Kissenger: Der nächste Schritt zu realistischem Sex zwischen Mensch und Maschine?

Zuerst etwas zum Namen: „Kissenger“, das in Entwicklung befindliche Oberflächen-Gadget, das Menschen erlauben wird einen (halb-)realistischen Kuss zu versenden, hat nichts mit Henry Kissinger (der mit einem „i“ geschrieben wird) zu tun. Stattdessen handelt es sich um eine Verbindung der Wörter „Kiss“ und „Messenger“ – lassen Sie sich also nicht verwirren.

Kissenger ist kaum der erste Versuch Mensch und Maschine sexuell zusammenzubringen. Sogar in den 90ern sprach man bereits von Körperanzügen mit kleinen Motoren und Vibratoren, die einer Person auf der anderen Seite des Globus die Möglichkeit geben würde, den Träger des Anzugs über das Internet zu stimulieren.

Von 2009 bis vor kurzem gab es RealTouch von AEBN, ein Gerät, das eine Stimulation des Penis synchron auf sexuelle Handlungen in einem Film abstimmte. Eine abgespeckte Version davon wurde von Lovesense auf den Markt gebracht. Dessen iMan und iLady konnten sexuelle Interaktion zwischen den Besitzern ermöglichen, LovePalz folgte 2011 mit Zeus und Hera, die bessere Interaktion ermöglichten. In jüngerer Zeit  kam Kiiroo.com mit den neuesten Teledildonics auf den Markt: das interaktive Onyx (für Männer) und Pearl (für Frauen), die „in der Lage sind, taktile Sinnesdaten zu senden und zu empfangen und auf die empfangenen Daten zu antworten.“

Dagegen scheint Kissenger vielleicht etwas primitiv, doch wenn es marktreif ist, wird es realistische Küsse über ein Handy ermöglichen. Laut der Webseite des Geräts befinden sich „hochpräzise Drucksensoren unter der Silikonlippe, um die dynamischen Kräfte, die auf die unterschiedlichen Stellen der Lippe während des üssens messen. Das Gerät sendet diese Daten zu Ihrem Handy, die sie [mittels einer App] über das Internet in Echtzeit zu Ihrem Partner schicken. Winzige lineare Aktuatoren werden dazu eingesetzt, diese Kräfte auf die Lippen Ihres Partners zu übertragen, wodurch eine realistische Kusserfahrung entsteht.“

„Wie bei jeder Kommunikationstechnologie geht es auch bei diesem Projekt um das Sammeln von Daten“, kommentierte der Journalist Rhett Jones auf der Webseite Gizmodo.com. „Forscher werden Statistiken über den Blutdruck und die Herzfrequenz aufzeichnen und in klinischen Tests herausfinden, ob die Anwender auf die gleiche Weise berührt werden wie bei einem echten Kuss. Letztlich hoffen die Entwickler von Kissinger, dass sie den Turing Test bestehen. Werden Probanden den Unterschied zwischen einem menschlichen Kuss und einer Computersimulation bemerken?“

Darüber arbeiten die Entwickler daran, auch Zungen in die Kusserfahrung miteinzubeziehen.

Das oben abgebildete Gerät wurde von Emma Yann Zhang als Teil ihrer Doktorarbeit entwickelt. Doch auch wenn der Drahtprototyp erfolgreich getestet wurde, ist eine marktfähige Version noch Monate, wenn nicht Jahre entfernt… Aber hey, die Wissenschaft drängt weiter nach vorn!

(Anmerkung: Der Kissinger ist nicht zu verwechseln mit einem Gerät gleichen Namens, für das das in Singapur ansässige Unternehmen Lovotics derzeit Spenden über IndieGoGo sammelt.)

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