Lovehoney nach Übernahme auf Expansionskurs

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Der britische Sextoy-Spezialist Lovehoney will seine internationale Expansion ausbauen. Nach dem Einstieg der mit der Familie Jacobs verbundenen Beteiligungsgesellschaft Telemos Capital soll die Präsenz der Marke weltweit verstärkt werden.

2017 konnte der 2002 gegründete Sextoy-Händler 100 Millionen Pfund Umsatz erzielen. Somit war das im britischen Bath ansässige Unternehmen in den letzten drei Jahren um 30% gewachsen. In einer immer umkämpfteren Branche ein erheblicher Erfolg. In diesem Jahr nun stieg die Beteiligungsgesellschaft der durch Kaffee und Zeitarbeit zu Milliardären gewordenen Jacobs-Familie bei Lovehoney ein. Die Gründer Richard Longhurst und Neal Slatefort sind allerdings weiterhin an der Spitze ihres Unternehmens und wollen nun weiter expandieren. Dabei soll Telemos Capital genauso helfen wie der Makrotrend des immer noch wachsenden Sextoy-Markts. Bis 2020 – so Schätzungen – soll die Branche auf einen Jahresumsatz von 22 Milliarden Pfund anwachsen.

2016 konnte das Unternehmen den prestigeträchtigen Queen’s Award for International Trade gewinnen, ein Zeichen für die zunehmende gesellschaftliche Akzeptanz der Branche. Auch dies ist neben der wachsenden Preistoleranz für renditestärkere hochpreisige Produkte ist einer der Makrotrends, der für Investitionen in die Branche spricht.

Im Interview mit dem britischen Express sagt Richard Longhurst: »Der Onlinehandel ist zurzeit an einem interessanten Punkt angekommen, und der sexuelle Wellness-Markt verändert sich gerade, taucht immer stärker auf dem Radar auf. Wir haben mehr Expertise benötigt, um entstehende Gelegenheiten umsetzen zu können. Unsere Strategie ist dabei, dass wir dort hingehen, wo sich die größten Potenziale verbergen. Auch wenn 60% unserer Kunden derzeit aus Großbritannien kommen, verkaufen wir weltweit und die Investitionen werden es uns ermöglichen, Präferenzen zu erkennen und auf das jeweilige Land anzupassen, das betrifft beispielsweise Farben oder bestimmte Produkte.«

Viele der bestehenden Lovehoney-Kunden sind Paare. Laut Angaben des Unternehmens befinden sich 75% der weiblichen Kundschaft in langfristigen Beziehungen. Nun will Lovehoney seinen Kundenstamm ausweiten und neue demografische Gruppen ansprechen.

Zu den Pluspunkten der bisherigen Entwicklung zählt für das Unternehmen, dass die Anzahl der Rücksendungen stark rückläufig ist. Eine erhebliche Erleichterung, sind doch die Rücksendungen für die meisten Onlinehändler ein immenser Kostenfaktor, der insbesondere bei Unternehmen, die stark ins Marketing investieren, die Bilanzen völlig verhageln und so potenzielle Investoren für dringend nötige Investitionen abschrecken kann.

Lovehoney möchte daher die Digitalstrategie ausbauen, Pläne für den Aufbau einer Ladenkette sind hingegen bis auf weiteres auf Eis gelegt worden. Während der Produktkatalog sicher weiter wachsen wird, mag man bei Lovehoney keine kostspieligen Abenteuer mit noch nicht ausgereiften Technologien beginnen. Als der Express fragt, ob Lovehoney in Erwägung ziehe, in den Markt mit Sexrobotern einzusteigen, stellt Longhurst klar: »Bei uns geht es um menschliche Interaktionen. Wir sind exzellent darin, die besten Versionen eines Produkts zu realisieren, die dann einfacher zu benutzen, leiser sind oder was auch immer. Uns geht es um direkte Stimulation und das auf kreative Weise.«

Das nennt man wohl ein vornehmes, britisches Nein.

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