TENGA veröffentlicht umfangreiche Studie zu Masturbation

Selbstbefriedigung

Der Mai ist der internationale Monat der Masturbation. Der japanische Sextoy-Hersteller veröffentlicht pünktlich zum Wonnemonat die Ergebnisse einer großangelegten Umfrage zum Thema. 

Das 56-seitige Ergebnis einer weitreichenden, global konzipierten Studie zum Thema Masturbation durch den Hersteller Tenga birgt verblüffende Ergebnisse zu einem stets tabuisierten Thema, das alle betrifft: Masturbation.

Frauen finden Selbstbefriedigung besser als Sex

Das vielleicht schockierendste Ergebnis vorneweg: eine Mehrheit der befragten Frauen gab an, dass sie sich lieber selbst befriedigen als Sex haben. 37% der weiblichen Teilnehmer an der Umfrage gaben an, dass sie es lustvoller empfinden, wenn sie sich selbst befriedigen. Nur 33% fanden Sex mit dem Partner schöner.  Die restlichen 30% finden beides gleich schön.

Demgegenüber sieht es bei den Männern eindeutig anders aus. Ihr Herz schlägt für die Zweisamkeit. 50% der Männer gaben an, dass sie Sex mit dem Partner am liebsten mögen. Nur 21% sagten, dass sie Selbstbefriedigung lustvoller empfinden. Beides gleich schön finden 29% der Männer, also ungefähr gleich viel wie bei den Frauen.

Die Schlussfolgerungen aus diesem Ergebnis sind wohl, dass Frauen aufgrund des sogenannten »Orgasm Gap« (dem Umstand, dass sie beim Geschlechtsverkehr nicht so oft zum Orgasmus kommen wie Männer) Selbstbefriedigung als besseres Mittel zur sexuellen Befriedigung wahrnehmen. Denkbar wäre zwar auch, dass Männer die Zweisamkeit mehr schätzen als Frauen, aber die Sache mit der Orgasmus-Diskrepanz scheint leider wahrscheinlicher.

Große Unterschiede bei der Häufigkeit des Masturbierens

Weltweit wird sehr unterschiedlich oft masturbiert. Während Briten und Amerikaner zu 60 bzw. 61% angaben, mindestens einmal die Woche zu masturbieren, sagen dies in Deutschland und Spanien nur 53% bis 54%. Unter 50% lag dieser Wert in China und Japan, aber auch nur 49% der Franzosen gaben an sich mindestens einmal die Woche selbst zu befriedigen.

Wo wird masturbiert?

Frauen fühlen sich offenbar am wohlsten in ihrem eigenen Bett. Dort gaben 87% der Befragten an, sich selbst zu befriedigen. 27% masturbierten auch in der Dusche, 18% der Frauen machen es auch im Badezimmer an sich. Auf der Arbeit befriedigen sich nur 2% der Frauen und auch im Auto wollen es nur 2% der Frauen getan haben.

Männer sind etwas vielseitiger aufgestellt. Auch sie bevorzugen zwar das eigene Schlafzimmer; 73% gaben an dort zu masturbieren. Badezimmer (35%) und Dusche (32%) sind aber weitaus populärere Orte für Selbstbefriedigung als bei den Frauen. Im Auto und in der Küche machen sie es drei Mal so häufig wie Frauen. Beunruhigte Arbeitskolleginnen können aufatmen. Auch Männer machen es sich nur sehr selten auf der Arbeit selbst (3%).

Frauen sind unbegabter bei der Selbstbefriedigung

Die Orgasmuslücke scheint nicht nur aufgrund der Unfähigkeit oder Unsensibilität von Männern zu existieren. Weibliche Sexualität ist einfach von Natur aus auch komplizierter. Während 59% der Männer angeben, bei jedem Masturbationsversuche auch zum Höhepunkt zu kommen, gaben nur 42% der Frauen an, sich immer erfolgreich selbst zu befriedigen.

Immerhin 16% der Frauen sagten, dass sie nur bei jedem zweiten Mal oder seltener zum Orgasmus kommen. Lediglich 6% der Männer haben ähnliche Erfahrungen.

Masturbation bedeutet Pornokonsum

Zwar geben weitaus mehr Männer an, dass sie zum Masturbieren, pornografische Inhalte nutzen (75%), aber auch Frauen nutzen am häufigsten (55%) bildliche Darstellung als Inspiration zur Selbstbefriedigung.

