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Playboy denkt über Einstellung der US-Magazinausgabe nach

Nicht sicher, dass Print notwendigerweise der beste Weg ist, um unsere Kunden in der Zukunft zu erreichen

Wenige Monate nach dem Tod von Hugh Hefner im Alter von 91 Jahren könnte das von ihm gegründete legendäre Playboy Magazin vor dem Aus stehen. In einem Interview mit dem Wall Street Journal deutete Ben Koh, CEO von Playboy Enterprises, an, dass die sechs Jahrzehnte umspannende Geschichte des Magazins zu Ende gehen könnte. 

Die zahlreichen Nachrufe machten deutlich, dass der Tod von Hugh Hefner auch das endgültige Ende einer Ära markierte. Wie sich herausstellt, könnte dies auch das Ende der Printausgabe des Playboy Magazins bedeuten. Damit würde der ursprüngliche Kern des Unternehmens eingestellt. Playboy Enterprises ist Eigentümer von Marke und Magazin und Ben Koh, CEO des Unternehmens, machte in einem Interview mit dem Wall Street Journal deutlich, welcher Teil den eigentlichen Wert des Unternehmens ausmacht. In Bezugnahme auf die wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Magazins sagte er: »Bisher konnten wie die Verluste [des Magazins] aufgrund des Marketing-Wertes hinnehmen, aber wir müssen auch nach Vorne denken. Ich bin mir nicht sicher, dass Print notwendigerweise der beste Weg ist, um unsere Kunden in der Zukunft zu erreichen.«

Zu Glanzzeiten konnte Playboy mit der November-Ausgabe 1972 mehr als 7 Millionen Exemplare verkaufen. Durch zunehmende Konkurrenz, Onlinepornos und die Digitalisierung aller Lebensbereiche und insbesondere der Art, wie Medien konsumiert werden, ist das Magazin seit Jahren in der Defensive und verliert fortlaufend an Auflage, die inzwischen auf unter 500.000 pro Ausgabe geschrumpft ist. Bedenkt man, dass einst 25% aller männlicher Studenten das Magazin abonniert hatten, sagt die heutige Auflage viel darüber aus, welche Priorität das Magazingeschäft für Playboy Enterprises noch haben kann. Insbesondere da die Gruppe große Teile ihrer Umsätze durch das Lizenzgeschäft mit dem Markennamen und dem Hasenlogo erzielt.

Der Verkauft der Washington Post an Jeff Bezos, der die historische Zeitung für einen Bruchteil des einstigen Wertes übernehmen konnte und der kürzliche Verkauf des Rolling Stone Magazins sind deutliche Zeichen dafür, dass keine Marke bei dem erdrutschartigen Wandel, den die Digitalisierung darstellt, sicher ist.

Koh deutet an, dass er Playboy Enterprises vollständig auf Markenmanagement fokussieren möchte – ein Geschäftsmodell, das sich ausschließlich auf Partnerschaften und Lizenzgeschäfte stützt. Hefner selbst konnte, solange er lebte, das Ende seines Magazins hinauszögern. Sein Sohn, Cooper Hefner, der als COO von Playboy Enterprises fungiert aber wird es damit schwerer haben. Sein Versuch, das Magazin zu verjüngen und neue Leserkreise zu gewinnen, könnte beendet werden, bevor der Ansatz sich völlig entfalten kann.

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