Peter Acworth tritt als CEO von Kink.com zurück – Alison Boden übernimmt...

Peter Acworth tritt als CEO von Kink.com zurück – Alison Boden übernimmt das Ruder

Alison Boden is the new CEO of Cybernet Entertainment

Der Gründer und CEO des Fetisch-Spezialisten Kink.com, Peter Acworth, wird von der Führung seines Unternehmens zurücktreten und sich künftig vor allem um seine Immobiliengeschäfte kümmern. Vizepräsidentin Alison Boden wird seine Position einnehmen und die Führung beim legendären BDSM-Produzenten Kink.com und seiner Holding Cybernet Entertainment übernehmen. 

Die neue Vorstandsvorsitzende von Kink.com wird Alison Boden. Sie hat ihre Karriere in der Branche 2003 bei einem Tupperware-ähnlichen Sextoy-Händler begonnen. Sie arbeitete in verschiedenen Bereichen in der Branche, wirkte im Projektmanagement, Marketing, IT und im Bereich Technologie. Bei Kink.com ist sie seit acht Jahren Technologievorstand.

Über ihre neue Rolle bei Kink sagt sie: »Ich fühle mich geehrt und bin Peter sehr dankbar für diese außergewöhnliche Gelegenheit Kink in ein neues Kapitel der unglaublichen Unternehmensgeschichte zu führen. Unter seiner Führung hat Kink den Standard für ethische Pornounterhaltung gesetzt, und ich stehe zu diesen Werten beim künftigen Wachstum unserer Marke, auch für unseren Einfluss in der Branche und bei der Vergrößerung unseres Publikums.«

Unter Acworths Führung ist Kink.com zu einer der größten Produktionsfirmen und Vertriebsnetzwerke für BDSM-Inhalte im Internet geworden. Sein erster Versuch in der Branche Fuß zu fassen, war der BDSM-Anbieter Hogtied.com. Zu Beginn agierte er als Vertrieb für die Inhalte anderer Produzenten. Erst als der Wettbewerb zunahm, begann er auch eigene Inhalte zu produzieren. Um 2010 war sein Unternehmen am Höhepunkt seiner Wirkungsmacht angekommen. Vier Jahre zuvor hatte er für mehrere Millionen Dollar das historische Gebäude San Francisco Armory erworben, ein Denkmal, das er 2018 für das Zehnfache des Einkaufspreises weiterverkaufen konnte.

Kink wurde berühmt, für die frühe Auseinandersetzung mit Themen wie ethische Pornoproduktion, Darstellerrechte und »Consent«, während die Produktionen des Unternehmens die Grenzen des Darstellbaren ständig verschoben. Princess Donna und Lorelei Lee, die beide bei der legendären und umstrittenen Fetischseite Insex.com ihr Debüt gaben, wurden zu den bekanntesten weiblichen Stars von Kink.com. James Deen und Steve Holmes waren wiederkehrende männliche Stars des Studios. Revolutionäre Formate wie PublicDisgrace und mehrere Dokumentarfilme über das Unternehmen (darunter eine von Hollywood-Star James Franco) festigten Ruf und Bedeutung des Unternehmens innerhalb der Community. Diesem Ruf konnten auch die Missbrauchsvorwürfe gegen einen der größten Stars des Studios – James Deen – nicht schmälern.

In den letzten Jahren musste Kink.com mit heftigen Umsatzeinbußen kämpfen und sich im Wettbewerb mit Gratis-Tubeseiten wie PornHub behaupten, während zeitgleich der Aufstieg der Cam- und Clipseiten, die gleichsam oftmals auf Fetisch-Sex setzten, ebenfalls an den Umsätzen des einstigen Branchenprimus nagten.

Laut Acworth hat Alison Borden eine wichtige Rolle bei der Neausrichtung des Unternehmens gespielt. Das extravagante Produktionsstudio wurde aufgegeben, die Armory verkauft, und die Webseite des Unternehmens für die Inhalte von Drittanbietern geöffnet. Kink.com entwickelt sich mehr und mehr zu den Wurzeln von Hogtied zurück: weniger selbstproduzierte Inhalte, eine stärkere Ausrichtung auf den Vertrieb von BDSM-Inhalten.

Acworth sagt dazu: »Alison war immens wichtig bei der Entwicklung unserer neuen Plattform. Wenn jemand Kink.com für das von Gratisinhalten überflutete neue Internet neuerfinden kann, dann sie. Sie ist clever, ehrgeizig und hat die nötige Erfahrung, die man in dieser Branche selten findet. Ich habe mich auf ihre Einschätzungen und Intuition seit Jahren verlassen, und ich bin froh, das Unternehmen unter ihrer Führung beim Wachsen beobachten zu können.«

Bodens Aufgabe wird es daher sein, die Plattform für Drittanbieter stärker zu öffnen und attraktiver zu machen, ohne die starke Marke Kink.com zu verwässern. Die Bedeutung, die das Unternehmen innerhalb der Community einnimmt, dürfte dabei helfen. Sie betont daher auch den Einfluss, den das Unternehmen bei der Normalisierung der Nische eingenommen hat: »Ich bin froh, für ein Unternehmen zu arbeiten, dessen Ziel nicht nur kommerzielle Profite sind, sondern dem auch das Beenden eines Stigmas am Herzen liegt. Wir werden das Unternehmen natürlich weltweit vergrößern, aber mein Ziel ist es im Grunde, dass wir die Art, wie die Gesellschaft Sexualität versteht und sieht, verändern, und dies ist ein sehr pragmatischer Ansatz, dies zu versuchen.«

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