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Freitag, September 21, 2018
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Interessenvertretung der Pornoindustrie warnt vor Zusammenarbeit mit Netflix

Netflix mag derzeit eine angesagte Adresse für Hollywoodstars und Sternchen sein, doch laut einer Warnung der einflussreichen Free Speech Coalition (FSC) sollten Pornodarsteller »extrem vorsichtig« bei jedwedem Kontakt mit dem milliardenschweren Unterhaltungsriesen sein, der die Fernsehindustrie durcheinanderwirbelt. Die Interessenvertretung der Pornobranche warnt Darsteller insbesondere vor der Zusammenarbeit mit den Produzenten der kontroversen Doku-Serie »Hot Girls Wanted«.

Die FSC hat eine »Branchenwarnung« über die Zusammenarbeit mit Netflix veröffentlicht, ein ungewöhnlicher Schritt, wenn es um die Zusammenarbeit mit Mainstream-Medien geht. Doch die Gründe der FSC sind offenbar keineswegs aus der Luft gegriffen.

Siouxsie Q James, die Direktorin der FSC für Policy and Industry Relations sagt: »Wir haben nahezu ein Dutzend Beschwerden von Pornodarstellern erhalten, die ausgesagt haben, dass sie manipuliert, gezwungen und belogen wurden«, als sie bei der Produktion der Netflix-Serie über die Pornobranche mitgewirkt haben.

James fährt fort: »Trotz zahlreicher Versuche, mit den Produzenten und Netflix über die Erlebnisse der Darsteller ins Gespräch zu kommen, haben wir lediglich steife juristische Rechtfertigungen für die unethischen und ausbeuterischen Methoden der Serie erhalten.«

»Wir können nicht mit gutem Gewissen die Zusammenarbeit zwischen Pornodarstellern und Regisseuren mit dieser Serie oder irgendeiner anderen Netflix-Produktion empfehlen. Netflix hat ein Treffen für eine Diskussion mit den Darstellern verweigert, die darauf abzielte, ähnliche Probleme in Zukunft zu vermeiden. Im Ergebnis müssen wir die ganze Branche davor warnen, mit der Serie oder dem Network zusammenzuarbeiten.«

Die Serie, die von Rashida Jones, Ronna Gradus und Jill Bauer produziert wird, ist ein Spin-Off aus der spielfilmlangen Doku »Hot Girls Wanted« von 2015.

Vor dem drastischen Schritt, die Community vor einer Zusammenarbeit mit Netflix zu warnen, sind bei der FSC zahlreiche Beschwerden eingegangen. Darsteller klagten, dass ihre Bilder ohne Zustimmung genutzt wurden und dass einige Darsteller als Sexarbeiter geoutet worden sind, ohne ihre Zustimmung gegeben zu haben.

Die Folgen für einige Darsteller waren erheblich. Eine Pornodarstellerin, deren echter Name veröffentlicht wurde, ist im Nachhinein einschließlich ihrer Familie belästigt worden.

Andere Darsteller haben ausführliche Berichte angefertigt, wie sie dazu gedrängt wurden, Dinge zu tun und zu sagen, mit denen sie sich nicht wohl fühlten.

Die Doku aus dem Jahr 2015 wurde branchenweit sehr kritisch aufgenommen, viele Darsteller empfanden sie als herabsetzend und in die Irre führend.

Die FSC hat in einem Statement erklärt: »Einige Darsteller, die in der Folgeproduktion beteiligt waren, haben ausgesagt, dass sie belogen wurden oder irreführende Antworten der Produzenten über die Stoßrichtung der Sendung erhalten haben, sogar darüber, ob die Aufnahmen im Zusammenhang mit »Hot Girls Wanted« stehen.«

Pornostar Annika Albrite steht an der Speerspitze der wütenden Reaktion auf die Herangehensweise der Netflix-Serie. Sie ist in einem Video der FCS zu sehen, das schon über 50.000 Aufrufe erhalten hat. In dem Video erklärt sie, warum sie und andere Darsteller wütend auf die Produzenten der Serie und auf Netflix sind.

Die FSC hat darüber hinaus einen offenen Brief veröffentlicht, in dem Hunderte von Darstellern und Wissenschaftlern die Serie und ihre unethischen Praktiken verurteilen.

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