Stormy Daniels verliert vor Gericht – Trump nennt sie Pferdegesicht

Amerika

Stormy Daniels verliert gegen Trump vor Gericht

Die Verleumdungsklage der Darstellerin gegen Donald J. Trump wurde am Montag von einem Bundesrichter zurückgewiesen. In einer ersten Reaktion beschimpft Trump sie nun auf Twitter als »Horseface«, zu Deutsch »Pferdegesicht«.

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Horse Face vs Orangutan

Stephanie Clifford muss gemeinsam mit ihrem Anwalt Michael Avenatti einen Rückschlag einstecken. Der Versuch, den Präsidenten für einen seiner Tweets gerichtlich zu einem Schadensersatz zu zwingen, ist gescheitert. Trump hatte die Angaben Cliffords auf Twitter in Zweifel gezogen, als die Darstellerin ein Phantombild des Mannes veröffentlichte, der sie ihren Angaben zufolge im Auftrag Trumps bedrohte.

Er schrieb: »Jahre danach eine Phantomzeichnung eines nicht existierenden Mannes. Betrügerische Trickserei, mit der die Fake News Medien für dumm verkauft werde (aber das wissen die)!«

Während Trump mit »betrügerischer Trickserei« dem Team um Stormy Daniels in der Tat eine Lüge unterstellt und Avenatti über diese Formulierung argumentieren konnte, dass die Darstellerin durch den Präsidenten verleumdet worden sei, folgte dem Gericht dieser Einschätzung nicht. Der Tweet sei vom Recht auf freie Meinungsäußerung geschützt. In seiner Begründung schrieb Richter S. James Otero: »Das Gericht stimmt Mr. Trumps Argument zu, dass der betreffende Tweet lediglich ‚rhetorische Übertreibung‘ ennthalte, die in der Politik und im öffentlichen Streit in den USA normal sei. Der erste Verfassungszusatz schützt diese Form der rhetorischen Äußerung.«

Das Gericht wies die Klage somit ab und ordnete an, dass Stormy Daniels die Kosten des Verfahrens und auch die Anwaltskosten der Trump-Verteidigung zu tragen habe. Ein herber finanzieller Rückschlag, zumal Trump gleich vier Anwälte auf den Monate lang andauernden Fall angesetzt hatte.

Während die Entscheidung Stephanie Clifford finanziell schmerzen dürfte, ist darauf hinzuweisen, dass mit diesem Gerichtsprozess nichts über den Wahrheitsgehalt der jeweiligen Aussagen gesagt wurde.

Michael Avenatti hat am Montag auf Twitter angekündigt, das Urteil anfechten zu wollen. »Wir werden die Abweisung der Verleumnungsklage anfechten und sehen einer Revision zuversichtlich entgegen. Es ist schon wirklich bemerkenswert, dass Trump sich auf den ersten Verfassungszusatz beruft, um die Verleumdung einer Frau zu rechtfertigen.«

Ein weiterer Prozess zwischen Clifford und Trump steht noch aus. Darin geht es um die Frage, ob die Schweigevereinbarung aus dem Jahr 2016 überhaupt rechtlich bindend war. Die Darstellerin und ihr Anwalt Michael Avenatti versuchen, die sogenannte NDA als unwirksam erklären zu lassen. Sollte dieser Prozess nachteilig für Stormy Daniels ausgehen, könnte Trump theoretisch gegen die Verletzung der Schweigevereinbarung vorgehen.

Derweil freut sich der Präsident gewohnt unsouverän öffentlich auf Twitter über seinen vermeintlichen Etappensieg. Ohne viel Zeit verstreichen zu lassen, schaltet er wieder auf Angriff und beschimpft die Darstellerin als »Horseface« (dt. Pferdegesicht): »Großartig, jetzt kann ich Horseface und ihren drittklassigen Anwalt im großartigen Bundesstaat Texas verklagen. Sie wird den Brief, den sie unterschrieben hat, bestätigen! Sie weiß nichts über mich, eine totale Betrügerin!« Offenbar ist der Präsident immer noch arg getroffen über die detaillierte Beschreibung seines Penis im neuen Buch von Stormy Daniels: »Full Disclosure«. Darin beschreibt sie Trumps bestes Stück als »Pilz aus Supermario«.

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