Interviews mit Pornostars #03: Brandi Love

brandy love

Men’s Health hat mit dem Pornostar Brandi Love ein Interview geführt. Am Rande der Adult Entertainment Expo in Las Vegas hat die Darstellerin über ihre Pornokarriere, ihren Status als Milf-Legende, die Vorteile als ältere Darstellerin ins Geschäft einzusteigen, ihre Gedanken zu Trump und einer Reihe weiterer Themen gesprochen.

MH: Ich wusste gar nicht, dass Du Mutter bist und eine [inzwischen aufgelöste] Organisation namens Parents in Porn gegründet hast. Wie kam es dazu?

Es gab ein Ereignis in unserem Leben, bei dem wir dachten: »Das ist verrückt. Ich kann nicht fassen, dass uns das geschieht.« Meine eigene Familie richtete sich gegen uns, einfach aufgrund der Karrieren, die wir eingeschlagen haben. Wir waren großartige Eltern, bevor wir diese Karriere gewählt haben, und plötzlich war das alles wie weg gewischt, und alle entschieden, dass wir beschissene Eltern wären, und dass sie etwas dagegen tun müssten, weil wir etwas machten, das wir liebten. Und so entschieden sich für den Gerichtsweg, und es war schrecklich, und sie haben verloren. So etwa 2005, 2006 gab es ein Foto von meinem 13 Monate alten Baby, nackt am Strand in Florida. Meine Schwiegermutter nahm das Bild und schickte es an die örtliche Polizeibehörde und meldete das als Kinderpornografie. Das war lächerlich. Die Polizei musste also meine Wohnung durchsuchen und kam zu dem Schluss: »Da ist nichts.« Das habe ich mir nicht bieten lassen. Ich habe eine Unterlassungsanordnung schicken lassen.

Als ich mit anderen in Branche darüber sprach, sagten sie: »Ich habe Angst vor meinem Ex-Mann« oder: »Ich habe Angst vor meinen Eltern«, obwohl das was wir taten, legal war. Nur weil wir Pornostars sind, heißt das nicht, dass wir abartige Dinge zuhause tun. Also habe ich eine Hilfsorganisation gegründet und Anwälte, die mit uns arbeiten und unsere Familien schützen wollten, zusammengestellt, da es unmöglich war, Anwälte für so etwas zu finden. Die meisten rühren sowas nicht an. Und ich dachte: »Das ist Irrsinn. Wir zahlen Steuern. Das ist unser völlig legaler Lebensunterhalt.«

MH: Wie ist es denn nun im Alltag, wenn man als Pornodarsteller Eltern wird?

Meine Tochter ist inzwischen erwachsen, doch als sie jünger war, haben mein Mann und ich alles getan, um sie zu schützen. Es gibt Gründe, weshalb das nur für Erwachsene ist. Es heißt ja auch Erwachsenenunterhaltung. Da gab’s welche, die fragten: »Habt ihr es ihr erzählt?« Und ich sagte: »Nein, sie ist noch nicht 18.« Sie wusste, dass das, was ihre Eltern machten, nur für Erwachsene war, und dass ich Vorträge an Colleges über alternative Lebensweisen und alternatives Sexleben gehalten habe, und sie wurde in einem sozialliberalen, offenen Haushalt groß. Als sie es also irgendwann wirklich herausfand, war ich weitaus nervöser als sie.

MH: Wie hat sie es herausgefunden?

Ein Kind in der Schule hat zu ihr gesagt: »Hey, wie ich höre, ist Deine Ma Brandi Love.« Irgendwann sagte sie: »Das ist ihre Sache, nicht meine.« Es wurde aber schon konfrontativ, als sie nach Hause kam und sehr wütend war. Ich sagte: »Okay, da wären wir also.« Sie war nicht wütend auf mich. Sie war wütend, weil andere Kinder über ihre Mutter tuschelten. Sie ist sehr wehrhaft, so wie ich, und ehrlich gesagt, hat uns das nur fester zusammen geschweißt. Denn sie sagte dann Sachen wie: »Du kennst meine Ma nicht. Du weißt gar nichts über sie.« Mit der Zeit macht man sich natürlich Sorgen, da man sich fragt: »Verurteilt einen das eigene Kind? Wird es mich nun anders betrachten?« Gott sei Dank aber ist es so nicht gekommen. Es hat uns letztlich näher zusammengebracht. In mancherlei Hinsicht ähnelt sie mir nicht – sie ist fest von Monogamie überzeugt, ich nicht so sehr. Wir respektieren aber die Ansichten des anderen. Wie es bei ihr also gelaufen ist, kann man es sich also als Eltern nur wünschen.

