Nach Datenskandal: Playboy verlässt Facebook

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Der Sohn des Playboy-Gründers Hugh Hefner verbindet politische Haltung mit einem kleinen Marketingcoup. Aufgrund der Rolle des Social Media Giganten Facebook bei der mutmaßlich durch Russland gesteuerten Sabotage der US-Präsidentschaftswahlen zugunsten Donald J. Trumps zieht sich der Konzern mit dem Hasenlogo mit allen Accounts von Facebook zurück.

Cooper Hefner hat auf seinem Twitter-Account verkündet, dass das Unternehmen seines Vaters, Playboy Enterprises, alle Accounts auf Facebook löschen wird. Damit reagiert der Erotikkonzern auf die durch das Daten- und Lobby-Unternehmen Cambridge Analytica fabrizierte Krise des größten Social Media Unternehmens der Welt.

Hefner schreibt: »Facebooks Guidelines haben immer schon unseren Werten widersprochen. Wir haben versucht, unsere Stimme auf die Bedingungen der Plattform abzustimmen, die unserer Meinung nach sexuell repressiv ist.« Damit nutzt der Kreativchef des Playboykonzerns geschickt die Wut auf Facebook, um sich aus der kostspieligen Verpflichtung auf der Plattform zu flaggen, zu befreien.

Er setzt nach: »Mit der Sabotage der Wahlen in den USA hat sich unsere Sorge verfestigt, dass mit den Daten der Nutzer nicht verantwortungsbewusst umgegangen wird – dies betrifft 25 Millionen Playboy-Fans – und uns ist somit klar, dass wir die Plattform verlassen müssen.«

Playboy hat mit sofortiger Wirkung zahlreiche mit dem Unternehmen verbundene Facebookseiten gelöscht oder deaktiviert. Somit dürften Millionen von Facebooknutzern mit einem Schlag keinerlei Meldungen des Bunny-Unternehmens mehr erhalten.

Der Druck auf Facebook nimmt nach dem Datenskandal um Cambridge Analytica weltweit zu. Und das nicht nur von Unternehmens- und Konsumentenseite. Die Vorwürfe wiegen schwer. Unter Umständen hat das Datenleck des Unternehmens die Brexit-Abstimmung wie auch die Präsidentschaftswahlen in den USA für extreme Populisten mitentschieden. In zahlreichen Ländern wird nun über Ermittlungen gegen das Unternehmen nachgedacht. Der Aktienkurs Facebooks ist eingebrochen, und zahlreiche Stimmmen werden laut, dass das Geschäftsmodell des Unternehmens nicht mit den Werten einer freien Gesellschaft und auch nicht mit Datensicherheit und Datenschutz überein zu bringen ist.

Facebooks Gründer, Mark Zuckerberg, versucht sich derweil in Schadensbegrenzung und gibt Interviews und schaltet Entschuldigungs-Anzeigen in zahlreichen Medien. Er gelobt Besserung und Konsequenzen. Außerdem hat Zuckerberg verlautbaren lassen, dass er bereit sei, vor etwaigen Untersuchungsausschüssen auszusagen.

Playboy folgt mit seiner Entscheidung dem Vorbild Elon Musks, dem charismatischen CEO und Gründer des Elektrofahrzeugkonzerns Tesla und des Weltraumpioniers SpaceX. Der Milliardär hatte bereits kurz nach Bekanntwerden des Datenskandals seine Verbindungen zu Facebook mit allen Accounts gekappt. Auf Twitter schrieb Musk: »Ich benutze Facebook nicht und habe es nie getan, daher halte ich mich jetzt nicht für einen Märtyrer oder glaube, dass meine Unternehmen sonderlich davon betroffen sind. Wir machen dort keine Werbung und sind keine Sponsoren.« Lapidar setzt er nach: »Es ist mir also egal.«

1 KOMMENTAR

  1. Total verlogen. Alle diese Konzerne kaufen und verkaufen selbst Daten illegal, wo es nur geht. Zudem haben CNN & Co. im Wahlkampf Propaganda für die kriegsgeile Dienerin der Wallstreet Clinton gemacht. Das wiegt die vermeintliche Trump-Unterstützung durch facebook mehr als auf. Finde ich schade, dass der PLAYBOY sich so vor den Propagandaschlitten binden lässt.

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