Zensur auch in Bangladesch – Pornografie weltweit in der Defensive?

kein internet porno mehr in Bangladesch

Nach Nepal und Indien werden nun auch in Bangladesch Pornoseiten geblockt. Das höchste Gericht des Landes hat die Behörden dazu verpflichtet, den Zugang zu allen Pornoseiten für sechs Monate zu sperren.

Nachdem in den letzten Monaten in Nepal und Indien umfangreiche Zensurmaßnahmen gegen Onlinepornografie vorgenommen wurden, folgt nun Bangladesch. Die 165 Millionen Einwohner des Landes sollen in den nächsten sechs Monaten keinen Zugang zu Pornoseiten mehr haben.

Das höchste Gericht Bangladeschs hat unter dem Vorsitz der Richter Moyeenul Islam Chowdhury und Md Ashraful Kamal die Regulierungsbehörden und Ministerien des Landes dazu verpflichtet, den Zugang zu pornografischen Webseiten für sechs Monate zu unterbinden. Die direkten Nachbarn Indien und Nepal haben diesen Schritt bereits in unterschiedlichem Ausmaß vollzogen. Zählt man die Zensurmaßnahmen in China, Nordkorea und in den islamischen Staaten hinzu, befindet sich somit bald die halbe Weltbevölkerung hinter massiven Pornofiltern.

Das Gericht in Bangladesch fordert die Exekutive außerdem dazu auf, zu prüfen, ob erotische Inhalte nicht grundsätzlich und dauerhaft gesperrt werden sollten. Angeblich habe eine Studie gezeigt, dass in der Hauptstadt Dhaka 77% der Studenten pornosüchtig seien.

Die Verteufelung der Pornografie, die wahlweise für öffentliche Gesundheitskrisen, Vergewaltigungsfälle und wie im Fall von Bangladesch für eine grassierende Pornosucht verantwortlich gemacht wird, nimmt damit immer bedenklichere Ausmaße an. Zensur ist grundsätzlich weitaus leichter durchzusetzen, wenn der Staat unter dem Vorwand der Bekämpfung mutmaßlich obszöner Inhalte gegen seine Bürger und Medienunternehmen vorgehen kann.

Außerdem wird so der aufklärerische, gesundheitsfördernde und gesamtgesellschaftlich positive Aspekt der Pornografie zerstört und somit restriktive, rückschrittliche Frauen- und Gesellschaftskonzepte befördert.

Lesen Sie auch über die Zensurbestrebungen in Indien und Nepal, das aggressive Vorgehen Chinas gegen Webcam-Anbieter und simple ASMR-Videos sowie über die gegen freie Sexualität gerichteten Gesetzesvorhaben in den USA und Großbritannien. Es ist ein globaler Trend zu beobachten, der die sex-positiven Errungenschaften der letzten Jahrzehnte massiv gefährdet.

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