Pipedreams neuer Chef will sich mit Amazon anlegen

Pipedreams neuer Chef will sich mit Amazon anlegen

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Der neue CEO von Pipedream, Matthew Matsudaira, hat viele Ideen im Gepäck, um Kunden, Händler und Mitarbeiter für die Produkte des Unternehmens zu begeistern und strebt offenbar eine Marktführerschaft im Sextoy-Markt an. 

Mehrere Journalisten wurden eingeladen, das neue Führungsteam und den frisch gebackenen, neuen CEO von Pipedream kennenzulernen. Matthew Matsudaira hat erst vor kurzem die Nachfolge des langjährigen CEO des Unternehmens, Nick Orlandino, angetreten. Dieser war nach über 20 Jahren an der Spitze des Unternehmens vor ein paar Wochen zurückgetreten. Matsudaira sprach gemeinsam mit seinem Team über die Pläne und Visionen für einen der größten Sextoy-Hersteller der USA.

Ein wesentlicher Bestandteil seiner Strategie betrifft die Unternehmenskultur selbst. Matsudaira will die Mitarbeiter des Unternehmens für seine Ziele gewinnen und strebt eine offene, kreative Unternehmenskultur an. Daneben soll das Unternehmen in Design, Produktentwicklung und Marketing investieren und die Konfrontation mit Amazon suchen.

Kristian Broms wurde zum neuen Chief Design Officer ernannt. Nicole Braniff, die das Dream Deals Programm von Pipedream lanciert hat, wird mehr Einfluss bekommen. Dazu sagt Patrick Lyons, VP Marketing bei Pipedream: »Sie kennt den Markt wirklich. Sie wird sich darauf fokussieren, wie wir Händlern und Zwischenhändlern wirklich helfen können. Das wird etwas wirklich Einzigartiges in dieser Branche.« Er fügte hinzu, dass der Start des Dream Deals Programms zu erheblichen Umsatzzuwächsen geführt habe.

Lyons sagte auch, dass Pipedream systematische Marktanalysen vornehmen werde: »Wir werden versuchen, zentrale Daten zu sammeln, Wettbewerbs- und Trendanalysen durchführen, und das gilt für den Mainstream genauso wie für die Branche insgesamt. Wir wollen eine wissenschaftlichere Herangehensweise finden als zuvor.«

Jeder in der neuen Führung versteht Amazon als Hauptgegner im Markt. Und das neue Managementteam scheint entschlossen, den E-Commerce-Giganten direkt herausfordern zu wollen. Lyons formuliert daher offen: »Es [Amazon] ist ein Markenzerstörer und etwas, das uns schadet. Wir sehen billige Kopien aus China, und wir wollen dagegen entschlossen vorgehen, da das gegen unser Geschäftsmodell geht.«

Pipedream wird Amazon mit Marketing bekämpfen, das auf Recherche und Nähe zum Kunden basiert. Lyons sagt dazu: »Unser Ziel ist es, in den nächsten zwei Jahren sehr aggressiv zu sein. Wir wollen das Kleenex im Sextoymarkt werden.« Laut Lyons bedeutet dies, dass Pipedream stärkeren Einfluss darüber bekommen will, wie die Pipedream-Produkte online beworben werden. Das Unternehmen wird Marken-Seiten für jedes einzelne Produkt schaffen, wodurch Pipedream jede Information, Beschreibungen wie Bilder, steuern kann. »So werden das an allen Stellen unsere Markenpflege, unsere Botschaft, unsere Bilder.«

Ein Großteil des Marketingmaterials soll innerhäusisch produziert werden. Das Unternehmen verfügt über ein eigenes Foto- und Videostudio und kann also Produktvideos rasch auf den Markt bringen und somit auch flexibel auf Geschehnisse und Marktanforderungen reagieren. Darüber hinaus ist ein Fernsehwerbespot für die Pipedream-Marke Jimmyjane geplant.

Zur neuen Strategie gehört auch die Verlangsamung des Produkt-Outputs. Hauptaugenmerk soll auf die Qualität der Produkte gelegt werden und es soll sichergestellt sein, dass alle angebotenen Artikel innerhalb von 24 Stunden verfügbar sind. Dies scheint also in der Vergangenheit Probleme bereitet zu haben.

Die neue Strategie einer aggressiven Positionierung gegen Amazon kann durch die tiefe Kenntnis des Gegners angegangen werden. Pipedreams neuer CEO, Matsudaira, hat in der Vergangenheit für Amazon gearbeitet und sieht Möglichkeiten für Pipedream eine disruptive, innovative Kraft im Markt mit Sexartikeln zu werden. Bei Amazon hat er an Schlüsselentwicklungen wie dem Fire Phone, Fire TV und Alexa mitgearbeitet und gehörte zum Gründungsteam des erfolgreichen Prime Now Angebots. Matsudaira zeigt sich optimistisch, dass der Sextoy-Markt »bereit für Innovation und Disruption« ist.

Matsudaira will sein Ziel insbesondere dadurch erreichen, eine kreative und innovative Atmosphäre unter seinen Mitarbeitern zu schaffen. »Dies wird das beste Unternehmen sein, um in dieser Branche zu arbeiten – Punkt. Hier werden die besten Talente zu finden sein. Hier werden sie sich persönlich und beruflich entwickeln können, das ist das Ziel, das wir uns gesetzt haben.«

Er fügt hinzu: »Mein Team will sich hier entwickeln. Meine Leute wollen lernen, sie suchen Herausforderungen. Wenn ich hier über meine Vision spreche, dann meine ich damit, dass wir das bestmögliche Team aufbauen wollen. Wir sind ein sehr fähiges Team, das großartige Dinge erreichen wird, wenn wir die richtigen Werkzeuge und den richtigen Rahmen dafür haben.«

Der neue CEO stellt klar, dass er eine offene, selbstbewusste Unternehmenskultur für seine Mitarbeiter anstrebt: »Eines der vielen Dinge, die ich in großen Unternehmen wie Amazon, Nordstrom und Chewy gelernt habe, ist, dass es schwer ist, dauerhaft großartig zu sein, dass man aber magische Dinge umsetzen kann, wenn das Team mitzieht und da ankommt. Menschen und Unternehmen können bei Ebbe und Flut großartig sein, aber wir wollen dauerhaft großartig sein. Dafür müssen wir üben und unsere Fähigkeiten verfeinern. Wir wollen die Latte höher hängen.«

Matsudaira scheint zuversichtlich, dass er gut auf seinen neuen Job vorbereitet ist: »Ich weiß, wann ich eine heiße Gelegenheit vor mir habe, und das hat meine Entscheidung leicht gemacht. Ich habe viel Zeit mit Nick verbracht und dabei viel gelernt. Ich habe auch viel mit unseren Banken und Finanzpartnern verbracht. Ich glaube, dass wir auf einem erfolgreichen Kurs sind.«

Zwar betont Matsudaira, dass er seinem Team das Scheinwerferlicht überlassen will und selbst eher im Hintergrund wirken will, wird der doch seinen ersten öffentlichen Auftritt in der Branche im Juli haben. Dann findet die erste ANME Show unter seiner Aufsicht statt. Die Messe wurde 1996 von Matsudairas Vorgänger Nick Orlandino begründet und war die erste B2B-Veranstaltung ihrer Art.

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