäußert. Ein geplanter Auftritt von Avenatti bei der demokratischen Partei von Vermont wurde abgesagt. Da viele führende Demokraten mit Avenattis aggressiven Methoden nicht glücklich waren und die Republikaner verständlicherweise nichts sehnlicher als seinen Sturz herbeiwünschen, dürfte der provokante Anwalt nur wenige Freunde haben, die ihm nun beiseite springen.

AKTUALISIERUNG: Avenatti dementiert

Inzwischen hat sich Michael Avenatti öffentlich zu den Vorwürfen geäußert. Wie zu erwarten war, hat der medienversierte Anwalt seinen Twitter-Account dazu genutzt, um sich zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen zu äußern. In seinem Statement heißt es: »Danke an alle, die mir unterstützende Botschaften und Hilfsangebote haben zukommen lassen. Das bedeutet mir viel. Ich bin immer ein Fürsprecher für Frauenrechte und Gleichberechtigung gewesen & werde es immer sein. Ich werde mich nicht einschüchtern lassen in meinem Bemühen um Gerechtigkeit und bei meinem Eintreten für das, was richtig ist.«

Neben diesem Statement versucht Michael Avenatti mit zwei flankierenden Äußerungen seiner Ex-Frau und von seiner von ihm getrennt lebenden zweiten Frau klar zu machen, dass die Vorwürfe keinerlei realen Hintergrund haben.

Seine erste Frau, Christine, schreibt: Ich kenne Michael Avenatti seit über 26 Jahren. Wir haben uns kennen gelernt, als er 21 Jahre alt war und wir sind 13 Jahre verheiratet gewesen. Michael ist seinen beiden Töchtern IMMER ein sanfter, liebender Vater und ein ebensolcher Ehemann gewesen. Er war mir und anderen gegenüber NIE gewalttätig. Er ist ein guter Mann.«

Seltsam ist das Statement von Avenattis zweiter Ehefrau. Berichten zufolge soll es sich bei ihr um die Frau handeln, die ihn angezeigt habe und verletzt worden sei. Über ihren Anwalt aber bestreitet sie dies vehement. Die CNN-Reporterin MJ Lee konnte mit Lisa-Storie Avenatti sprechen. Die Journalistin zitiert sie folgendermaßen: »Ich habe Michael seit Monaten nicht gesehen. Das ist eine völlige Erfindung. Verletzungen in meinem Gesicht? Das ist Wahnsinn. Er würde niemanden schlagen. Insbesondere keine Frau. Er hat zwei Töchter.«

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