Interviews & Porträts von der VENUS Berlin #08: New Sign

Interview mit New Sign

Sex-Puppen sind derzeit weltweit in den Schlagzeilen. Und das wachsende Interesse an den immer willigen Silikon/TPE-Gefährtinnen war auf der diesjährigen VENUS Berlin in vollem Umfang zu sehen. Die Besucher waren besonders an Ständen interessiert, an denen Sex-Puppen präsentiert wurden. Einige schienen überraschend realistisch. Die Zunahme an Ausstellern in diesem Bereich war unübersehbar. In der neuen Folge der laufenden Interview- und Porträtserie der diesjährigen Messe geht es um das Unternehmen New Sign, einen neuseeländischen Sex-Puppenhersteller mit Büros in Japan.

Presse und Öffentlichkeit sind gleichermaßen angezogen von den Ständen der Sexpuppen-Hersteller und von Händlern, die auf diesem Gebiet spezialisiert sind. Die Preise solcher Puppen liegen zwischen 500 und 8000 Euro und die Qualität einer Sex-Puppe, der Detailreichtum und die Natürlichkeit hängen immer noch stark von dem Betrag ab, den man für eine solche Puppe zu investieren bereit ist.

Einer von jenen, die ihre Arbeit als Kunstform betrachten, stand am Stand von New Sign Indollgence, einem neuen Sexpuppen-Hersteller aus Neuseeland mit Büros in Japan. Er zeigte uns seinen Stand, sprach über seine Lieblingspuppen, seine Ideen über den Markt, den anhaltenden Kampf zwischen TPE und Silikon, die Pläne von New Sign im Bereich Robotik und warum Gesichter bei Sexpuppen den entscheidenden Wettbewerbsvorteil ausmachen.

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Indollgence aus Neuseeland auf der Venus Messe in Berlin

VENUS: Könnten Sie mir ein wenig über Ihr Unternehmen erzählen, wer Sie sind und was Sie herstellen? Warum haben Sie sich entschieden, in das Geschäft mit Sexpuppen einzusteigen?

Alle Puppen haben immer noch das Problem, dass sie zu schwer sind. Wir erforschen und entwickeln einen neuen Typ von Puppe. Fast alle Sex-Puppen sind aus TPE gefertigt, aber wir bringen neuere, leichtere aus Silikon auf den Markt. Menschen werden in der Lage sein, sie mühelos hochzuheben, sie sind wirklich einfach zu bedienen. Die nächste Generation wird viel leichter sein. Das ist der Schlüssel zur Zukunft.

VENUS: Wie lange sind Sie schon auf dem Markt?

Wir sind brandneu. Das Unternehmen wurde vor einem Jahr gegründet. Davor haben wir die Produktentwicklung für andere Unternehmen durchgeführt.

VENUS: Was ist Ihr eigener Hintergrund? Ich habe bemerkt, dass Sie die Puppen selbst entwerfen.

Ich bin Maschinenbauingenieur. Und ja, ich bin der Key Designer im Unternehmen. Wir denken einfach, dass wir Sex-Puppen besser machen können als andere Hersteller. Haben Sie die hier gesehen?

VENUS: Ja, dass Ihre Puppen leichter sind als andere dieser Art, habe ich bemerkt. Das hier zeigt Ihr eigenes Gesicht, oder?

Ja, und diese hier, da können Sie vergleichen. Dies wird auf die alte Weise gemacht. Sehr schwer. Und diese sind aus dem neuen Material gefertigt. Sie sind viel leichter. Es ist schön, mit ihnen zu interagieren. Wir sind die Einzigen auf der Welt, die das können.

VENUS: Sie haben erwähnt, dass Sie ein neues Unternehmen sind, aber schon jetzt beabsichtigen Sie, international zu expandieren.

Ja, denn unser Unternehmen hatte bereits zuvor Erfahrung im internationalen Vertrieb. Nur halt mit unterschiedlichen Produkten. So kannten wir bereits die Regeln für den internationalen Handel und wie man Produkte bewirbt, wie man eine Marke etabliert.

VENUS: Warum haben Sie sich für die VENUS als Ort entschieden, um Ihre Produkte an ein deutsches Publikum und potenzielle Kunden zu bringen?

Wir schätzen den mitteleuropäischen Markt sehr. Wir waren auch auf der eroFame. Wir sind daher der Meinung, dass Deutschland natürlich ein sehr wichtiger Markt ist. Wir sind zur VENUS gekommen, vor allem, weil wir wissen, dass es hier einen großen Publikumsandrang gibt, echte Verbraucher, die hierher kommen.  Und wir wollen ein Gefühl für die Reaktionen und Bedürfnisse der europäischen und vor allem der deutschen Kunden bekommen. Wir sind an Lebensgewohnheiten interessiert, denn all das hilft uns, den Markt besser zu verstehen und neue Produkte zu entwickeln.

VENUS: Wie wählen und gestalten Sie die Gesichter Ihrer Puppen?

Das Gesicht ist natürlich ein zentraler, wichtiger Punkt bei Sexpuppen. Es hängt stark von den Marktbedürfnissen ab und wir reagieren darauf. Die Leute sagen uns eigentlich, welche Art von Gesichtern, Strukturen und Formen sie wollen.

Aber wir behalten auch die Mode im Auge. Wir sind ständig dabei, Modemagazine nach Trends für beliebte Gesichtszüge und neuen Ideen über Schönheit und Sexiness zu durchsuchen.

Die 3D-Modellierung befindet sich leider noch in der experimentellen Phase, meiner Meinung nach ist das alles noch sehr amateurhaft. Am Ende muss man bei der Erstellung der Form doch alles von Hand einstellen.

VENUS: Wie lange dauert es, bis Sie eine dieser Puppen produziert haben?

Etwa einen Tag. Ein Tag für eine Puppe. Es gibt so viele kleine Elemente in einer Puppe. Einen Menschen möglichst perfekt nachzuahmen, ist in gewisser Weise eine Kunstform.

VENUS: Woran arbeiten Sie als nächstes? Neben der internationalen Expansion haben Sie bestimmt auch Pläne für die Erweiterung oder Vertiefung Ihres Produktangebots.

Das nächste große Ding wird die Robotik sein, und daran arbeiten wir. Wir sind völlig unabhängig und haben unsere eigene Strategie. Wir halten nicht viel von dem, was die anderen Unternehmen im Moment tun. Wir streben wirklich nach einer neuen Generation von Sex-Puppen.

Und dann ist da noch die Frage der Materialien. Es gibt im Wesentlichen zwei Arten von Produkten, die einen sind aus Silikon, einem teuren Material, und die anderen Puppen sind immer noch aus TPE hergestellt. TPE ist leicht zu handhaben. Für uns ist es klar, dass Puppen aus Silikon anstelle von TPE hergestellt werden müssen. Wir wollen an dieser Linie arbeiten. Silikon ist teuer und schwer, aber unsere Technologie ist in der Lage, es leicht zu machen. Wir können unsere Produkte erheblich verbessern.

VENUS: Danke für das Gespräch.

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