Nach Druck durch Behörden schließt Backpage.com seinen ‘Erwachsenen’-Bereich

Der Online-Werbeanzeiger Backpage.com hat Montag mit sofortiger Wirkung seinen “Erwachsenen”-Bereich geschlossen und damit einer Aufforderung Folge geleistet, die durch Behördenvertretern vorgebracht wurden, die einen Service beenden wollten, von denen sie behaupteten, dass er Prostitution und Menschenhandel Vorschub leiste.

Der unerwartete Schritt kam wenige Stunden, nachdem ein Unterausschuss des U.S.-Senats einen Bericht veröffentlicht hat, in dem Backpage beschuldigt wurde, bewusst Posts auf der Seite bearbeitet zu haben, um Hinweise auf Kinderhandel zu beseitigen.

Mit der Veröffentlichung der Entscheidung behauptete Backpage außerdem, dass es ein Opfer von Behördenzensur geworden sei. Backpage-Anwälte gaben an, dass Vertreter des Unternehmens vor dem Unterausschuss erscheinen, allerdings keine Aussagen machen werden.

Die U.S.-Senatoren Rob Portman und Claire McCaskill gaben jedoch an, dass der Unterausschuss Backpage noch sehr viel tiefer in Menschenhandel verstrickt ist, als bisher bekannt.

“Die Antwort von Backpage war es nicht, die Vorwürfe abzustreiten. Sie haben einfach ihre Seite geschlossen”, sagten sie in einem gemeinsamen Statement. “Das ist keine ‘Zensur’ – das ist eine Bestätigung der Untersuchungsergebnisse.”

Das Unternehmen versprach juristisch gegen die Vorwürfe vorzugehen, die zu einem wichtigen Test für die gesamte Internetbranche werden könnten, ob nämlich Onlineplattformen für Inhalten, die auf ihren Seiten veröffentlicht werden, verantwortlich gemacht werden können.

Der U.S. Supreme Court hat am Montag erst einen juristischen Erfolg von Backpage aufrechterhalten, indem er die Wiederaufnahme einer Klage dreier Frauen, die behaupteten, dass die Webseite ihre Zwangsprostitution erleichtert habe, abgelehnt hat.

Backpage ist auch das Ziel einer Ermittlung in Kalifornien, bei der die ehemalige Generalstaatsanwältin Kamala Harris Anklage gegen Carl Ferrer, den CEO von Backpage, und die Hauptaktionäre des Unternehmens, Michael Lacey und James Larkin, wegen Zuhälterei und Geldwäsche erhoben hat.

In einer Stellungnahme von Montag führt Backpage Lob von Ermittlungsbehörden und Kinderschutzorganisationen an, die in der Vergangenheit angegeben haben, dass die Seite dabei geholfen hat, Menschenhandel zu unterbinden.

“Wie die Entscheidung von Craigslist, den Erwachsenenbereich 2010 zu schließen, ist auch diese Ankündigung der Höhepunkt einer jahrelangen auf unterschiedlichen Ebenen vorgenommenen Anstrengung durch Behörden, auf Backpage.com Druck auszuüben und eine Fortsetzung zu kostspielig zu machen”, heißt es in der Stellungnahme weiter.

 

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