Stolz und Wut des am häufigsten raubkopierten Mannes der Pornobranche

greg lansky

Inverse.com berichtet: “Greg Lansky ist stolz darauf, der am häufigsten raubkopierte Mann der Pornobranche zu sein, zeigt sich jedoch gleichsam sehr genervt. “Raubkopien sind scheiße”, so der CEO und kreative Kopf hinter Blacked, Tushy und Vixen. “Das zieht mir direkt Geld aus der Tasche, aber ich verdiene dennoch Geld mit Pornos, da ich einige Sachen anders mache als der Rest der Branche.”

Lansky, ein 34-jähriger Franzose, der in Los Angeles lebt, hat sein Pornoimperium 2014 gegründet und sich rasch durch die Produktion einiger der besten Pornofilme im Internet profiliert. Seine Videos werden mit High-End-Kameras produziert, professionelle Sound- und Lichtsysteme sowie erstklassige Darsteller kommen zum Einsatz. Lansky glaubt fest an das Potential des Pornofilms: “Pornodarsteller, was IHR macht, ist KUNST”, so lautete einer seiner diesjährigen Tweets.

Lanskys Fokus auf Qualität und Produktionswert funktioniert. Er hat den Adult Video News (AVN) Award 2016 und 2017 gewonnen. Daneben ist er auch in den Kategorien Best Cinematography, Best Anal Sex Scene und einem Dutzend mehr ausgezeichnet worden. Zusammen genommen ziehen Lanskys Seiten 20 Millionen einzelne Nutzer auf sich, und die Kunden zahlen bis zu $30 im Monat, um seine Inhalte aufrufen zu können. Er berichtet Umsätze, die “über 95% über dem Wert der Pornobranche liegen.”

Das größte Anzeichen seines Erfolgs ist zugleich Quell seiner größten Verärgerung: weitverbreitete Raubkopien seiner Inhalte. Lansky arbeitet mit einem Unternehmen namens xTakeDowns.com zusammen, um festzustellen, wann seine Videos raubkopiert werden und fordert dann die Entfernung von den jeweiligen Seiten. Das Unternehmen “hat meine Arbeit als die am meisten raubkopierten Pornos überhaupt identifiziert”, so Lansky.

Er schätzt, dass er monatlich 50.000 Abmahnungen verschickt. Empfänger sind sogenannte “Tubeseiten”, die kostenlos Sexvideos streamen. Tube-Seiten werden leicht als selbständige “Porno-YouTubes” missverstanden. Die Besucher können den Inhalt nach Kategorien oder Alter sortieren und mit Keywords nach Inhalten suchen, die ihren persönlichen Vorlieben entsprechen. An der Oberfläche werden Tube-Seiten von einer Community registrierter Benutzer mit Inhalten befüttert, die auf der Seite abrufbar sind, im Prinzip also ähnlich wie bei YouTube.

Strukturiert man eine Webseite auf diese Weise, bedeutet das, dass in dem Moment, da ein urheberrechtlich geschütztes Video auf der Seite auftaucht, der individuelle Nutzer, der das Video hochgeladen hat, verantwortlich ist und nicht die Seite selbst. Es obliegt dann dem Rechteinhaber, die Urheberrechtsverletzung anzuzeigen und die notwendigen Schritte einzuleiten. Das ist eine überraschend vorteilhafte Regelung für Unternehmen, die das Zeigen kostenloser Inhalte mit Werbeeinblendungen finanzieren. Deshalb identifiziert Lansky die einträgliche Beziehung zwischen Tube-Seiten und Werbenetzwerken, die diese erst profitabel machen, als das eigentliche Problem, das sich Unternehmern in der Pornobranche stellt.

Und selbst nach der erfolgreichen Durchführung einer Abmahnung im Rahmen eines sogenannten DMCA-Takedown-Prozesses sieht Lansky seine Videos auf den entsprechenden Seiten immer wieder auftauchen — ein Vorgang, der ihn keineswegs wundert und zu dem er eine eigene Theorie hat.

“Man muss sich schon fragen”, so Lansky, “was die Motivation hunderter Menschen überall auf der Welt sein soll, ihre Zeit damit zu verbringen, Pornos auf Webseiten hochzuladen? Weshalb würde ein normaler Mensch mit einer normalen Internetverbindung und einem durchschnittlichen Einkommen Stunden um Stunden an seinem Computer mit dieser Tätigkeit verbringen? Wenn es ihr Inhalt, ihr Mixtape, ihre Bearbeitung ist, dann sind es in der Tat aktive Künstlergruppen, die selbst erstellte Inhalte teilen. Doch abgesehen davon sind [Tube-Seiten] nichts weiter als Raubkopierer mit angeschlossenem Werbenetzwerk.”

Der Tube-Seiten-Gigant MindGeek hat eine Interviewanfrage für diesen Artikel nicht beantwortet.

Der erste Auftritt von Pornostar Kendra Sunderland bei Blacked ist Lanskys am häufigsten raubkopierte Produktion. Wenn es von einer Tube-Seite herunter genommen wird, taucht es auf einer anderen wieder auf. Lansky schätzt den entgangenen Umsatz allein bei diesem Video auf “mehrere Millionen”.

Teil des Problems, sagt er, ist, dass die geltenden Gesetze schlicht veraltet sind. “Die Gesetze, die eigentlich dafür da sind, mir dabei zu helfen, mein Urheberrecht zu schützen, stammen aus der Zeit, als man sich einwählte. Das ist für das heutige Internet nicht mehr tauglich.”

Durch die schlechte Reputation der Pornografie insgesamt gibt es auch wenig gesellschaftliches Interesse sein Geschäftsmodell zu bewahren, obwohl er darauf hinweist, dass seine Vorgehensweise sicher und respektvoll für die Darsteller ist. “Ich stelle Inhalte her, die über eine Zahlplattform zugänglich sind, für die man eine Kreditkarte braucht. Die Kunden müssen mindestens 18 sein”, sagt er. “Tube-Seiten befolgen keine dieser Regeln und verdienen sehr viel Geld durch die Nutzung meiner Arbeit.”

Nun müssen Sie sich Lansky aber auch nicht als darbenden Künstler vorstellen. Es mag etwas schwer fallen, einen Pornounternehmer zu bemitleiden, der regelmäßig Bilder von sich auf Luxus-Jachten inmitten von gut bestückten Models postet. Dennoch verkauft er eine Vorstellung von Porno, die über sein eigenes Interesse hinausreicht. Wenn Menschen in der Pornobranche ein akzeptables Einkommen haben sollen, müssen Pornokonsumenten für das Endprodukt bezahlen. Und Lansky hat dafür bereits eine wichtige Blaupause geliefert.

Es ist vermutlich so, wie er letzte Woche auf Instagram unter einem Foto von ihm mit dem Model Eva Lovia, das die beiden Champagner trinkend an einem Pool zeigt, geschrieben hat: “Kenne Deinen Wert & gib Dich nie zufrieden. #fridayvibes.”

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