Bordell in den USA erhält Corona-Hilfe

Mustang Ranch in Nevada

Prostitution ist in den USA eigentlich streng verboten. Anbieter wie Kunden von sexuellen Dienstleistungen setzen sich noch immer einem rechtlich nicht unerheblichen Risiko aus. Eine seltsame Ausnahme stellt der Bundesstaat Nevada dar. In einigen Countys unweit des Touristenmagneten Las Vegas sind mehrere Bordelle zugelassen. Eines davon konnte sich nun sogar Coronahilfen vom Staat sichern.

Die Mustang Ranch in Nevada gehört zu den wenigen legalen Bordellen der USA. Sie liegt 25 Kilometer östlich von Reno in Storey County. Der Eigentümer ist Lance Gilman und erhält nun eine kleine Hilfe, um die Ausfälle, die seinem Betrieb entstanden sind, etwas abzufedern. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Associated Press dürfte das jedoch ein Tropfen auf dem heißen Stein sein: 3000 Dollar erhält die Mustang Ranch aus dem insgesamt 150 Milliarden schweren Corona-Hilfsprogramm der USA.

Hält man das jedoch gegen die ausgefallenen Einnahmen, dürfte klar sein, dass es eine rein symbolische Hilfe ist. Laut eigenen Angaben hat sein Bordell bereits 11 Millionen Dollar seit Einsetzen der Corona-Krise und der notwendigen Schließung im März verloren.

Gilman sagt dazu: »Die Hilfe ist natürlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Wir versuchen damit zu überleben. Wir sind in der gleichen misslichen Lage wie alle anderen. Wir müssen ein funktionierendes Unternehmen sein, wenn die Regierung irgendwann wieder entscheidet, dass der Staat wieder geöffnet wird.«

Insgesamt gibt es 20 legale Bordelle im gesamten Bundesstaat Nevada. Normalerweise ist die Sexbranche von allen landesweiten Hilfsprogrammen ausgeschlossen, die Hilfe für die Mustang Ranch kam daher zwar aus Bundesmitteln, aber aus einem Topf, über den der Bundesstaat Nevada frei verfügen konnte. Das Bordell hatte dabei schlicht das Glück, im richtigen County beheimatet zu sein. Denn alle anderen Countys im Bundesstaat schütten ebenfalls keine Mittel an Unternehmen der Erwachsenen-Unterhaltung aus.

Gilman hatte doppelt Glück. Durch das getrennt geführte Restaurant im Bordell, das Wild Horse Saloon, konnte sich der Unternehmer auch einen Bundeszuschuss für seinen Gastronomiebetrieb sichern. Mit den für das Restaurant geflossenen 350.000 Dollar ist es Gilman vielleicht möglich, beide Betriebe über Wasser zu halten.

Ob Nevada seinen Sonderstatus also erhalten kann, bleibt offen. Die meisten Bordelle haben keine Einnahmen und könnten ihre Türen für immer schließen müssen. Dann wären die USA schlussendlich durch Corona zu einem Land gänzlich ohne legale Sexarbeit geworden.

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