Sextoy-Hersteller einigt sich für 3,75 Millionen Dollar im Streit um allzu ‘smarte’ Vibratoren

Vielleicht sollten Sie es nochmal überdenken, Ihr Sexspielzeug mit dem Internet zu verbinden: ein Hersteller eines Vibrators zahlt US-Kunden bis zu 10.000 Dollar als Entschädigung dafür, dass die mit dem Gerät verbundene App Kundendaten an die Server des Unternehmens übertragen hat.

In einem Vergleich vorm Federal Court in Chicago hat das kanadische Unternehmen We-Vibe sich einverstanden erklärt, 5 Millionen Kanadische Dollar (das sind etwa 3,75 Millionen US-Dollar) zu zahlen, um Datenschutzklagen mehrerer Kunden bezüglich “Lifestyleprodukten für Erwachsene”, die Kundendaten übertragen haben, beizulegen.

Das fragliche Spielzeug, zu dem auch der We-Vibe Classic und Rave by We-Vibe für Paare gehören, erlaubt es dem Partner das Gerät via Bluetooth und einer Smartphone App zu steuern.

Sicherheitsexperten haben jedoch festgestellt, dass das Unternehmen die App auch dafür genutzt hat, um Daten über die Art und Weise, wie Kunden die Vibratoren genutzt haben, zu sammeln. Die App übertrug Daten wie Temperatur- und Intensitätseinstellungen der Kunden, auch die Häufigkeit der Verwendung wurde mitgeschnitten und an das Unternehmen geschickt.

Während We-Vibe betonte, dass keine Kundendaten von Dritten gehackt worden sind, hat das Datensammeln des Unternehmens zwei Kunden dazu veranlasst, eine Sammelklage gegen den Hersteller anzustrengen. Aufgrund der intimen Art der Daten hat das Gericht den Kunden, die nur als “NP” und “PS” in Erscheinung treten, erlaubt, anonym zu bleiben.

Bemerkenswert ist ein kleines Detail der Einigung, nach dem sich Kunden entscheiden dürfen, welche Schäden sie geltend machen: jene, die angeben, dass sie die App zur Steuerung des Vibrators genutzt haben und dazu Name, Telefonnummer und andere Daten preisgeben, erhalten im Rahmen der Einigung bis zu $10.000. Kunden, die lediglich nachweisen, dass sie ein internetfähiges We-Vibe-Gerät gekauft haben, erhalten nur bis zu $199.

Ein Sprecher von Standard Innovation, dem Mutterunternehmen von We-Vibe, äußerte gegenüber dem Magazin Fortune Folgendes:

“Wir sind froh, diese faire und vernünftige Einigung in dieser Sache erzielt zu haben. Bei Standard Innovation nehmen wir Datenschutz und Privatsphäre unserer Kunden ernst. Wir haben unsere Datenschutzerklärung angepasst, die Sicherheit der App erhöht, Kunden mehr Auswahlmöglichkeiten bei der Art der Daten, die sie mit uns teilen möchten, eingeräumt und arbeiten weiterhin mit Datenschutz- und Privatsphäre-Experten gemeinsam an der Verbesserung der App.”

Während der Rechtsstreit zwar dazu geführt hat, dass We-Vibe seine Standards in Bezug auf die Privatsphäre seiner Kunden verbessert hat, könnte das Ereignis manch einen Kunden daran zweifeln lassen, ob mit dem Netz verbundene Sextoys überhaupt eine so grandiose Idee sind.

In einer früheren Version dieses Artikels wurde fälschlicherweise behauptet, dass der We-Vibe Sync zu den von der Sammelklage betroffenen Vibratoren gehört.

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