Blindwütig – Mann verklagt Playboy, weil die Webseite nicht blindenfreundlich ist

burry playboy webseite

Ein selbst für US-Verhältnisse etwas kurioser Prozess, der sich zur Sammelklage entwickeln könnte, bahnt sich derzeit seinen Weg. Ein blinder Mann namens Donald Nixon will Playboy verklagen, da die Angebote der Webseite seiner Ansicht nach für blinde Menschen nicht zugänglich seien.

Die Playboy-Gruppe ist von einem blinden Mann verklagt worden, da die Webseite Playboy.com nicht mit der Lese-Software des Mannes kompatibel sei. Der Kläger, Donald Nixon, verklagt neben Playboy noch 47 weitere Webseitenbetreiber, da deren Angebote nicht dem American Disabilities Act (ADA) entsprächen. Die betroffenen Webseiten würden ihre Angebote nicht auf Sehbehinderte abstimmen.

Die Schadensersatzklage ist bisher nicht beziffert, Nixon forder darüber hinaus aber eine Veränderung in den »Unternehmensleitlinien, Vorgehensweisen und Prozessen, so dass die Webseite der Beklagten für blinde und sehbehinderte Konsumenten zugänglich werden.

Nixon beklagt, dass sehbehinderte Menschen »die Angebote, Produkte und Dienstleistungen weder vollständig noch angemessen nutzen oder genießen können«, da die Bilder über keinen äquivalenten Text verfügen. Außerdem könne der Text nicht ohne zusätzliche Hilfsprogramme auf über 200 Prozent vergrößert werden, ohne die Funktionalität der Seite zu beeinträchtigen. Auch dies sei ein Verstoß gegen den ADA.

Neben Playboy.com ist auch die Webseite PlayboyShop.com betroffen. Auch sie verstoße in ihrer gegenwärtigen Darbietung gegen den ADA, sehbehinderte Nutzer seien nicht in der Lage, in dem Shop Bestellungen aufzugeben.

Laut Anwälten aus Branchenkreisen ist es in den USA wohl so, dass derlei Klagen normalerweise außergerichtlich geklärt werden. Normalerweise wird eine Entschädigungssumme vereinbart und Änderungen zugesichert. Bisher sei aber schwer abzuschätzen, inwiefern die Klage überhaupt Aussichten auf Erfolg habe. Dennoch sollte der Klageversuch von allen Webseitenbetreibern ernst genommen werden, die eigene Seite dahingehend zu überprüfen, ob sie behindertengerecht und grundsätzlich gesetzeskonform ist.

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