Sexshops im Porträt #02: Erika Knoll führt seit 12 Jahren die ‚Condomeria‘ in Zürich

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Seit 28 Jahren gibt es die Condomeria in Zürich. Der traditionell auf Beratung setzende Laden wird von Erika Knoll seit 12 Jahren erfolgreich geführt.

Die Condomeria von Erika Knoll ist ein sehr zurückhaltend wirkendes Geschäft, das leicht abseits der Münstergasse mitten in der Zürcher Altstadt liegt. Die Auslage im Schaufenster wirkt ein bisschen wuselig, überladen. Man muss schon genauer hinsehen, um zu erkennen, wofür die Produkte in der Auslage eigentlich bestimmt sind.

Erika Knoll ist seit 12 Jahren Geschäftsführerin der Zürcher Condomeria, in der sie aber seit ihrer Gründung 1989 tätig ist. Die benachbarten Läden kamen und gingen, die Condomeria hingegen scheint ein Fels in der Brandung, trotz der zunehmenden Konkurrenz durch Internet und die Ausweitung der Verkaufsstellen für Sexspielzeug.

Wenn man sie befragt, was die Condomeria bestehen lässt, antwortet Knoll, dass sie davon ausgehe, dass es kompetente Beratung und Offenheit gegenüber den Kunden das schlichte Erfolgsrezept seien. Neben Spezialwissen über Anwendung und Nischenbereiche zahlreicher Sextoys, hat die Condomeria, wie der Name schon sagt, eine besondere Expertise bei Kondomen. »Wenn es um Kondome geht, weiß niemand besser Bescheid als wir.«

Dass der Kauf eines Kondoms nicht aus Verlegenheit am Automaten erfolgen sollte, kann niemand so gut erklären wie Knoll. Die meisten Menschen glaubten, Kondom sei Kondom, dabei sei es so wichtig, dass das Kondom sitze wie bei Sport- und Wanderschuhen. »Schließlich will man sich wie beim Laufen auf die Umgebung konzentrieren und keine Schmerzen haben.«

Auch bei den Größen greifen viele daneben. Allerdings anders, als man zunächst vermuten würde. Die Mehrheit der Männer kauf eher zu kleine Kondome. »Es kommt nie einer in den Laden und greift gleich nach dem Extra-Large-Modell. Viele murksen sich regelrecht in das Kondom rein, und dann platzt es.« Sie fährt fort: »Wir reden gegenüber unseren Kunden allerdings nicht von groß oder klein, sondern von eng und weit. Auch gibt es bei uns kein ’normal‘, sondern ’standard‘.«

Neben Kondomen weiß Knolls Sortiment auch bei Hygieneartikeln zu überzeugen. Der LadyP, ein tragbares Urinal für verzweifelte Festivalbesucherinnen und Fernreisende, die Dixie-Toiletten und öffentliche WCs in Raststätten scheuen, schafft auch beim Pinkeln Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern. Knoll erklärt: »Bei uns hat eine Fernfahrerin einen solchen Trichter gekauft und sie ist fast ausgeflippt, weil sie nun endlich auch im Stau in eine PET-Flasche pinkeln kann wie ihre männlichen Kollegen.«

Mit Leichtigkeit und erheblicher Expertise kann Knoll durch die Produkte ihres Ladens führen und zu Toys, Accessoires bis hin zu Duftkerzen kompetent beraten. Das ist, so glaubt sie, das eigentliche Kapital ihres Ladens: Das kompetente und sinnliche Erleben der Produkte. Die Anonymität des Internets mag viele aus den Sexshops vertreiben, doch Beratung und das dreidimensionale Anfassen und Erleben der Produkte ist bei so intimen Artikeln wie Sextoys für viele nach wie vor etwas, das digital nicht zu leisten ist. Wenn sie Recht hat, wird die Condomeria also weitere 28 Jahre bestehen.

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