MH: Ich glaube, wenn ich in einer solchen Situation wäre, würde ich ehrlich gesagt wohl am liebsten so wenig wie möglich wissen. 

Als Kinder wollen wir nicht wissen, was unsere Eltern tun. Wolltest Du wissen, wann Deine Eltern es miteinander trieben? Nein! Sie hat Glück, in einem Zuhause aufgewachsen zu sein, in dem beide Eltern sehr liebevoll waren. Wir sind seit 23 Jahren verheiratet. Wir haben eine großartige Ehe. Sie muss die Einzelheiten nicht wissen. Sie will die Details immer noch nicht wissen. Sie sagt einfach: »Mach es, wie Du denkst!«

MH: Wie lange bist Du in der Branche aktiv? Wurdest Du immer schon als MILF eingeordnet?

Seit 2004. Da war ich 31. Das ist wie bei Strippern: man fängt damit nicht mit 30 an. Aber ich schon! Die Branche hat meine Kategorie ausgewählt. Ich hatte damit nichts zu tun. Damals war MILF aber noch keine Riesensache – ich glaube, das war noch vor American Pie. [Anmerkung: Der Film kam schon 1999 heraus]. Ich habe mit einer Swinger-Seite begonnen, eine Hotwives-Seite. Von da aus bin ich dann in die Branche gekommen, und die sagte dann: »MILF!«, und ich dachte, »Okay!«

MH: Wie war das für Dich? Es muss seltsam gewesen zu sein, als MILF eingeordnet zu werden, wenn man 31 ist. 

Ich habe in LA meine ersten Pornos gedreht. Meine erste professionelle Szene habe ich 2008 gemacht, und da war ich dann Ende 30, da war das passende, und ich bin ja eine Mutter, also dachte ich, dass das schon ganz gut passt. Ich kann schon verstehen, dass eine 28-Jährige das nicht so toll findet und sagt: »Moment mal, ich bin noch eine heiße Schnalle!« Aber ich habe als gestandene Frau begonnen. Ich fand das also heiß.

MH: Wie unterscheidet es sich, in dieser Branche MILF zu sein von der Erfahrung, die man macht, wenn man 19 oder 20 ist?

Ich hatte da schon gelebt, ich habe im Mainstream gearbeitet. Ich war in Führungspositionen. Ich war verheiratet, ich habe also eine solide Grundlage gehabt. Ich habe mich für Pornos entschieden. Nicht umgekehrt. Ich habe das Amerika der Unternehmen verlassen, um in die Pornobranche zu gehen. Das halte ich für eine grundlegend andere Erfahrung, als sie ein Mädchen macht, das gerade 18 ist. Direkt mit Pornos beginnen – ich weiß nicht. Das kann ich mir nicht vorstellen. Ich glaube, das wäre rauer.  Es wäre vermutlich schwerer, sich zurechtzufinden. Ich weiß, was ich will, ich weiß, was ich tue. Ich habe das nicht als Hobby oder als Laune betrieben und auch nicht, weil ich es gemusst hätte. Es war eher: »Was echt? Das ist ein richtiger Job? Das will ich machen.«

Dankbarerweise hat die Branche und die Gesellschaft entschieden, dass ältere Frauen sexy sind und Pornoreihen wie My Friend’s Hot Mom und My First Sex Teacher wurden immer größer, während ich älter wurde, und mein Alter wurde immer stärker zu einem Vorteil. Für Frauen, die zu Zeiten von Gina Lynn gearbeitet haben, war da Schluss. Da gab es keine Jobs mehr. Das lief nach dem Motto: Du bist heiß, Du bist jung, wir nehmen Dich unter Vertrag, und dann war’s das.« Heutzutage geht es mit 35 erst richtig los.

MH: Pornografie ist vermutlich eine der wenigen Branchen, in denen das für ältere Frauen wirklich stimmt.

