Großbritannien steuert mit großer Geschwindigkeit auf eine Pornokrise zu

Falls es Ihnen bisher entgangen ist: in den USA gibt es Überlegungen, eine ‘Pornosteuer’ auf pornografische Inhalte zu erheben, auf die mobil zugegriffen wird. Das britische Magazin loaded glaubt, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis eine solche Steuer auch in Großbritannien eingeführt wird.

Pornoanbieter im Netz agieren derzeit in Großbritannien ohnehin in einer unsicheren, risikoreichen Umgebung. Doch Anzeichen für eine schwere Krise gibt es schon eine ganze Weile.

Weshalb? Seit einigen Jahren verschlechtert sich die Situation der Branche kontinuierlich.

Denken Sie zurück an 2014 – die Zeit vor Trump, vor Brexit, vor der neuen Gefahr eines Atomkriegs … Sind Sie da? Gut.

Die konservative Regierungskoalition Großbritanniens hat schon damals angekündigt, Anbieter von Pornofilmen strenger regulieren zu wollen.

Die Räder setzten sich in Bewegung, als der damalige britische Premier David Cameron es für Bürger Großbritanniens schwerer machte, auf pornografische Inhalte online zuzugreifen, indem er Altersprüfungen verpflichtend einführte.

Obwohl es sich vordergründig um eine sanfte Maßnahme zu handeln schien, führte die mangelnde Spezifizierung der Vorschrift bezüglich sicherer Speichermethoden dazu, dass Onlinenutzer einem größeren Risiko ausgesetzt sind, dass ihre Daten gehackt werden.

Während die Vorschriften auf den landesweiten Schutz Minderjähriger abzielten, führten Kritiker des Gesetzes an, dass es zu einer erheblichen Schwächung des Datenschutzes erwachsener Nutzer führte.

Und obgleich die Maßnahme bei einer Mehrheit der britischen Haushalte sehr unbeliebt war, ging Cameron gegen eine EU-Gesetzgebung vor, die 2015 versucht hat, die Filterregelung rückgängig zu machen.

Verschärfend hinzu kam, dass die Regierung 2016 verkündet hat, “nicht-konventionelle” Pornografie durch die sogenannte Digital Economy Bill zensieren zu wollen – ein Versuch, der von Aktivisten als Einschränkung der freien Meinungsäußerung kritisiert wurde.

Die Maßnahme betraf in Großbritannien hergestellte pornografische Szenen, die so unterschiedliche Dinge wie ‘weibliche Ejakulation bis hin zu Spanking und Urinieren’ zeigten. Weitere Ergänzungen zu dem Gesetz, über das erst noch abgestimmt wird, könnten jedwede “nicht-konventionelle” Darstellungen von Sexualität ob aus Großbritannien oder aus anderen Teilen der Welt verbieten.

Für 2017 nun könnten weitere Änderungen und Einschränkungen anstehen, da die konservativen Kräfte in Großbritannien insbesondere nach der vorgezogenen Neuwahl im Juni erneut die Mehrheit stellen werden.

Premierministerin Theresa May, die Tochter eines Priesters und selbst strenge Christin, hat ihre ablehnende Haltung gegenüber Pornografie über die Jahre mehrfach deutlich gemacht.

Vor der Brexit-Abstimmung im Jahr 2014 hat sie bereits erklärt, dass das ‘brutale’ Wesen der Pornografie dazu führe, dass junge Menschen “einfach nicht verstehen, was eine gesunde Beziehung ausmacht”. Da May in den kommenden fünf Jahren mutmaßlich regieren wird, sind die Freiheiten und Datenschutzrechte der Pornokonsumenten in Großbritannien so stark gefährdet wie nie zuvor.

Die umstrittene Digital Economy Bill muss vom Parlament erst noch angenommen werden und wurde gerade vom House of Lords ans House of Commons mit Ergänzungen zurückgegeben, allerdings ist es nur eine Frage der Zeit, bis radikale Änderungen in Kraft treten, die den Zugang zu Onlinepornografie in Großbritannien stark einschränken und verändern werden.

Mit dem US-Vorstoß zu einer ‘Pornosteuer’ deuten alle Anzeichen auf ähnliche oder gar drastischere Schritte, die von der britischen Regierung in Kürze ergriffen werden könnten, um den Zugang zu Pornografie zu erschweren und den Datenschutz der Pornokonsumenten im ganzen Land aufzuweichen.

Sagen Sie jedenfalls nicht, loaded hätte nicht rechtzeitig Alarm geschlagen…

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