Klageerhebung gegen den Racheporno-Anbieter MyEx.com

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Erleichterung für zahlreiche Ex-Partner, die Opfer von Rachepornos geworden sind. Im Verbund mit der FTC hat der Bundesstaat Nevada Anklage gegen die Betreiber der Webseite MyEx.com erhoben, da die Seite Revenge Porn (Rachepornos) verbreite: Fotos und Videos von unwilligen »Models«, die ohne ihre Zustimmung und in Verbindung mit privaten Informationen von ihren Expartnern auf die Seite geladen wurden. 

Nach der Schließung von IsAnyoneUp und PinkMeth, einer auf Rachepornos spezialisierten Darknet-Seite, waren die Tage für Revenge Porn Anbieter eigentlich gezählt. In mehreren Ländern der Welt wurden die Gesetze diesbezüglich verschärft und die Suchmaschinen Google und Bing richteten Prozesse ein, um Revenge Porn Inhalte aus ihren Suchergebnissen zu sperren. Aus unerfindlichen Gründen aber konnte die Webseite MyEx.com all diese Bemühungen überdauern und seine Dienste weiterhin anbieten. Nun aber scheint der Alptraum für viele Opfer der Webseite vorerst zu Ende zu gehen. Derzeit ist die Webseite nicht mehr erreichbar.

Die Federal and Trade Commission (FTC) ist überzeugt davon, dass die Webseite und ihre Betreiber den FTC Act verletzt haben. Unter dem Recht des Bundesstaats Nevada stellten die Geschäftspraktiken des Seitenbetreibers obendrein »irreführende Geschäftspraktiken« dar (vermutlich Erpressung), so dass Nevada sich der Klage gegen die berüchtigte Webseite anschließen konnte.

In der Klageschrift, die beim Federal Court eingereicht wurde, argumentieren die FTC und der Bundesstaat Nevada, dass MyEx.com und die Betreiber der Seite private Bilder und Videos in Kombination mit eindeutigen privaten Informationen der dargestellten Individuen mit dem Zweck erbeten haben, die Opfer zu belästigen, erniedrigen und zu erpressen.

Die Klage wurde gegen ein Unternehmen namens EMP Media Inc., die Eigentümer und Betreiber Aniello Infante, Shad Applegate wie auch einem Unternehmen namens Yeicox Ltd. erhoben.

Maureen K. Ohlhausen ist Chairman des FTC. Sie sagt: »Die Seite hat ihre Besucher dazu aufgefordert, den eigenen Ex-Partner mittels ‘Add Your Ex’ auf die Seite zu laden und außerdem mittels ‘Submit Pics and Stories of Your Ex’ Bilder und Geschichten über den Ex-Partner einzusenden. In vielen Fällen hat die Webseite offenbar 499 bis 2.800 Dollar von den Opfern verlangt, um die Bilder und Informationen wieder von der Seite zu entfernen. MyEx.com nutzt verachtenswerte Taktiken, um von den intimen Details des Privatlebens von Personen zu profitieren. Menschen, die auf dieser Seite abgebildet wurden, haben reale Schäden davon getragen, dazu gehören der Verlust von Geld, der für die Entfernung von Bildern und Informationen verlangt wurde, aber auch der Verlust von Arbeitsplätzen sowie das Ausgesetztsein von Drohungen und Belästigung.«

Neben der Veröffentlichung und Verteilung der Bilder und Videos hat die Webseite ihren Besuchern darüber hinaus die Gelegenheit gegeben, die Opfer zu bewerten und zu kommentieren. Bisweilen war der Kommentarbereich mit Aufrufen gefüllt, die Opfer zu belästigen und ihre Verwandten und Arbeitgeber zu kontaktieren.

Die FTC streicht hervor, dass die Angeklagten sich vollkommen bewusst waren, dass die nahezu 12.000 entblößten Individuen ihr Einverständnis für die Veröffentlichung ihrer Bilder und Videos auf der Seite nie gegeben haben. Im Gegenteil, Teil des Einkommensstroms der Seite war es, von den Opfern Gebühren dafür zu verlangen, ihre Informationen von der Seite zu löschen.

Einer der Angeklagten hat sich mit den Klägern inzwischen geeinigt. Der Präsident von EMP, Aniello Infante, hat sich verpflichtet, nie wieder Bilder ohne Zustimmung zu veröffentlichen, alle Informationen seiner Opfer zu löschen und eine Strafe in Höhe von 205.000 Dollar zu zahlen. Das Geld soll dazu verwendet werden, den Opfern das Geld zurückzuerstatten, das diese gezahlt haben, um Bilder und Informationen löschen zu lassen.

 

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