Aber klar doch. Wie viele Frauen über 40 kriegen in Hollywood noch Rollen? Ich meine, ich sehe mir Jane Fonda an, und ich würde mit der schlafen. Sie sieht krass aus. Aber sie kriegt nicht mehr die gleichen Rollen. Es gibt auch weniger davon. In der Pornobranche hingegen gibt es für gestandenere Frauen mehr Rollen als für Teens. Ich arbeite jeden Tag.

MH: Du hast sehr viele Fauxcest oder Fake-Inszest-Szenen gedreht. Wie bist Du da hineingeraten, und wie erklärst Du Dir die heftige Popularität des Genres?

Ich weiß nicht, ob ich da hineingeraten bin. Aufgrund meines Alters passt das einfach – ich könnte die Mutter von jemandem sein. Wie bei allen Dingen gibt es auch hier Ebbe und Flut, und im Moment ist die Nische heiß. Warum das heiß ist? Ich meine, ich bin kein Psychologe. Aber es ist tabu, und je stärker etwas tabuisiert wird, desto heißer ist es. Es ist eine Fantasie. Es ist Erwachsenen-Unterhaltung. Die Unterhaltung entsteht durch diese Fantasie erzeugt.

MH: Drehst Du so etwas gern, oder hast Du Dich dabei zuerst unwohl gefühlt?

Es ist interessant. Es gibt da mehr Gelegenheit zum Schauspiel. Zuerst habe ich das nicht verstanden. »Was? Was soll ich da sagen?« Aber dann habe ich es verstanden, denn mein Job ist es, etwas darzustellen und Freude zu haben und eine Fantasie glaubhaft zu machen. Das muss nicht meine sein. Dafür werde ich bezahlt. Sobald ich etwas gedanklich verstanden habe, sage ich immer: »Okay, so machen wir das.«

MH: Was ist das Verrückteste, was man je von Dir am Set verlangt hat? Hatte schon mal jemand einen Unfall?

Nun, einige der Kerle können recht akrobatisch vorgehen. Einige der Positionen – ich habe manchmal das Gefühl, wir sollten da einen Disclaimer einblenden: »Macht das nicht nach, weil ihr euch den Schädel dabei brecht oder Zähne ausschlagt.« Ich habe noch nie gesehen, dass sich jemand verletzt hat, es gibt aber einen gewissen Gentleman in unserer Branche, der sich seinen Schwanz gebrochen hat. Sie ist darauf herumgeritten, und der Winkel war schief und da hat sie seinen Schwanz verletzt. Aber das habe ich nicht selbst gesehen.

MH: Okay, hier nun ein paar Leserfragen. Hier eine, die gleich drei Mal eingereicht wurde: Wie hältst Du Deine Bauchmuskeln so in Form?

(Lacht) Viele eurer Leser dürften das wissen. Da gibt es keine magische Pille. Ich bin auch nicht drei Stunden am Tag im Fitnessstudio – eine vielleicht, ehrlich. Ich mache 25 Minuten Ausdauertraining, 35-40 Minuten Hanteltraining. Wenig Fett, viel Eiweiß. So viel Obst und Gemüse, wie ich will. Ich versuche mich, gesund zu ernähren, bin aber nicht extrem streng dabei. Bauchmuskeltraining mache ich jeden Tag. Das ist ziemlich klar abgesteckt. Meine Grundmuskulatur ist vorhanden. Ich habe mal viel Crunches mit Gewichten gemacht. Ich kann dabei etwas seltsam aussehen. Inzwischen nutze ich den Bauchroller. Den guten alten Bauchroller! Ich mache etwa 300 pro Tag, und das war’s.

MH: Jemand fragt, was Dein Lieblingskäse ist.

Das ist eine schwierige Frage. Ich mag Wein und Käsecracker. Aber ich würde sagen, dass ich am liebsten Ziegenkäse mag.

MH: Magst Du jüngere Männer lieber?

Das Alter ist nicht alles. Jedes Alter hat seine Vorzüge.

MH: Was sind die Vorzüge?

