Perfect 10 muss 5,64 Millionen Dollar Anwaltskosten zahlen

SAN FRANCISCO — Der Eigentümer von Perfect 10 hat erklärt, dass er Rechtsbehelf gegen die Entscheidung des Berufungsgerichts des 9. Bezirks einlegen wird, das ihn dazu verdonnert hat, 5,64 Millionen Dollar Anwaltskosten von Giganews und Livewire zu bezahlen, die Perfect 10 ursprünglich wegen angeblicher Urheberrechtsverletzung verklagt hatte.

Im zuvor am Bundesgericht in Los Angeles verhandelten Prozess behauptete Perfect 10, dass dem Unternehmen durch Übertragung tausender Bildern über die Server von Giganews und Livewire ein erheblicher Schaden entstanden sei. Nachdem das Unternehmen DMCA-Mahnungen verschickt hatte, auf die Giganews und Livewire nicht reagiert wurde, hatte Perfect 10 den Rechtsweg beschritten, wobei aber die Gültigkeit der DMCA-Mahnungen erfolgreich angefochten wurden.

Das Gericht traf dann mehrere Urteile gegen Perfect 10, nach denen auch die Anwaltskosten von Giganews und Livewire von Perfect 10 übernommen werden sollten.

Perfect 10 zog in der Folge vor das Berufungsgericht des 9. Bezirks, das heute seine Entscheidung bekannt gegeben hat.

Norm Zada, seit 1996 Betreiber von Perfect 10, führt nun an, dass seiner Meinung nach die Entscheidung des Berufungsgerichts im Widerspruch mit bisherigen Entscheidungen in des U.S. Supreme Court und anderer Gerichtshöfe steht. “Grundlegende Entscheidungen” in Bezug auf Copyrightverletzungen seien bisher anders getroffen worden.

“Diese Entscheidung zerstört, was immer von Perfect 10 noch übrig war, ein legitimer Rechteinhaber, der seit 20 Jahren im Geschäft ist”, so Zada gegenüber XBIZ.

Zada sagte, dass Perfect 10 eine Petition für eine erneute Anhörung am Berufungsgericht einreichen wird, um die Entscheidung des dreiköpfigen Gerichts anzufechten.

Die Berufungsrichter konzentrierten sich auf die Frage, ob das Bezirksgericht rechtmäßig entschieden hat, dass Perfect 10 “volitional conduct” (etwa: willentliches Handeln) durch Giganews und Livewire nachweisen musste.

“Das einzige Beweismaterial, das Perfect 10 anbringen konnte, um die Behauptung zu stützen, dass Giganews nicht nur ein passiver Host war, ist, dass Bilder und Thumbnails über die Giganews Plattform aufgerufen wurden. (…) Das Beweismaterial zeigt nicht, dass Giganews — anders als die Nutzer, die die Bilder aufrufen – die Anzeige der Bilder verursacht hat.

“Perfect 10 konnte nicht nachweisen, dass die Distribution nicht automatisch geschieht. In der Tat zeigt die Analyse des durch Perfect 10 zur Verfügung gestellten Materials lediglich, dass Nutzer urheberrechtlich geschütztes Material auf die Server von Giganews hochgeladen haben, nicht dass Giganews irgendeine aktive Rolle bei der Verursachung der Distribution gespielt hat.”

Zada sagte, dass das Berufungsgericht mit der heutigen Entscheidung massenhafte Urheberrechtsverletzungen legalisiert habe.

“Die Server von Giganews enthalten 25.000 Terabytes urheberrechtlich geschützter Inhalte, einschließlich nahezu jeden Film und Musiktitel, alle möglichen Fernsehserien, Spiele und Bilder, die den Abonnenten des Anbieters ohne Genehmigung der Rechteinhaber zur Verfügung gestellt werden”, so Zada.

“Die Entscheidung des Berufungsgerichts erlaubt es jedem, mit seinem Computer automatisch alle gestohlenen Inhalte von den Servern von Giganews herunterzuladen und diesen Inhalt weiterzuverkaufen, ohne dass irgendeine Zahlung an die Rechteinhaber fließt.

“Diese beispiellose Entscheidung wird umfassende negative Auswirkungen auf Unternehmen wie Apple iTunes, Netflix, Hulu und andere haben, die Urheberrechtsinhabern für ihre Inhalte Geld bezahlen, aber auch Filmstudios, Plattenfirmen und andere Urheberrechtsinhaber werden betroffen sein.”

Das Berufungsgericht bestätigte somit die Entscheidung der Vorinstanz, entschied aber auch, dass Giganews und Livewire nicht auch Zada selbst haftbar machen konnten.

Laut Zada sollte Perfect 10 bei seiner Gründung 1996 eine Art hochklassiges Playboy werden. Perfect 10 habe mehr als $53 Millionen investiert, um die Marke aufzubauen, das Magazin 2007 aber aufgrund “schwerer Verstöße gegen das Urheberrecht” eingestellt. Die Webseite Perfect10.com hingegen ist noch in Betrieb.

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