Age Verification in UK spielt MindGeek in die Hände

Mindgeek monopoly

Mit der Einführung einer obligatorischen Altersüberprüfung für Erotikanbieter im Netz will Großbritannien Vorreiter in Sachen Jugendschutz werden. Zur Durchführung des Checks haben sich die Briten ein System überlegt, bei dem Nutzer sich mit ihren Ausweisen bei einem Anbieter registrieren müssen, eine unangenehme und aufwendige Prozedur, die Nutzer in einem sensiblen Bereich ihrer Privatsphäre dazu zwingt, dem jeweiligen Prüfsystem potenziell heikle Daten mit Klarnamen anzuvertrauen.

BBFC überwacht Durchsetzung des Altersnachweis

Für die Durchsetzung der Vorgabe wird das British Board of Film Classification (BBFC) zuständig sein. Ab dem 15. Juli gilt eine Übergangsphase. Anbieter haben also eine gewisse Zeit, die notwendige Technik zu installieren. Über eine Webseite namens Ageverificationregulationer.com will die BBFC Informationen über die unterschiedlichen Softwarelösungen und Anbieter zur Verfügung stellen. Es scheint recht wahrscheinlich, dass Nutzer vor allem jene Anbieter favorisieren, die ihnen für möglichst viele Erotik- und Pornoangebote die Verifizierung abnehmen, so dass sie es nicht mehrfach tun müssen.

Wie es aussieht, wird ausgerechnet dieser Faktor einem disruptiven Marktteilnehmer zusätzliche Vorteile verschaffen. AgeID, die Lösung des MindGeek-Konzerns, wurde bereits vor Jahren entwickelt und verschafft Nutzern nach einmaliger Registrierung und Altersnachweis plattformübegreifend Zugang zu den konzerneigenen Tubeseiten Pornhub, Redtube, YouPorn, zur XXX-Spieleplattform Nutaku und u.a. zu den Angeboten der Studios Brazzers, Digital Playground und Reality Kings.

Führt Startvorsprung für AgeID zum Monopol?

Schon jetzt ist klar, dass AgeID mit einer einmaligen Registrierung Nutzern Zugang zu Tausenden von Seiten verschaffen wird. Da die MindGeek eigenen Portale zu den beliebtesten Pornoangeboten der Welt zählen, dürfte die Bequemlichkeit der Nutzer dafür sorgen, dass AgeID von Anfang an Marktführer wird. Somit erhält das kanadische Mutterunternehmen einen gewaltigen Datenschatz und wird zumindest potenziell in der Lage sein, die Pornogewohnheiten aller Briten mit Namen und Zahldaten zusammenzuführen.

Es ist daher kaum verwunderlich, dass MindGeek offenbar ein starker Befürworter für die britische Lösung war und laut Open Rights Group mit Behördenvertretern bereits vor der Verabschiedung des Gesetzes in engem Kontakt stand. Der Datenschutzverband ließ über seinen Sprecher Jim Killock verkünden: »Im Namen des Jugendschutzes hat die Regierung einem Pornounternehmen einen enormen Vorteil verschafft und ihm ein Monopol über die Altersüberprüfung in Großbritannien verliehen.« Auf typisch britische Weise fügt Killock trocken hinzu: »Das ist ein einigermaßen überraschendes Resultat.«

 

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