Bei jüngeren Männern ist es der sportliche Sex. Die haben Ausdauer. Wenn die nicht schwitzen, glauben die, dass sie was falsch gemacht haben. Ältere Männer hingegen kennen den Körper einer Frau, da kann es befriedigender sein. Die nehmen sich Zeit. Es geht da aber nicht um Romantik gegen Aggression – eher um Ausdauer auf der einen und Sinnlichkeit auf der anderen. Es gibt den Unterschied auch zwischen junge und älteren Frauen. Es gibt da etwas, das ältere Frauen haben, jüngere Frauen aber nicht. Das ist das Schöne am Sex. Das ist wie mit Schneeflocken – keine zwei Erfahrungen und keine zwei Leute sind exakt gleich. Aber schön sind sie alle. Absolut.

MH: Ich habe gelesen, dass Du eine Trump-Unterstützerin bist. Was denkst Du zu seinem ersten Jahr im Amt?

Kurz gesagt, bin ich begeistert. Er setzt alles um, was er angekündigt hat. Es ist durchaus so, dass ich all die verstehe, die gegen ihn sind. Seine Persönlichkeit ist beschissen. Er bringt die Leute gegen sich auf. Er ist ein Narzisst. Ich denke aber mehr darüber nach, was er für unser Land macht, das ich liebe und in dem ich lebe. Aus diesem Grund bin ich für Trump.

MH: Hast Du ihn mal getroffen?

Nein, das würde ich gern.

MH: Würdest Du mit ihm schlafen?

Nein, ich meine — darüber wurde ja schon alles gesagt. Da will ich nicht auch noch was zu sagen. Aber würde ich? Unter bestimmten Voraussetzungen vielleicht. Wenn Melania mit dabei wäre, dann zum Henker, klar. Er ist ein mächtiges Alphatier. Das finde ich anziehend. Und seine Frau ist sexy und wow. Wenn ich die im Doppel bekäme, wäre ich dafür zu haben.

MH: Gibt es Dinge, die in eurer Ehe tabu sind, vor der Kamera aber in Ordnung sind und umgekehrt?

Du meinst, ob ich Dinge in meinem Privatleben nicht mache, die ich vor der Kamera tue? Überhaupt nicht. Ich habe vermutlich schon mehr privat als vor der Kamera gemacht. Gruppenszenen … mein Mann und ich haben das gelebt … wir hatten Hauspartys mit 15, 20 Leuten und hatten einfach Spaß und zwar ohne Kameras und dem Gedanken »Ist mein Mascara verschmiert?« Einfach geiler Sex. Ich habe noch nie eine Orgie gedreht, weil das komplizierte Dreharbeiten sind.  Da heißt es dauernd: »Hast Du den richtigen Winkel? Sind alle Paare im Bild?«

MH: Gibt es etwas, das Du nicht tun würdest?

Anal. Seit 12 Jahren fragt man mich, und meine Antwort bleibt immer die gleiche. Mein Arschloch antwortet immer gleich: Nein, danke. Wir sind alle anders geformt. Manche Mädels können eine Banane schlucken und lächeln. Ich wäre in Tränen und müsste würgen. Es gibt einfach Unterschiede. Warum manche das können und andere nicht? Wenn ich 42 Kilo wiegen und einen Riesenschwanz aufnehmen, dann denke ich: »Anatomisch kann das nicht stimmen. Wie kann das Ding nicht aus ihrem Hals wieder rauskommen?« Aber das passiert nicht. Sie ist einfach anders gebaut. Interessanterweise scheint es so, dass je kleiner ein Girl ist, desto größere Schwänze kann sie aufnehmen.

MH: Eine faszinierende Theorie. Führ das bitte noch etwas aus.

Keine Ahnung, ob es an dem Winkel liegt, aber jede kleine Frau, die ich kenne, kann größere vertragen. Jede große Frau, die ich kenne, winkt da ab. Sie sagt: »Das ist zu viel Schwanz. Einfach zu groß.« Je kleiner die Frauen sind, desto eher heißt es: »Yeah!« Meine Theorie ist also, dass je kleiner die Frau ist, desto größere Schwänze kann sie vertragen. Ich habe da noch keine Röntgenbilder gesehen, aber ich denke … Du scheinst eine kleine Frau zu sein, wie groß kannst Du sie vertragen?

MH: Das bin ich nicht. Aber danke für das Kompliment. 

Hast Du Pam Anderson und Tommy Lee gesehen? Er ist riesig, und sie ist winzig, und sie hat das einfach weggesteckt, als wäre es nichts. Das ist beeindruckend. Ich verstehe das nicht. Aber das ist meine Theorie und dabei bleibe ich.

 

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