Pornhub muss Piraten identifizieren

Erstes Urteil seiner Art deckt aber nur Uploader ab

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Los Angeles (pte011/07.04.2017/10:30) – Porno-Piraten müssen um ihre Privatsphäre fürchten. Denn ein Bundesgericht in Kalifornien hat zum wohl ersten Mal angeordnet, dass die Video-Plattform Pornhub umfassende Daten von Piraten herausgeben muss. Zum Glück für Porno-Fans, deckt die Verfügung allerdings nur die Uploader von über 1.000 Videos ab, die Rechte eines Studios verletzen. Sollte Pornhub der Aufforderung nachkommen oder nach einem Instanzengang nachkommen müssen, könnte das Beispiel freilich Schule machen.

Volle Enthüllung

Die in der Vorwoche ergangene Verfügung nach dem Digital Millennium Copyright Act (DMCA) verlangt von Pornhub umfassende Enthüllungen über die betreffenden User: Namen, E-Mail- und realweltliche Adresse, Nutzungs- und Posting-Geschichte, Telefonnummer und ganz allgemein jegliche andere Information, die zur Identifikation geeignet ist. Das ist ein echter Datenschatz, von dem gerade Nutzer eines Porno-Portals wohl nicht möchten, dass er jemals preisgegeben wird.

Zum Glück für Porno-Konsumenten betrifft die Verfügung allerdings nicht User, die illegale Kopien auf Pornhub angesehen haben. Die Datenherausgabe deck nur jene Nutzer ab, die über 1.000 Videos hochgeladen haben, die Rechte des auf den Seychellen beheimateten Studios Foshan verletzen. Dieses ist vor allem für die Reihe “Wankz” bekannt. Was genau Foshan mit den Daten machen will, ist bislang nicht bekannt. Wahrscheinlich scheint jedoch, dass das Studio Klagen gegen Nutzer anstrebt, die illegale Kopien verbreitet haben.

Harte Gangart

Es dürfte sich um den ersten Fall handeln, in dem ein Rechteinhaber Pornhub mittels DCMA-Verfügung zur Herausgabe von Nutzerdaten zwingen will, berichtet “TorrentFreak”. Üblich ist eher, einfach die Löschung illegaler Inhalte zu fordern. Solchen Aufforderungen kommt Pornhub eigenen Angaben zufolge auch nach. Das Portal behalte sich zudem das Recht vor, die Accounts entsprechender Uploader zu sperren.

Bis 1. Mai 2017 muss Pornhub nun entweder der Aufforderung zur Datenherausgabe nachkommen und Porno-Piraten gegenüber Foshan enttarnen oder aber in Berufung gehen. Sollte das Portal der Aufforderung nachkommen, wird interessant sein, wie viel an persönlich identifizierbaren Nutzer-Daten es tatsächlich speichert. Davon könnte bei Erfolg des Foshan-Vorgehens letztlich auch abhängen, ob andere Studios dem Beispiel folgen.

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