Art Paul, Erfinder des Playboy-Hasen, tot mit 93

Art Paul
Der Grafikdesigner Arthur Paul hat 1953 das legendäre Hasen-Logo für Hugh Hefners legendäres Playboy Magazin entworfen. Seit der zweiten Ausgabe dient die Bildmarke als Maskottchen und Logo des einstmals einflussreichsten Erotikheftes. Nun ist Paul im Alter von 93 Jahren an einer Lungenentzündung in seiner Heimatstadt Chicago gestorben.

Arthur (‚Art‘) Paul wurde 1925 in Chicago geboren. Er studierte von 1940 bis 1943 am School of the Art Institute. Nachdem er bis zum Ende des 2. Weltkriegs in der Armee diente, setzte er seine Studien am Institute of Design fort. In den späten 40er und frühen 50er Jahren wurde Paul rasch als viel beschäftigter Freelancer erfolgreich. Und so war der junge Designer zunächst wenig begeistert, als sich Hugh Hefner ihm mit dem Angebot näherte, für das im Entstehen begriffene Erotik- und Lifestyle-Magazin zu arbeiten.

In einem Interview sagte Paul dazu: »Ich war zunächst zögerlich, Hugh Hefners Angebot anzunehmen. Denn als Freelancer hatte ich die besten Kunden, die man in Chicago haben konnte. Deshalb habe ich bei den ersten Ausgaben auf freier Basis mitgewirkt. Was mich dann überzeugt hat, war, dass man mir die Freiheit zusicherte, Kunst einkaufen zu können, die die meisten Illustratoren 1953 nicht verkauft bekamen, also persönliche Visionen, die den Gestaltern am Herzen lagen. Ich sagte den Illustratoren, dass ich keine ‚kommerzielle‘ Kunst haben wollte. Ich wollte die Sachen haben, die die Leute in ihrer Freizeit machten, wenn sie nicht an einem Magazin arbeiten mussten. Die dachten zunächst, ich mache Witze. Ich konnte die Künstler aber davon überzeugen, dass sie sich nicht an uns verkauften, sondern ein größeres Publikum für ihre authentischsten Arbeiten bekommen würden.«

Art Paul arbeitete in den folgenden drei Jahrzehnten für Hefners Playboy Magazin. Schon in den ersten Jahrne stieg er zu einer wichtigen Figur in der Kunstwelt auf. Zu den Künstlern, die er für das Magazin gewann, gehörten: Salvador Dalí, Andy Warhol, Leroy Neiman, Shel Silverstein und Will Elder.

Der ehemalige Designer für das New York Magazine, Robert Newman, sagte über Paul: »Diese Vorstellung, dass von Playboy etwas Cleveres ausging, das lag alles an Art Paul. Er ist derjenige, der dem Playboy dieses niveauvolle, smarte und sinnliche Gefühl verliehen hat.«

Hugh Hefners Tochter Christie war Vorstandsvorsitzende der Playboy-Gruppe von 1988 bis 2009. Auch sie äußerte sich zum Tod des Hasen-Schöpfers: »Das Magazin wird dafür gefeiert, die sexuelle Revolution mit ausgelöst zu haben. Art gebührt der Ruhm, die Befreiung des Illustratoren mit ausgelöst zu haben. Er hat dabei geholfen, kommerzielle Kunst jenen Rang als angesehene und legitime Erscheinungsform von Kunst zu verschaffen, den sie heute innehat.«

In einem Interview mit Playboy.com sprach Art Paul über sein Berufsverständnis: »Ich wollte Illustration an sich verändern, indem ich Künstler und Illustratoren davon überzeugen wollte, persönlicher, ausdrucksvoller und innovativer zu sein. Dabei wurde ich unterstützt von dem Klima des Wandels, das von Playboy ausging, und von der Idee, dass es keine hohe oder niedrige Kunst gibt, dass gutes Design auf alles angewendet werden kann.«

Als Paul sich in den Ruhestand zurückzog, hatte er für Playboy hunderte von Auszeichnungen im Bereich Grafikdesign gewonnen. Seine Kollegen sehen in ihm noch heute als federführende Kraft für die Revolution im Bereich der Magazin-Illustration.

Laut Paul hat es ihn nur etwa eine Stunde gekostet, um den legendären Hasen im Smoking zu entwerfen. Der Playboy-Bunny wurde zu einem der weltweit bekanntesten Unternehmenslogos, die je erschaffen wurden, gleichauf mit den Logos von Disney, Coca-Cola, Apple und McDonald’s. Da das Printgeschäft nach wie vor auf dem Rückzug ist und kostenlose Pornos auf Tubeseiten wie PornHub zu finden sind, dürfte das von Art Paul entworfene Logo mit zum wertvollsten Asset des Unternehmens geworden sein.

Nach seiner Zeit bei Playboy arbeitete Paul für unterschiedliche Magazine und Medienunternehmen und war Mitglied im Vorstand des Museum of Contemporary Art in Chicago.

 

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