Margrét Erla Maack: Islands Varieté-Star

Margrét Erla Maack

Island ist zu einem neuen Zentrum des Burlesque geworden. Dies hängt stark mit einer charismatischen Frau zusammen, die die Kunstform in Island nahezu aus schierer Willenskraft etabliert hat. Ihr Name ist: Margrét Erla Maack. Ihr wurde nun ein Porträt gewidmet.

Die vibrierende Bourlesque-Szene in Reykjavik ist weitestgehend auf das Wirken von Margré Erla Maack zurückzuführen. Zum kunstvollen Strippen kam sie wie die Jungfrau zum Kind und über Umwege, die das Leben schreibt.

Sie erzählt offen über ihre Anfänge: »2007 war ich 23. Und innerhalb nur einer einzigen Woche wurde mir das Herz gebrochen, und ich entschied mich dazu, drei Monate nach New York zu gehen, um mich freizumachen.«

In New York wurde Margrét durch Bauchtanz in die Cabaretszene eingeführt. Ihr Cabaret Debüt fand an einem schicksalsträchtigen Abend statt, als ein Showgirl im örtlichen Varietéclub krank wurde. »Ich bekam Puderzucker und stand da mit meinen Titten in Quasten und blies Puderzucker wie Kokain über eine kleine Person, die Marilyn Manson imitierte. Und dann wurde mir klar, dass ich das für den Rest meines Lebens tun wollte«, erklärt sie. Nach diesem Auftritt war sie dazu bereit, ihr Studium zu beenden und die Unterhaltungsbranche zu einer Vollzeitkarriere zu machen.

Die Entstehung der Szene

Heute, mehr als zehn Jahre später, gedeiht die Burleske-, Varieté- und Stripszene in Reykjavík, und das ist zu einem großen Teil Margréts Verdienst, allerdings auch der aufkeimenden Drag-Szene in Reykjavík zu verdanken. Margrét war motiviert, eine Varieté-Szene zu schaffen, als sie erkannte, dass es in Reykjavík und Island dafür eine Nachfrage gab. »Mir wurde klar, dass es dafür einen Markt gibt, es war etwas, das ich tatsächlich verfolgen konnte. Ich wollte eine Szene erschaffen, weil ich Varieté unterrichten wollte, weil es mir eine Menge Körperpositivität und einen anderen Aspekt der Sexualität gegeben hat. Es ist für Dich und die Menschen, und alle sind willkommen mitzumachen, immer aber zu Deinen eigenen Bedingungen«, sagt sie.

»Ich will keine Show machen, die alle und jeden anspricht. Wenn du etwas machst, das für alle ist, ist es keine gute Show.«

Auch ihre Frustration darüber, dass sie nicht die künstlerische Freiheit hatte, das zu tun, was sie wollte, motiviert sie. Diese Frustration teilte sie mit ihrem Co-Produzenten und Magier Lalli. »Ok, wir lieben das, was wir tun, aber wir brauchen eine Plattform, um das zu tun, was wir tun wollen«, erinnert sie sich.

Margréts Leidenschaft für Burlesque, Varieté und erotische Unterhaltung sind es, die sie motivieren – nicht das Geld. »Es ist ein Hobby, das sich bezahlt macht. Es zahlt sich nicht wirklich aus, niemand wird reich durch Burlesque. Es gibt genau drei Stellen in der Burlesque und Dita Von Teese hat zwei davon«, scherzt sie.

Die Menschen in Reykjavík und Island interessieren sich jedoch auf besondere Weise für Cabaret. Margrét erklärt sich den Reiz so: »Cabaret ist auch perfekt für Leute wie mich, die eine sehr kurze Aufmerksamkeitsspanne haben, denn man bekommt einen Musiker, dann eine Drag Queen und dann eine erotische Performerin. Man langweilt sich nicht und weiß nie, was passieren wird.«

Feministisches Varieté

Am Anfang hatte Margrét auch Angst. »Der Hauptgrund, warum ich Angst hatte, war die Furcht, dass es die schwierige Masse der schmutzigen Männer anziehen würde. Also war das erste, was ich anfing, mich als Feministin zu profilieren. Ich bin Kolumnistin, also musste das der erste Teil sein, der mich als Hardcore-Feministin einstufte, um diese Leute abzulenken.«

Margrét ist begeistert von Körperpositivität und von der Vielseitigkeit in der Varieté-Szene und erklärt ihre persönliche Verbindung zu Körperpositivität und der Kunst des Burlesque: »Ich liebe die Burlesque, wie sie sich heutzutage ausgestaltet, sie ist sehr einladend für alle Arten von Schönheit. Ich bin keine dünne Dame, und ich möchte wirklich Burlesque machen, das ist einfach clever und schön, aber es ist zufällig sehr feministisch und politisch, weil ich dick bin«, erklärt sie.

Körperpositivität und Selbstliebe

Die Vielfalt der Varieté-Szene spiegelt sich in der Zusammensetzung der Shows von Margrét wider, wie ich sie am 15. Juni erleben durfte. Es gab Stand-up-Comedy, magische Tricksereien, eine Frau, die ihre Brüste angezündet hat, den Luftakrobat, den Peitschenschwinger, aber vor allem die großen und kleinen, männlichen und weiblichen Körper, die in der Show vertreten waren.

Ein Wendepunkt auf ihrem Weg zur Selbstliebe war für sie die Verbindung zu ihren Wurzeln. »Ja, ich bin wie ich bin, aber ich bin gut proportioniert, ich habe da Glück, und mein Körper sieht genau so aus wie der Körper meiner Mutter, und der Körper meiner Schwester, die beiden Frauen, die ich am meisten liebe. Warum sollte ich meinen Körper hassen?«

Keine Grenzen

Es ist klar, dass Margréts Vision von Burlesque einzigartig und individuell ist, und sie ermutigt Menschen, die sich für Varieté interessieren, ihre eigene Einstellung dazu zu entdecken. »Was immer Du willst, solange es Erwachsenenunterhaltung ist … Ob es nun Gender-Spielereien sind oder etwas anderes, es kann sexy sein, es kann völlig unsexy sein, es kann das Ausleben von Fantasien sein, es kann das Ausspielen einer Idee sein, so wie sie ist. Es ist eine sehr offene Sache, die sehr gut, aber auch sehr schlecht sein kann. Wir sind alle Kinder ohne Grenzen.«

 

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