Fragwürdige Messe „Rund um die Frau“ in Bielefelder Hechelei

Spannend, was manche Menschen sich darunter vorstellen, was Frauen interessiert

messe frau

Bielefeld. Das hatten sich einige Besucherinnen doch etwas anders vorgestellt. Der Veranstalter der Messe „Rund um die Frau“ in der Hechelei hatte ein tolles Event mit allem, was Frauen interessiert, versprochen. Außerdem sollte es für die ersten Besucherinnen tolle „Überraschungstüten“ geben. Doch beides, Messe- wie Tüteninhalt, enttäuschte arg.
Heimische Geschäfte? Wo?

Heimische Geschäfte und überregionale Aussteller, so hieß es in der Ankündigung der Messeagentur s.u.w.a. aus Salzkotten, hätten sich zum Ziel gesetzt, die Frau in den Mittelpunkt zu stellen. Es sollte Produkte und Dienstleistungen rund um die Interessen der Frauen geben.

Vom Lifestyle-Sektor mit Bereichen wie Mode, Kosmetik, Hairstyling, Inneneinrichtung, Sport, Gesundheit, Wellness und Beauty, über Weiterbildungsmöglichkeiten für Frauen im Raum Bielefeld, bis hin zu den Branchen Reisen, Kulinarisches, Kultur und Kunst sollte ein breites Spektrum der weiblichen Bedürfnisse abgedeckt werden.

Kartenlegen ab 30 Euro

Da fragte sich die geneigte Besucherin schon, was für die Frau so interessant daran sein soll, sich für 30 Euro (günstigster Preis) in einem ominösen Zelt von einer merkwürdigen Kartenlegerin Geschichten über die Zukunft erzählen zu lassen.

Größter Stand war ein Süßigkeitenstand, an dem es große blaue Schlümpfe zu kaufen gab, der Lesezirkel bot die Super Illu und die Bunte an. Zudem gab es einen HelloFresh-Stand, an dem Kochboxen an die Frau gebracht werden sollten.
Marktschreier

Zuweilen wähnte man sich bei der Veranstaltung beinah auf dem Fischmarkt. Einige Verkäuferinnen hatten tatsächlich Marktschreier-Qualität. Eine Dame, die Kosmetik-Artikel verkaufte, bölkte, als müsse sie schnell den letzten Aal loswerden, bevor er schlecht wird. Wer nicht schnell genug türmte, hatte schon die Puderquaste im Gesicht. Auch der Verkäufer eines Brillen-Reinigungsmittels schreckte nicht davor zurück, vorbeigehenden Damen einfach die Brille von der Nase zu zupfen.

Auch die versprochene Überraschungstüte für die ersten 500 Besucherinnen enttäuschte arg. Lila Plastik, Zeitschriften, Infomaterial, eine reine Werbeveranstaltung. Was noch als fast lustig durchgeht, sind die darin enthaltenen „Lustwürfel“ der Firma „eis.de„. Obwohl die auf ein irgendwie fragwürdiges Frauenbild des Messeveranstalters hindeuten.

Unser Fazit: Das gesamte Programm ist viel zu dünn. Viel Schmuck, viele Süßigkeiten, ein bisschen Herzhaftes, Zeitschriften, aller-höchstens 16 Stände. Das ist zu wenig für einen Eintrittspreis von immerhin fünf Euro.

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