Ist Sex mit Robotern gut für die Gesundheit?

sex robot

Viele Verfechter von Sexrobotern behaupten, dass Sexroboter zur sexuellen Gesundheit von Menschen beitragen und daher auch für Gesellschaften auf der ganzen Welt von Vorteil sein könnten. Wissenschaftler mahnen jedoch, dass es noch viel mehr Forschung und Studien geben sollte, bevor eine solche Behauptung ernsthaft vertreten werden kann.

Im Jahr 2012 veröffentlichte Science Direct eine Studie, die kühn prognostizierte, dass bis 2050 das älteste Gewerbe der Welt von Robotern übernommen sein wird. Darin hieß es: »Im Amsterdamer Rotlichtviertel wird es androide Prostitutierte geben, die frei von sexuell übertragbaren Infektionen sind, nicht aus Osteuropa eingeschmuggelt und in die Sklaverei gezwungen werden, [und] die örtlichen Behörden werden direkte Kontrolle über androide Sexarbeiter haben, somit auch die Preise, Arbeitszeiten und die angebotenen sexuellen Dienste kontrollieren.«

Jetzt wurde eine neue Studie im Magazin BMJ Sexual and Reproductive Health veröffentlicht. Die Autoren sind Susan Bewley und Chantal Cox-George, und sie haben allgemeine Daten über die Auswirkungen von Sex mit Robotern auf die menschliche Gesundheit untersucht.

Anscheinend blieb ihre Studie jedoch weitgehend ergebnislos. Bewley und Cox-George sagten: »Wir fanden keine Berichte über Primärdaten zu gesundheitlichen Aspekten der Verwendung von Sexrobotern. Der überwiegende Teil des Marktes für Sexroboter wird mit dem Gesundheitswesen nichts zu tun haben. Daher sind die Argumente für ihren Nutzen, wie bei so vielen auf diese Weise beworbenen Produkten, eher fadenscheinig.« Derzeit sollte das »Vorsorgeprinzip« gelten und der klinische Einsatz von Sexrobotern solange ablehnen, bis ihre postulierten Vorteile, nämlich »Schadensbegrenzung« und »Therapie«, empirisch getestet sind.

Die Autoren fanden mehrere Ideen und Behauptungen, dass Sexroboter für die menschliche Gesundheit nützlich sein könnten, aber keine Daten, die solche Aussagen unterstützen. Die Bereiche, über die sie Ideen fanden, waren zum einen, dass Sex mit Robotern sicherer Sex sein könnte, sie fanden auch Behauptungen über das therapeutische Potenzial der Roboter, zusätzliche Behauptungen, dass sie das Potenzial haben könnten, Pädophile und Sexualstraftäter zu behandeln, und weiter gefasst, dass Sex mit Robotern »gesellschaftliche Normen« verändern könnte.

Logischerweise aber macht es das Fehlen von Studien und klinischen Experimenten unmöglich, irgendetwas über die Richtigkeit der Behauptungen auszusagen. Die Autoren der Studie können ebenso wenig behaupten, dass all diese Nutzen nicht gegeben sind. Das scheint der Grund zu sein, warum die Autoren am Ende eher philosophisch werden und über Fragen der Zustimmung von Androiden zum Sex spekulieren. Die Autorinnen der Studie fragen sich, ob die Motivation des Verbrauchers bei der Ermittlung der Einwilligung außer Acht gelassen werden kann. Mit anderen Worten werfen die Forscherinnen die Frage auf: Wäre es ethisch vertretbar, Sexroboter an Vergewaltiger zu verkaufen?

Während das wie eine Frage klingt, die sich die Autoren der fiktiven HBO-Serie »Westworld« stellten, bleiben die Forscherinnen in ihren Überlegungen vage. Dennoch kommen sie zu der Empfehlungen, dass Pädophile und Sexualstraftäter nicht mit Sexrobotern behandelt werden sollten, solange es keine »wissenschaftlich und ethisch akzeptablen Forschungsversuche« gebe.

Die Autorinnen versetzen der kühnen Version der Studie von 2012 einen weiteren Schlag. Der Einsatz von Roboter-Prostituierten würde auch viele schwer zu klärende rechtliche Fragen aufwerfen: »Es kann rechtliche Konsequenzen haben, wenn die Technik von Sexbots versagt, zu Verletzungen oder Infektionen führt und die Verantwortung für Kondome und Hygienvorschriften unklar ist.« Wer also wäre schuld, wenn sich ein Kunde eines Sexroboters mit einer Geschlechtskrankheit infiziert?

Wenn Sie an der Studie interessiert sind, können Sie sie hier nachlesen.

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