Rolling Stone über Coronavirus in der Pornobranche

coronavirus und porno

Dieser Tage hat man den Eindruck, dass es nur noch ein Thema gibt: Coronavirus. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis auch die Sexindustrie mit dem Thema in Berührung kommt. Nun hat das Rolling Stone Magazin einen Bericht über Coronavirus und die Pornobranche veröffentlicht und auch der einflussreiche Branchenverband Free Speech Coalition gibt eine Erklärung heraus, wie sich die Mitglieder der Branche am besten verhalten sollten.

Alle Welt spricht vom Coronavirus. Einige haben Angst vor dem Virus, andere eher vor der mit dem Virus einhergehenden Panik. Städte werden abgeriegelt, Messen und Festivals abgesagt, Flüge gecancelt. Selbst über die Austragung der Olympischen Spiele ohne Publikum wird nachgedacht. Hamsterkäufe bei Hygieneprodukten und haltbaren Lebensmitteln führen zu bizarren Engpässen. Der deutsche Innenminister Horst Seehofer gibt niemandem mehr die Hand, während der Präsident der USA, Donald J. Trump, aus Angst vor den anstehenden Wahlen die Gefahr herunter redet. Oftmals aber geht das Leben einfach weiter wie bisher, während Experten und Politiker sich weltweit die Köpfe zerbrechen, wie sie dem Virus angemessen und verantwortungsvoll begegnen sollen.

In seiner neuen Ausgabe widmet sich das legendäre US-Magazin Rolling Stone den Auswirkungen des neuen Virus auf die Pornobranche. Denn auch wenn die Krankheit natürlich keine Geschlechtskrankheit ist, wird sie doch durch menschliche Nähe besonders leicht übertragen. Darsteller, die miteinander Sex haben, sind logischerweise besonders gefährdet.

Bree Mills, Star-Regisseurin und Gammas Chefin der Adult Time Sparte sagt dazu: »Wenn man sich Sex anschaut, sieht man natürlich sofort, dass es viel Körperkontakt gibt, viele Körperflüssigkeiten und Speichel wird ausgetauscht, das ist also durchaus Grund zu Vorsicht. In gewisser Weise erlebt [unsere Branche] natürlich denselben Flächenbrand wie alle anderen auch.«

Zahlreiche europäische Pornostudios haben daher ihre Drehtermine vorerst verschoben. Doch ist die Unterhaltungsbranche insgesamt stark betroffen. So wurde die Veröffentlichung des neuen James Bond Films verschoben, da die Produzenten fürchteten, dass die Angst vor dem Virus weniger Menschen in die Kinos treiben könnte. Auch die Dreharbeiten für »Mission Impossible VII« und die deutsche Serie »Ku’damm 56« wurden unterbrochen.

Rolling Stone weist in seinem Artikel auf die Gefahr hin, dass in den USA aufgrund fehlender sozialer und medizinischer Grundversorgung Darsteller mit Krankheitssymptomen vielleicht dennoch zu Dreharbeiten erscheinen, da sie aufgrund ihrer freischaffenden Tätigkeit auf Jobs schlicht nicht verzichten können.

Die Darstellerin Giselle Palmer sagt: »Wenn man selbständig ist, muss man zuerst an sich selbst denken, um überleben zu können. Ich war schon zu Dreharbeiten, bei denen mein Drehpartner krank aussah oder erkältet war. Das ist gewiss nicht ganz selten.

In den USA hat sich ausgerechnet der Bundesstaat Kalifornien zu einem der am stärksten betroffenen Gebiete entwickelt. Bekanntermaßen ist der Staat zugleich das inoffizielle Zentrum der US-Pornobranche.

Um Darstellern, Regisseuren und Studios zumindest eine grundsätzliche Leitlinie an die Hand zu geben, hat die Free Speech Coalition dieser Tage Guidelines zur Coronoa-Problematik veröffentlicht. Darin heißt es:

Drängen Sie Personen, die sich krank gemeldet haben, nicht zum Arbeiten. Wir sind uns bewusst, dass eine Änderung der Besetzung oder der Crew eine Verzögerung oder zusätzliche Kosten während der Dreharbeiten verursachen kann, aber die Folgen einer Erkrankung von Menschen am Set sind ein viel größeres Risiko, sowohl was die Gesundheit als auch die Finanzen betrifft.

Erlauben Sie niemandem, der am Set sichtlich krank ist, an den Dreharbeiten teilzunehmen. Schicken Sie Darsteller und Crewmitglieder nach Hause – und machen Sie diese Regeln vor Beginn der Dreharbeiten deutlich.

Stellen Sie sicher, dass die Sets vor den Dreharbeiten gründlich gereinigt werden. Dies sollte unabhängig der derzeitigen Situation ohnehin Standard sein, aber derzeit sollte man sich zusätzlich vergewissern, dass alle Oberflächen, mit denen die Darsteller oder die Crew in Kontakt kommen, zuvor desinfiziert wurden.

Filmen Sie bereits jetzt zusätzliches Material. Versuchen Sie, jetzt einen Vorrat an Filmen anzulegen, denn Sie wissen, dass es dazu kommen kann, dass die Dreharbeiten durch den Virus beeinträchtigt werden.

Die FSC kündigt außerdem an, die Situation weiterhin genau zu beobachten und befindet sich in Gesprächen mit den Gesundheitsbehörden in Kalifornien, Nevada, Florida und New York. Sollte sich die Lage verschärfen und für Darsteller gefährlicher werden, wird die FSC ein Drehstopp verhängen, bis die Behörden wieder grünes Licht geben.

Wenn Sie den Artikel des Rolling Stone Magazins lesen wollen, klicken Sie hier. Weitere Informationen zur Free Speech Coalition finden Sie auf der Webseite des Verbands.

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