Die eigene Fantasie schafft den zweiten Platz bei beiden Geschlechtern. 47% der Männer nutzen ihr Kopfkino zur Masturbation, 45% der Frauen gaben an, die eigene Vorstellungskraft als Hilfsmittel zur Selbstbefriedigung zu nutzen.

Auf dem dritten Platz schaffen es bei den Frauen vibrierende (39%) und penetrierende (29%) Sexspielzeuge. Männer hingegen nutzen sie nur zu 5% bzw. 9%.

Erotische Geschichten lasen knapp 20% der Frauen, weniger als die Hälfte davon (9%) taten dies unter den männlichen Befragten. 9% der Männer gaben an, Musik dabei zu hören, nur 5% der Frauen.

Bei beiden Geschlechtern gaben 2-3% der Befragten an, keines der vorgeschlagenen Hilfsmittel bei der Masturbation zu benutzen. Das wirft Fragen auf, die Tengas Studie leider nicht beantwortet.

Zu welchen Stars wird am häufigsten masturbiert?

Wer sich zu Männern hingezogen fühlt, denkt besonders oft an Chris Brown, Jason Momoa oder Brad Pitt beim Masturbieren. Auch Mads Mikkelsen, Denzel Washington und Johnny Depp und Russel Crowe werden besonders häufig genannt. Madonna und Blake Lively interessieren auch zu Männern hingezogene Masturbierende sehr oft.

Wer sich eher zu Frauen hingezogen fühlt, masturbiert besonders häufig zu Jennifer Aniston, Jennifer Lopez, Beyonce und Jennifer Lawrence. Ariana Grande, Kim Kardashian, Miley Cyrus, Mila Kuns und Angelina Jolie folgen dicht auf.

Musik von R. Kelly und Bon Jovi machen beide Geschlechter an

Auffällig ist, dass R. Kelly bei beiden Geschlechtern die Frage klar anführt, welche Musik man beim Sex am liebsten hört. Bei den Frauen folgen Usher und The Weeknd. Bei den Männern Taylor Swift und Tank.

Nahrungsmittel, die als erotisch wahrgenommen werden, sind ebenfalls geschlechterspezifisch unterschiedlich. Bei Männern sind es Pizza, Tacos, Meeresfrüchte, Obst, Bananen und Steak. Frauen finden Schokolade, Erdbeeren, Austern, Wein und Obst am erotischsten.

Stressreduktion

Befragt, welche Tätigkeiten oder Aktivitäten sie am stärksten als stressreduzierend wahrnehmen antworten die meisten Menschen zu allererst: Sex.

Auf Platz 2 folgt bereits Masturbation. Auf Platz 3 folgt Schlaf. Musik rangiert an vierter Stelle, darauf folgt Duschen bzw. Baden. Erst dann folgen Massagen, Spazierengehen und Meditation.

Die Deutschen masturbieren nicht gern

Fragt man in einzelnen Ländern danach, wie gerne bestimmte Tätigkeiten ausgeführt werden und bittet man eine Reihenfolge der am liebsten durchgeführten Tätigkeiten vorzunehmen, entsteht für Deutschland ein etwas kurioses Bild.

Während in den allermeisten Ländern der Welt Masturbation zu den Top 5 Aktivitäten gehört, rangiert Selbstbefriedigung in Deutschland nur auf Platz 10 der liebsten Freizeitbeschäftigungen. Nur Frankreich (Platz 8) und Japan (Platz 7) haben ähnlich schlechte Werte für Masturbation.

Sex mit einem Partner belegt in Großbritannien, den USA, Spanien, Frankreich, China und Südkorea Platz 1 der beliebtesten Freizeitaktivitäten. In Deutschland belegt Geschlechtsverkehr nur Platz 2, lediglich Japan schert mit Platz 5 heftig aus.

Soziales Kuscheln

Zeit mit wichtigen, lieben Menschen zu verbringen, belegt im Ländervergleich stets einen Platz zwischen 1 und 3. In Deutschland belegt dies Platz 3.

Was aber machen denn nun die Deutschen am allerliebsten? Jemanden umarmen, den man liebt. Die einzige Nation, die diese Aktivität als Lieblingsaktivität angibt, ist Deutschland. In allen anderen befragten Ländern rangiert diese Aktivität zwischen Platz 2 und 4.

Weitere Ergebnisse der Tenga-Studie folgen nächste Woche.

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